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Melbourne und englische Unterstützung
Mittwoch, 15. April 2009, 03:06
Nun endlich im wunderbaren Melbourne angekommen wurde sich schnell eingelebt. Die ersten Tage gingen mit dem erfolgreichen Fahrradhandel über die Bühne, das nächste Highlight ließ aber schon auf sich warten.
Dieses nannte sich: „Paul Williams und Alex Whiteman“
Zwei Freunde die sich eine Woche vor mir auf den Weg von Sydney nach Melbourne gemacht haben.
Kennen gelernt haben wir uns Wochen zu vor als ich den Sonnenaufgang am Opera House in Sydney betrachtet habe. (siehe ältere Einträge)
In dieser wunderbaren Umgebung habe ich Paul am Klavier sitzen sehen. Diese hat ein Künstler Wochen zuvor überall in der Stadt aufgestellt. Ich bin mit Paul ins Gespräch gekommen, nach kurzem Begrüßen haben wir schnell festgestellt dass wir zufälligerweise den gleichen Plan haben. Der aufmerksame Leser wird sich jetzt fragen:“ Im letzten Artikel stand doch gar nichts von einem Reisekollegen.“
Der einzige Haken an der Geschichte war dass Paul und Alex eine Woche früher in Sydney los gefahren sind, in dieser Zeit arbeitete ich noch für das Marketingunternehmen.
Somit haben sie sich ohne mich auf den Weg gemacht.
Als ich gestartet bin ist der Vorsprung der beiden von Tag zu Tag geschrumpft, als ich sie knapp eingeholt hatte, machte mir der technische Defekt den Strich durch die Rechnung.
Somit war ich früher im großen Melbourne als Paul und Alex.
In der Zwischenzeit habe ich begonnen Melbourne zu erkunden. Es ist eine Weltstadt die wohl jeden glücklich macht.
Von Konzerten, Kunstausstellungen, Sportveranstaltungen, Festivals und Sehenswürdigkeiten ist alles dabei und wartete erkundet zu werden.
Australien ist wohl eines der Rugbyverrücktesten Länder der Welt. Es ist Volkssport Nummer eins, jedoch ist Rugby nicht gleich Rugby. In Australien gibt es Rugby League, Rugby Union und Australian Football. Alle drei Unterscheiden sich in Herkunft, geschichtlichem Hintergrund und Verbreitung. Jeder Fan preist seinen favorisierten Sport jedoch immer als den besseren an und führt undurchsichtige Argumente an.
Um dem ganzen Wirrwarr nun mal auf die Schliche zukommen, ging es als erstes in den „Telstra Dome“. In dem kleineren Mehrzweckstadion der Stadt war an diesem Abend ein Australian Football Spiel zusehen. AFL auch „Aussie Rules“ genannt ist die Art Rugby die hauptsächlich im Staate „Victoria“. Der größte Unterschied zum Rugby ist wohl dadurch dass der Spielball nicht hinter eine Linie gebracht werden muss sondern von überall durch riesige Pfosten geschossen werden kann.

Das Spiel zwischen „Geelong“ und „Adelaide“ hat mich zwar nicht unbedingt gefesselt, wer sich aber für allerlei Sportarten interessiert langweilt sich bei solch einem Großevent sicherlich nicht.
Glücklicherweise haben wir einen Australier kennen gelernt der uns mit dem Regelement vertraut gemacht hat.
Geelong hat das Spiel ohne große Anstrengungen für sich entschieden.
Der nächste Tag hat mich dann durch die Straßen Melbournes laufen lassen wo ich nach nicht allzu langer Zeit näher an Deutschland zu sein schien als ich dachte. Da ich jedoch noch so schnell nicht wieder ins gute alte Deutschland zurückkehren will, bin ich die neun Kilometer nicht weiter gegangen.

Zurück in der Melbourner Innenstadt ging es vorbei an der Universität zum „Queen Victoria Market“ der Markt verleiht einem das Gefühl auf einem europäischen Wochenmarkt zu sein. Nur in riesengroß. Klamottenhändler stehen neben Marktschreiern und anderen Obskuren Persönlichkeiten und vertreiben ihre Güter.
Es gibt viele europäische Spezialitäten wiederzuentdecken. Von deutscher Bratwurst mit Sauerkraut gibt es türkische Falafel, italienischen Wein und französischen Käse.

Eine Fahrt im historischen Bimmelbähnchen brachte mich genug europäischem Flair dann zu einer echten australischen Heiligstätte.
Zumindest eine Heiligstätte für Sportliebhaber. Es ging zum Melbourne Criket Ground.
Diese Einrichtung ist das größte Criketstadion weltweit und das größte Stadion in dem ich jemals war. Es fasst 100.000 Menschen und ist eine echte Sehenswürdigkeit. Ich habe dort das Finale der australischen Criketliga gesehen. Es war ein „One-Day-Match“ zwischen Victoria und Queensland.
One-Day-Match heißt also, dass das Spiel „nur“ einen Tag dauert. Ein normales Match kann schon mal mehrere Tage dauern.

Wer schon mal Criket im Fernsehen gesehen haben sollte weiß dass der Sport nicht unbedingt voll gepackt mit Action ist. Wer nicht begeistert von diesem Sport ist muss sehr viel Zeit und Sitzfleisch mitbringen um ein ganzes Match durch zustehen.
Die zweite weit verbreitete Sportart war somit auch untersucht worden. Danach wurde der Ausflug in die Welt der australischen Sportarten dann erst mal beendet.
Denn in Melbourne gab es natürlich noch mehr zusehen als australische Sportarten und zwar…

… ja genau! Europäische Sportarten! das große Fußballfinale der australischen Liga zwischen Melbourne und Adelaide. Dieses Mal war die Sportart nicht sehr australisch und ich brauchte keinen nach Regeln zu fragen.
Nachdem Melbourne das Finale mit 1:0 für sich entschieden hat, sind die Spieler zur Ehrenrunde angetreten und man konnte das ein oder andere hübsche Foto von den Stars schießen.

Nach dem das Finale entschieden war, stand die ganze Stadt Kopf. Das große Finale war vorbei, der Cup blieb in Melbourne und eine sportliche Woche ging damit vorerst zu Ende.
Sie wurde dann durch eine kommende Woche ersetzt die der ersten in nichts nach stand.
Die zwei Hauptzutaten dafür war dann die Ankunft meiner beiden Freunde Paul und Alex.
Als sie in der Hauptstadt „Victorias“ angekommen sind habe ich sie dann mit Eis, Wasser und offenen Armen empfangen.

Auf der Fahrradtour haben wir leider keine Zeit zusammen verbringen können, jedoch war Melbourne wie geschaffen es mit zwei wunderbaren Freunden zu erkunden.
Die zwei Wochen die wir in Melbourne verbracht haben, waren bisher zwei der besten der letzten 5 Monate.
Die ersten Tage haben wir dann zusammen die Stadt durchforstet und die wunderbare Bibliothek Melbournes zu unserem Hauptquartier erklärt.

Von hieraus wurde jeder neue Tag geplant. Kunstvollste Ansichtskarten entstanden in diesen Wänden und der Weg zu den hübschen Straßen Melbournes war nicht weit.
Mit waschechten „Melbournenern“ haben wir uns eines Nachmittags in der Bibliothek getroffen und dort eine amüsante Picknickidee verwirklicht.
Mit acht Leuten haben wir acht Länder auf kleine Zettel geschrieben und jeder hat eines der kleinen Papierkneule gezogen.
Dreißig Minuten hatte man dann Zeit eine kulinarische Köstlichkeit des Landes auf seinem Zettel aufzutreiben.

Es entstand ein fantastisches Picknick und 6 neue Freunde waren gewonnen.
Am nächsten morgen war ich früher als Paul und Alex wach und habe etwas auf der stets mitreisenden Ukulele gespielt. Verwundert ist Paul zu mir gekommen und sagte lachend dass er auch eine Ukulele dabei hätte. Von dem Augenblick war ich Mitglied meiner ersten Ukulelenband und es wurden fleißig Lieder geschrieben, Bandnamen und Instrumentennamen ausgedacht. Wir selber nennen uns „Uklear Arms“ welches wie „Nuklear Arms“ (engl.: Atomwaffen) klingt aber natürlich nicht damit verwechselt werden darf. Es steht für kreative Arme die das tolle Instrument bedienen.
Weitere Geniestreiche sind uns bei Liedern und Namen eingefallen. Die beiden Instrumente tragen nun die Namen: „Luke Agatha Layla“ und „Duke Andrew Lélé“. Die Ähnlichkeit zum Instrument ist dabei wohl nicht näher zu erwähnen.

Melbourne wurde dann unsere kreative Heimat und abends haben wir Gäste einer Bar mit himmlischen Tönen glücklich gemacht.
Zusammen ging es also von Museen zu Konzerten, Bars und Ukulelenkompositionen.
Musikalisch ging es auch den nächsten Tag weiter. Als ich morgens das Hostel verlassen wollte, lachte mich ein Angebot einer Kanadischen Backpackerin in Form eines kleinen gelben Zettels an. Auf diesem war ein Angebot für ein Ticket geschrieben das den Eintritt in die Rod Laver Arena garantierte. Die Rod Laver Arena ist der „Center Court“ der „Australian Open“ die eines der viert größten Tennisveranstaltungen der Welt sind. Da diese jedoch grade vorbei waren, spielte die englische Band Coldplay in der Halle.
Da ich diese schon aus den Kinderschuhen kenne und noch nie live gesehen habe war ich äußerst interessiert. Da sie im Moment auf dem Höhepunkt ihrer Karriere sind waren die Karten mit A$150 nachvollziehbar aber trotzdem sehr überteuert. Das Angebot aus dem Hostel versprach mir die Karte für A$100. Nach reiflichem Überlegen und zurückdenken ans erfolgreiche Fahrradgeschäft habe ich mir die Eintrittskarte gekauft.
An der Arena angekommen hat sich herausgestellt dass es eine Sitzplatzkarte war. Da ich aber lieber im Stehbereich sein wollte ist es mir mit List gelungen eine Zutrittsberechtigung zu bekommen für diesen aufzutreiben. Da ich nun mein Ausgangsticket nicht mehr brauchte habe ich dieses für A$70 weitergegeben. A$30 also 15€ waren dann doch ein guter Deal und das Konzert konnte beginnen.

Insgesamt war das Konzert ganz gelungen, das Publikum das ja hauptsächlich für die Stimmung zuständig ist hat nicht so sehr mitgewirkt. A$150 war es meiner Meinung nicht wert. A$30 waren jedoch ein äußerst guter Preis.
Am nächsten Tag haben wir beim weiteren Stadterkunden das ein oder andere Museum unter die Lupe genommen und ich habe mein Interesse zur zeitgenössischen Kunst entdeckt. Hier in Melbourne gibt es an jeder zweiten Ecke etwas Künstlerisches zu sehen. Außerdem sind wir am berühmten Kasino Melbournes vorbei gelaufen und damit war auch die Frage geklärt was wir am Abend machen sollen.
Der Plan sah folgendermaßen aus: In Schale schmeißen dass das gemeine Volk einen nicht ausmachen kann und ein Vermögen gewinnen.

Alex hat dabei als unauffälliger Beobachter Fotos geschossen. Paul und Ich haben derweil unser Glück bei Roulette und Blackjack versucht. Stets mit der goldenen Regel was gewonnen wird, wird investiert. Somit kommt erst gar nicht die Gefahr auf mit Gewinn nach hause zugehen. Dieser würde nämlich nur den Schwachsinn von Glückspiel mit dem süßen Geschmack von freiem Geld überdecken. Dieser Gefahr sind wir somit umgangen.
Das versprochene Vermögen haben wir trotzdem gewonnen. Dieses ist nicht in Form von 20,50 und 100 Dollarscheinen zu uns gekommen sondern zu mir mit der Erkenntnis dass wir jeweils einen sehr guten Freund gefunden haben.
Die zwei wunderbaren Wochen gingen langsam zu Ende. Alex ist zurück nach Sydney gefahren. Paul und Ich sind noch zwei Tage länger in Melbourne geblieben.
Den letzten Tag sind wir auf ein Konzert eines Mannes namens: „Dan Deacon“ gegangen.
Paul hatte ihn zuvor in Los Angeles live gesehen und versprach mir dass es Spitze wird.
Da ich mich zwei Wochen lang mit ihm zu 100% gut verstanden habe, habe ich nicht ein kleines bisschen Zweifel gehabt.
Im Nachhinein kann ich sagen dass es eines der besten Konzerte war die ich je gesehen habe.

Vor dem Konzert haben wir uns mit Dan Deacon unterhalten können, das hat ihn schon einmal sehr sympathisch gemacht. Er war sich nicht zu schade für Smalltalk.. Das Konzert ist einfach nicht zu beschreiben. Das muss man selbst gesehen haben.
Ich werde es definitiv nicht vergessen und Zirka 3 Wochen in Melbourne haben ein wunderbares Ende genommen.
Paul und Ich haben uns dann verabschiedet und beschlossen nur noch Mollakkorde auf den Ukulelen zu spielen. Es ist schon äußerst schade sich immer wieder von Menschen zu verabschieden mit denen man doch sehr gerne viel mehr Zeit verbringen möchte.
Wir haben uns auf Anhieb fantastisch verstanden und ich freue mich sehr drauf den guten Freund wieder zusehen.
Glücklicherweise ist England ja einfach zu erreichen und im Kopf ist die Reise schon gebucht.
„Tschüss sagen“ ist sicherlich etwas das ich nur all zu gut kennen gelernt habe.

Unsere Wegen haben sich dann also getrennt und ich habe mich auf den Weg nach Adelaide gemacht da von dort aus mein nächstes Abendteuer starten sollte.

Wer sich aus dem letzten Artikel noch an den Fahrradverkauf erinnern kann, weiß auf sicher dass ich dadurch auch einen Freund gewonnen habe der aus Melbourne kam.
Nachdem wir eines Abends nach einem bisschen Fußball zusammen saßen hat er erzählt dass seine junge Schwester in dem Staat „South Australia“ genauer gesagt in Adelaide ein Stück aufführt.
In Adelaide wird jährlich das zweitgrößte „FringeFestival“ abgehalten. Dieses Festival stellt die ganze Stadt auf den Kopf. Das Festival bietet eine Menge tolle Filme, Theater und Konzerte die nicht unbedingt für den Mainstream geschrieben werden.
Michael (mein Freund) erzählte also das seine Schwerster dort ein Stück von John Lennon aufführt.
Mir kam direkt eine Idee in den Kopf die wir umgehend in die Tat umgesetzt haben.
Lest aber dazu beim nächsten Blogeintrag mehr!
Ich wünsche euch alles erdenklich Gute.
Dein / Euer
Kevin
Dieses nannte sich: „Paul Williams und Alex Whiteman“
Zwei Freunde die sich eine Woche vor mir auf den Weg von Sydney nach Melbourne gemacht haben.
Kennen gelernt haben wir uns Wochen zu vor als ich den Sonnenaufgang am Opera House in Sydney betrachtet habe. (siehe ältere Einträge)
In dieser wunderbaren Umgebung habe ich Paul am Klavier sitzen sehen. Diese hat ein Künstler Wochen zuvor überall in der Stadt aufgestellt. Ich bin mit Paul ins Gespräch gekommen, nach kurzem Begrüßen haben wir schnell festgestellt dass wir zufälligerweise den gleichen Plan haben. Der aufmerksame Leser wird sich jetzt fragen:“ Im letzten Artikel stand doch gar nichts von einem Reisekollegen.“
Der einzige Haken an der Geschichte war dass Paul und Alex eine Woche früher in Sydney los gefahren sind, in dieser Zeit arbeitete ich noch für das Marketingunternehmen.
Somit haben sie sich ohne mich auf den Weg gemacht.
Als ich gestartet bin ist der Vorsprung der beiden von Tag zu Tag geschrumpft, als ich sie knapp eingeholt hatte, machte mir der technische Defekt den Strich durch die Rechnung.
Somit war ich früher im großen Melbourne als Paul und Alex.
In der Zwischenzeit habe ich begonnen Melbourne zu erkunden. Es ist eine Weltstadt die wohl jeden glücklich macht.
Von Konzerten, Kunstausstellungen, Sportveranstaltungen, Festivals und Sehenswürdigkeiten ist alles dabei und wartete erkundet zu werden.
Australien ist wohl eines der Rugbyverrücktesten Länder der Welt. Es ist Volkssport Nummer eins, jedoch ist Rugby nicht gleich Rugby. In Australien gibt es Rugby League, Rugby Union und Australian Football. Alle drei Unterscheiden sich in Herkunft, geschichtlichem Hintergrund und Verbreitung. Jeder Fan preist seinen favorisierten Sport jedoch immer als den besseren an und führt undurchsichtige Argumente an.
Um dem ganzen Wirrwarr nun mal auf die Schliche zukommen, ging es als erstes in den „Telstra Dome“. In dem kleineren Mehrzweckstadion der Stadt war an diesem Abend ein Australian Football Spiel zusehen. AFL auch „Aussie Rules“ genannt ist die Art Rugby die hauptsächlich im Staate „Victoria“. Der größte Unterschied zum Rugby ist wohl dadurch dass der Spielball nicht hinter eine Linie gebracht werden muss sondern von überall durch riesige Pfosten geschossen werden kann.

Das Spiel zwischen „Geelong“ und „Adelaide“ hat mich zwar nicht unbedingt gefesselt, wer sich aber für allerlei Sportarten interessiert langweilt sich bei solch einem Großevent sicherlich nicht.
Glücklicherweise haben wir einen Australier kennen gelernt der uns mit dem Regelement vertraut gemacht hat.
Geelong hat das Spiel ohne große Anstrengungen für sich entschieden.
Der nächste Tag hat mich dann durch die Straßen Melbournes laufen lassen wo ich nach nicht allzu langer Zeit näher an Deutschland zu sein schien als ich dachte. Da ich jedoch noch so schnell nicht wieder ins gute alte Deutschland zurückkehren will, bin ich die neun Kilometer nicht weiter gegangen.

Zurück in der Melbourner Innenstadt ging es vorbei an der Universität zum „Queen Victoria Market“ der Markt verleiht einem das Gefühl auf einem europäischen Wochenmarkt zu sein. Nur in riesengroß. Klamottenhändler stehen neben Marktschreiern und anderen Obskuren Persönlichkeiten und vertreiben ihre Güter.
Es gibt viele europäische Spezialitäten wiederzuentdecken. Von deutscher Bratwurst mit Sauerkraut gibt es türkische Falafel, italienischen Wein und französischen Käse.

Eine Fahrt im historischen Bimmelbähnchen brachte mich genug europäischem Flair dann zu einer echten australischen Heiligstätte.
Zumindest eine Heiligstätte für Sportliebhaber. Es ging zum Melbourne Criket Ground.
Diese Einrichtung ist das größte Criketstadion weltweit und das größte Stadion in dem ich jemals war. Es fasst 100.000 Menschen und ist eine echte Sehenswürdigkeit. Ich habe dort das Finale der australischen Criketliga gesehen. Es war ein „One-Day-Match“ zwischen Victoria und Queensland.
One-Day-Match heißt also, dass das Spiel „nur“ einen Tag dauert. Ein normales Match kann schon mal mehrere Tage dauern.

Wer schon mal Criket im Fernsehen gesehen haben sollte weiß dass der Sport nicht unbedingt voll gepackt mit Action ist. Wer nicht begeistert von diesem Sport ist muss sehr viel Zeit und Sitzfleisch mitbringen um ein ganzes Match durch zustehen.
Die zweite weit verbreitete Sportart war somit auch untersucht worden. Danach wurde der Ausflug in die Welt der australischen Sportarten dann erst mal beendet.
Denn in Melbourne gab es natürlich noch mehr zusehen als australische Sportarten und zwar…

… ja genau! Europäische Sportarten! das große Fußballfinale der australischen Liga zwischen Melbourne und Adelaide. Dieses Mal war die Sportart nicht sehr australisch und ich brauchte keinen nach Regeln zu fragen.
Nachdem Melbourne das Finale mit 1:0 für sich entschieden hat, sind die Spieler zur Ehrenrunde angetreten und man konnte das ein oder andere hübsche Foto von den Stars schießen.

Nach dem das Finale entschieden war, stand die ganze Stadt Kopf. Das große Finale war vorbei, der Cup blieb in Melbourne und eine sportliche Woche ging damit vorerst zu Ende.
Sie wurde dann durch eine kommende Woche ersetzt die der ersten in nichts nach stand.
Die zwei Hauptzutaten dafür war dann die Ankunft meiner beiden Freunde Paul und Alex.
Als sie in der Hauptstadt „Victorias“ angekommen sind habe ich sie dann mit Eis, Wasser und offenen Armen empfangen.

Auf der Fahrradtour haben wir leider keine Zeit zusammen verbringen können, jedoch war Melbourne wie geschaffen es mit zwei wunderbaren Freunden zu erkunden.
Die zwei Wochen die wir in Melbourne verbracht haben, waren bisher zwei der besten der letzten 5 Monate.
Die ersten Tage haben wir dann zusammen die Stadt durchforstet und die wunderbare Bibliothek Melbournes zu unserem Hauptquartier erklärt.

Von hieraus wurde jeder neue Tag geplant. Kunstvollste Ansichtskarten entstanden in diesen Wänden und der Weg zu den hübschen Straßen Melbournes war nicht weit.
Mit waschechten „Melbournenern“ haben wir uns eines Nachmittags in der Bibliothek getroffen und dort eine amüsante Picknickidee verwirklicht.
Mit acht Leuten haben wir acht Länder auf kleine Zettel geschrieben und jeder hat eines der kleinen Papierkneule gezogen.
Dreißig Minuten hatte man dann Zeit eine kulinarische Köstlichkeit des Landes auf seinem Zettel aufzutreiben.

Es entstand ein fantastisches Picknick und 6 neue Freunde waren gewonnen.
Am nächsten morgen war ich früher als Paul und Alex wach und habe etwas auf der stets mitreisenden Ukulele gespielt. Verwundert ist Paul zu mir gekommen und sagte lachend dass er auch eine Ukulele dabei hätte. Von dem Augenblick war ich Mitglied meiner ersten Ukulelenband und es wurden fleißig Lieder geschrieben, Bandnamen und Instrumentennamen ausgedacht. Wir selber nennen uns „Uklear Arms“ welches wie „Nuklear Arms“ (engl.: Atomwaffen) klingt aber natürlich nicht damit verwechselt werden darf. Es steht für kreative Arme die das tolle Instrument bedienen.
Weitere Geniestreiche sind uns bei Liedern und Namen eingefallen. Die beiden Instrumente tragen nun die Namen: „Luke Agatha Layla“ und „Duke Andrew Lélé“. Die Ähnlichkeit zum Instrument ist dabei wohl nicht näher zu erwähnen.

Melbourne wurde dann unsere kreative Heimat und abends haben wir Gäste einer Bar mit himmlischen Tönen glücklich gemacht.
Zusammen ging es also von Museen zu Konzerten, Bars und Ukulelenkompositionen.
Musikalisch ging es auch den nächsten Tag weiter. Als ich morgens das Hostel verlassen wollte, lachte mich ein Angebot einer Kanadischen Backpackerin in Form eines kleinen gelben Zettels an. Auf diesem war ein Angebot für ein Ticket geschrieben das den Eintritt in die Rod Laver Arena garantierte. Die Rod Laver Arena ist der „Center Court“ der „Australian Open“ die eines der viert größten Tennisveranstaltungen der Welt sind. Da diese jedoch grade vorbei waren, spielte die englische Band Coldplay in der Halle.
Da ich diese schon aus den Kinderschuhen kenne und noch nie live gesehen habe war ich äußerst interessiert. Da sie im Moment auf dem Höhepunkt ihrer Karriere sind waren die Karten mit A$150 nachvollziehbar aber trotzdem sehr überteuert. Das Angebot aus dem Hostel versprach mir die Karte für A$100. Nach reiflichem Überlegen und zurückdenken ans erfolgreiche Fahrradgeschäft habe ich mir die Eintrittskarte gekauft.
An der Arena angekommen hat sich herausgestellt dass es eine Sitzplatzkarte war. Da ich aber lieber im Stehbereich sein wollte ist es mir mit List gelungen eine Zutrittsberechtigung zu bekommen für diesen aufzutreiben. Da ich nun mein Ausgangsticket nicht mehr brauchte habe ich dieses für A$70 weitergegeben. A$30 also 15€ waren dann doch ein guter Deal und das Konzert konnte beginnen.

Insgesamt war das Konzert ganz gelungen, das Publikum das ja hauptsächlich für die Stimmung zuständig ist hat nicht so sehr mitgewirkt. A$150 war es meiner Meinung nicht wert. A$30 waren jedoch ein äußerst guter Preis.
Am nächsten Tag haben wir beim weiteren Stadterkunden das ein oder andere Museum unter die Lupe genommen und ich habe mein Interesse zur zeitgenössischen Kunst entdeckt. Hier in Melbourne gibt es an jeder zweiten Ecke etwas Künstlerisches zu sehen. Außerdem sind wir am berühmten Kasino Melbournes vorbei gelaufen und damit war auch die Frage geklärt was wir am Abend machen sollen.
Der Plan sah folgendermaßen aus: In Schale schmeißen dass das gemeine Volk einen nicht ausmachen kann und ein Vermögen gewinnen.

Alex hat dabei als unauffälliger Beobachter Fotos geschossen. Paul und Ich haben derweil unser Glück bei Roulette und Blackjack versucht. Stets mit der goldenen Regel was gewonnen wird, wird investiert. Somit kommt erst gar nicht die Gefahr auf mit Gewinn nach hause zugehen. Dieser würde nämlich nur den Schwachsinn von Glückspiel mit dem süßen Geschmack von freiem Geld überdecken. Dieser Gefahr sind wir somit umgangen.
Das versprochene Vermögen haben wir trotzdem gewonnen. Dieses ist nicht in Form von 20,50 und 100 Dollarscheinen zu uns gekommen sondern zu mir mit der Erkenntnis dass wir jeweils einen sehr guten Freund gefunden haben.
Die zwei wunderbaren Wochen gingen langsam zu Ende. Alex ist zurück nach Sydney gefahren. Paul und Ich sind noch zwei Tage länger in Melbourne geblieben.
Den letzten Tag sind wir auf ein Konzert eines Mannes namens: „Dan Deacon“ gegangen.
Paul hatte ihn zuvor in Los Angeles live gesehen und versprach mir dass es Spitze wird.
Da ich mich zwei Wochen lang mit ihm zu 100% gut verstanden habe, habe ich nicht ein kleines bisschen Zweifel gehabt.
Im Nachhinein kann ich sagen dass es eines der besten Konzerte war die ich je gesehen habe.

Vor dem Konzert haben wir uns mit Dan Deacon unterhalten können, das hat ihn schon einmal sehr sympathisch gemacht. Er war sich nicht zu schade für Smalltalk.. Das Konzert ist einfach nicht zu beschreiben. Das muss man selbst gesehen haben.
Ich werde es definitiv nicht vergessen und Zirka 3 Wochen in Melbourne haben ein wunderbares Ende genommen.
Paul und Ich haben uns dann verabschiedet und beschlossen nur noch Mollakkorde auf den Ukulelen zu spielen. Es ist schon äußerst schade sich immer wieder von Menschen zu verabschieden mit denen man doch sehr gerne viel mehr Zeit verbringen möchte.
Wir haben uns auf Anhieb fantastisch verstanden und ich freue mich sehr drauf den guten Freund wieder zusehen.
Glücklicherweise ist England ja einfach zu erreichen und im Kopf ist die Reise schon gebucht.
„Tschüss sagen“ ist sicherlich etwas das ich nur all zu gut kennen gelernt habe.

Unsere Wegen haben sich dann also getrennt und ich habe mich auf den Weg nach Adelaide gemacht da von dort aus mein nächstes Abendteuer starten sollte.

Wer sich aus dem letzten Artikel noch an den Fahrradverkauf erinnern kann, weiß auf sicher dass ich dadurch auch einen Freund gewonnen habe der aus Melbourne kam.
Nachdem wir eines Abends nach einem bisschen Fußball zusammen saßen hat er erzählt dass seine junge Schwester in dem Staat „South Australia“ genauer gesagt in Adelaide ein Stück aufführt.
In Adelaide wird jährlich das zweitgrößte „FringeFestival“ abgehalten. Dieses Festival stellt die ganze Stadt auf den Kopf. Das Festival bietet eine Menge tolle Filme, Theater und Konzerte die nicht unbedingt für den Mainstream geschrieben werden.
Michael (mein Freund) erzählte also das seine Schwerster dort ein Stück von John Lennon aufführt.
Mir kam direkt eine Idee in den Kopf die wir umgehend in die Tat umgesetzt haben.
Lest aber dazu beim nächsten Blogeintrag mehr!
Ich wünsche euch alles erdenklich Gute.
Dein / Euer
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