Neuseeland Klappe die erste
Samstag, 13. Juni 2009, 22:56
Nach einem relativ kurzen 3 Stunden Flug von Sydney nach Christchurch bin ich auf der Südinsel Neuseelands angekommen.
Christchurch ist, wie der Name schon vermuten lässt, benannt nach einer christlichen Kirche.
Diese stellt auch das Zentrum der Stadt dar.

Christchurch hatte meiner Meinung nach nicht sonderlich viel zu entdecken. Ich habe dort also nur 2 Tage verbracht um in den neuseeländischen Flair einzutauchen. Lange hat dies aber nicht gedauert da die Unterscheide zum großen Bruder Australien nicht sonderlich groß sind.
Hoch motiviert und gut gelaunt ging es dann an den Start.

Busunternehmen die einen durch das ganze Land fahren sind in Neuseeland eine beliebte Art zu reisen. Da ich aber die letzte 3 Tages Tour durch das australische Outback schon nicht wirklich genossen habe, wusste ich dass ich dies keinen Monat durch stehen werde.
Ich habe mich also dann doch lieber entschieden das altbewährte Trampen weiterzuführen. Im Nachhinein ärgere ich mich dass ich auch nur drüber nachgedacht habe anders zu reisen.
In Christchurch ging es also los und das erste Ziel hieß Timaru. Viele neuseeländische Städte haben immer noch Namen in der Sprache der Maori.
Die Maori stellen die Ureinwohner Neuseelands dar. Im Vergleich zu den Aboriginies sind diese in ihrem Heimatland sehr viel besser integriert. Man könnte es als Paradebeispiel gelungener Integration bezeichnen. So etwas findet man ja weltweit nur selten. Auf der Karte auf der ihr meine Rundreise verfolgen könnt, sind auch beide Namen zu sehen.

Zu erst ging es also von Christchurch aus nach Timaru. Das kleine Örtchen an der neuseeländischen Ostküste ist schön in einer Bucht gelegen.

An der Spitze der Bucht habe ich dann auch mein Zelt aufgeschlagen. Bis zu diesem wunderbaren Sonnenuntergang habe ich dann das ein oder andere Buch gelesen und meine grobe Route durch Neuseeland geplant.

Nachdem viele Informationen über Neuseeland eingeholt worden sind, hat sich herausgestellt dass doch der Interessanteste Part die Westküste ist. Demnach bin ich morgens weiter die Ostküste herunter bis ich im kleinen Örtchen Omaru angekommen bin. Diese Stadt war schon ein wenig Unterhaltsamer als der kleine Gegenpart etwas weiter nördlich.
In Omaru angekommen wurde die Stadt gleich erkundet. Im Zentrum angekommen hat mich eine Sache zum nachdenken gebracht. Mein Plan stand zwar das Land mit den Neuseeländern in ihrem Auto zu durchqueren. Dann habe ich jedoch folgendes entdeckt und meinen Plan ändern wollen. Die Lust am Radfahren ist wieder in mir hochgekommen und ich wollte mit diesem Drahtesel gleich weiter gen Süden fahren.

Da es jedoch ein Ausstellungsstück des Museums war, ist mein Traum dahin geschmolzen.
Das Museum war allerdings im Vergleich zur Größe der Stadt gar nicht schlecht.
Sowohl eine historische Ecke als auch eine modernen Part gab es hier zu bestaunen.
Eine Skulptur aus mehreren Gesichtern hat mir besonders gut gefallen.

Omaru selber ist bekannt für seine Pinguinkolonie. Die kleinen Pinguine leben hier an der Südostküste Neuseelands und kommen abends gegen 18h nach dem fischen wieder nach Hause.
Das Fotografieren war dort in der Kolonie nicht erlaubt da der Blitz die Pinguine so sehr irritieren kann dass sie nicht mehr nach Hause finden. In zwei Stunden Beobachtungszeit haben wir leider nur 5 Pinguine sehen können. Laut den Betreibern des Habitates war es die wohl geringste Ausbeute an zurückkehrenden Pinguinen seit Jahren. Viele sind an diesem Abend nicht gekommen da scheinbar das Fischen äußerst gut war. Zwei Pinguine konnte ich jedoch für ein einfangen:

Hier in Omeru gilt scheinbar „Pinguin vor rechts“. Die ganze Stadt ist stolz auf die kleinen Mitbewohner.
Am nächsten Tag ging es dann mit einem Schotten der hier in Neuseeland als Saisonarbeiter Schafe schert. Von zu Hause hat er die Erfahrung mitgebracht und kann in Neuseeland unglaublich viel arbeiten. Man hört Proportionen dass auf einen Neuseeländer 6-8 Schafe kommen. Bei 4 Millionen „Kiwi’s“ (wie die Neuseeländer genannt werden) kann man sich vorstellen wie viel mein schottischer Freund da zu tun hat.
Weiter ging es dann zusammen nach Dunedin. Eigentlich wollte er viel weiter in den Süden fahren. Da ich ihm aber erzählt habe dass ich in Dunedin bleiben will hat er sich entschlossen dort auch eine Nacht zu bleiben.
In der zweit größten Stadt der Südinsel angekommen habe ich in einem Restaurant etwas Verwirrendes gefunden.
Neuseeland ist mit den kleinen Pazifikinseln das Land das die ersten Sonnenstrahlen des neuen Tages mitbekommt. 12 Stunden vor Mitteleuropäischer Zeit und im Süden der südlichen Hemisphäre kann man wohl für deutsche Begriffe nur kaum noch weiter weg sein. Dass es genau auf der anderen Seite der Welt in Deutschland nicht all zu schlechtes Bier gibt, hat sich bis hierher herumgesprochen.

In Dunedin habe ich nach dem erkunden der Stadt drei Franzosen kennen gelernt die in Neuseeland studierten.
Da der erste seinen Führerschein verloren hat, der zweite ihn vergas und der dritte keinen hatte waren die drei ziemlich aufgeschmissen. Sie wollten den südlichsten Nationalpark „The Catlins“ mit dem Auto erkunden konnten aber nicht dort hinkommen. Da solch ein Ausflug ganz gut in meinen Plan gepasst hat, haben wir uns zusammen an die Organisation gesetzt und einen dreitages-Trip geplant. Das Auto wurde nächsten morgen gemietet und ich saß ab dann hinterm Steuer um den wunderschönen Süden zu erkunden.
Das erste Ziel war nur eine halbe Stunde von Dunedin entfernt und hieß „Lamach Castle“.
Das kleine Schloss ist das einzige in ganz Neuseeland und liegt idyllisch auf einem Berg. Ein Schotte der nach Neuseeland ausgewandert ist hat dieses für seine Herzdame im Süden der Insel errichtet. Genau wie die Kirche in Christchurch ist das Schloss im Vergleich zu europäischen Bauten nicht sehr außergewöhnlich.

Durch kleine Täler und über viele grüne Hügel sind wir durch wunderbare Szenarien zur Küste gefahren. An diesem speziellen Ort konnten wunderbar Albatrosse beobachtet werden. Diese eindrucksvollen Vögel können eine Spannweite von 3 Metern erreichen und sind damit die größten Vögel der Welt. Leider sehen sie auf dem Bild nicht anders aus als gewöhnliche Möwen. In Natura sieht man den Unterschied aber deutlich.

Der dritte Ausflugspunkt an diesem abwechselungsreichen Tag war ein äußerst abgelegener Strand zu dem man 1 Stunde fahren musste und dann noch mal einen Fußmarsch von 45 Minuten folgen lassen musste.
Nach dieser epischen Reise ist man aber mit Blick über einen Strand belohnt worden der den Lebensraum von wilden Robben darstellte. An diese konnte man dann sogar nah heran kommen.
Robbe in strauch
Obwohl es ca. 10°C Grad waren, habe ich die Zähne zusammen gebissen und bin auf einen kleinen Ausflug ins Meer gegangen. Von dort konnte man dann auch schwimmende Robben im Meer beobachten. Die meisten hielten sich jedoch am Strand auf.
0134 Video
So langsam kam der Abend dann nach einem langen Tag wurde der Hunger auch größer und größer. Wir haben uns also wieder vom Robbenstrand auf zum nächsten Ziel gemacht. Dieser sollte von Pinguinen bewohnt sein und wie in Omaru sollten hier die Tiere nach einem langen Tag im Meer nach Hause kehren. Mit dem Abendessen im Gepäck haben wir uns dann auf zum nächsten Strand gemacht und uns in Position gebracht.
Wiederum war die Ausbeute nicht überragend. Die handvoll Pinguine die wir gesehen haben ließen sich auch nicht auf Kamera einfangen. Der anstrengende Marsch zu diesem Strand hat sich aber trotzdem gelohnt. Oben angekommen sind wir mit dafür mit einem fantastischen Blick belohnt worden.

Nach dem das Essen verspeist wurde und wir wieder gestärkt waren, haben wir dann nur noch unser Nachlager aufgeschlagen und uns auf Bett gefreut. Am nächsten Morgen ging es dann wieder früh weiter. Als verhaltenen Start ging es dann morgens zu einem Leuchtturm der an einer der typischen rauen Klippen Neuseelands gelegen war. Es war ein äußerst stiller Ort aber nicht weniger Schön als alle anderen.

Nach der Leuchtturmexpedition ging es dann an Wasserfällen vorbei
zu meinem favorisierten Ausflugsziel der Reise. Das erste was ich gemacht habe als ich in Neuseeland angekommen bin war ein Gang zu alternativen Reisebüros. Ich habe nämlich auf der Reise bis dahin eine kleine Passion für das etwas andere Reiseziel entdeckt. Da ich neben Chile in einem der südlichsten Länder der Welt war hatte ich den Traum von Neuseeland aus die Antarktis zu erkunden. Leute denen ich davon erzählt habe, haben total unterschiedlich reagiert. Die ersten zwei Reisebüros haben mir keine Auskunft geben können. Erst das dritte konnte mir konkrete Informationen geben. Jeder noch so kühne Plan konnte die finanzielle Unterstützung aber nicht hervorbringen. Mein Traum vom ewigen Eis liegt aber wohl noch nicht völlig auf diesem. Andere Reisen werden wohl sicher noch in Zukunft folgen.
Wie dem auch sei hat mich mein favorisierter Ausflugsort näher an die Antarktis gebracht als bisher. Dieser war nämlich der südlichste Punkt der Südinsel Neuseelands.

Ich habe mir gedacht wenn ich es schon so weit geschafft habe, dann werde ich das nächste Mal noch 4803 Km drauflegen und das Ziel erreichen. Wenn ich den folgenden Jahren nicht den Geist fürs außergewöhnliche verlorne habe werde ich es sicher im Augenwinkel behalten.
Jedoch war nicht nur der Ort außergewöhnlich, ein kleines Wetterspektakel hat sich dort auch abgespielt.

Wie man auf dem Bild sehen kann, konnte man dort aus der Ferne eine Schlechtwetterfront heranziehen sehen. Man konnte genau den Unterschied ausmachen wo es regnete und wo die Sonne das Wetter bestimmte. Das Regenwetter hat sich weiter und weiter ausgebreitet, glücklicherweise war der Weg zum Auto aber nicht weit.
Wir sind also wieder zurückgegangen, von diesem Augenblick aber werde ich mich auf meiner Reise nur noch nördlich reisen.
Der Tag ging auch schon wieder zu Ende und nach einer kurzen Nacht wollten wir in den dritten Tag starten. Da uns aber ein kleines Missgeschick passiert ist, hat sich die Abfahrtszeit etwas verschoben. Die Autoschlüssel wurden im Innenraum vergessen und die Türen waren zu.
Nach reiflichem Hin und Her überlegen haben wir uns dagegen entschieden professionelle Hilfe zu holen. Ein Nachbar hat es in filigranster Manier trotz schwerem Gerät wie Hammer und Eisenstange geschafft das Auto zu öffnen.
Unmengen an Geld wurden damit eingespart und die Reise konnte weiter gehen.
Nach kurzer Autofahrt sind wir dann an den letzten Strand unserer kleinen Rundreise gekommen.
An diesem konnten die typisch rauen Küstenabschnitte beobachtet werden. Bei unglaublicher Windstärke und klirrender Kälte haben wir es an diesem schönen Fleck Erde aber nicht lange ausgehalten.

Da wir noch 3 Stunden hatten bis wir das Auto wieder abgeben mussten, wollten wir uns einen anderen Weg wieder zurück in die Zivilisation suchen. Wir haben uns dann für eine kleine Seitenstraße entschieden die viel versprechend aussah. Nach einem Kilometer jedoch wurde die Piste immer kleiner und der Asphalt verwandelte sich in Sand.
Kaum abgeschreckt sind wir munter weitergefahren bis wir 10 Minuten später mit unserem Bonbongleichen Automobil stecken geblieben sind.

Mit vereinten deutsch-französischen Kräften haben wir uns wieder aus dem Schlamassel heraus manövriert.
In Invercargill angekommen haben wir das Auto trotz angeschlagener Konditionen ohne Komplikationen wieder abgegeben.
Vom Auto als auch von meinen Reisekollegen habe ich mich dann nach drei ereignisreichen Tagen verabschiedet.
Weiter ging es vom unspektakulären Invercargill nach Te Anau. Vorbei an rauen Küsten, Bergseen und den dazugehörigen Erhebungen.

In Te Anau angekommen, wurde sich in einem Hostel niedergelassen das nur einen Steinwurf vom anliegenden See entfernt war. Unglaublich oft kann man in Neuseeland sehen dass die Wolkendecke zweigeteilt ist, jedoch horizontal. Dazwischen sind dann die Gipfel der hohen Berge auszumachen.

Te Anau an sich ist jedoch auch eher ein Transitpunkt um die nicht weit entfernten Fjorde zu erreichen. Da es hier wieder nahezu nur vollkommen geplante „Kaffeefahrten“ gab wurde ich von meinem alternativen Reiseweg abgelenkt. Glücklicherweise ging dies nur einen Tag. Die Reise dahin dauert ca. 3 Stunden. Entlang der Strecke kann man wunderbare Bergketten und Landschaften sehen. Zum Beispiel spiegeln sich diese Berge hier traumhaft im anliegenden See.

Die ganzen Gewässer um die Gletscher werden meist von dem Schmelzwasser gespeist. Diese Gewässer sind daher so klar dass man sie gedankenlos trinken kann. Aus einem nahe liegenden Fluss habe ich dort wohl das bis jetzt beste Wasser getrunken was ich je probiert habe. So klar und natürlich, einfach gut.
Weiter haben wir uns dann dem Fjord genähert und sind dann auf eine Bergkette gestoßen die nur durch einen Tunnel zu passieren ist.

Dieser einspurige Tunnel wurde extra angelegt um die Fjorde der Westküste Neuseelands zu erreichen.
Nach weiteren 30 Minuten Fahrzeit sind wir dann am „Miltford Sound“ angekommen. Dort wartete schon, wie es sich bei einer anständigen „Kaffeefahrt“ gehört, das parat stehende Schiff um den Fjord zu beschippern.

Der Fjord war natürlich unglaublich schön. Die steilen Klippen und das klare Wasser das von der tasmanischen See hineinfließt ergaben ein traumhaftes Bild. Sogar Delphine konnte man hier bestaunen.

Neben dem Wasser vom Ozean fließen aus unzählige kleine Bäche in den „Sound“.
Einen kann man dabei jedoch nicht mehr nur als kleinen Rinnsal bezeichnen. Der Zufluss fließt aus ca. 200 Metern in das Gewässer und ist ein imposanter Wasserfall.

Das kühle Nass knallt mit höchster Geschwindigkeit auf das Wasser und es entstehen dadurch wunderschöne Muster.

Nach dem der Ausflug auf Wasser zu Ende ging, wurden wir etwas nördlicher in Queenstown wieder herausgelassen. Queenstown liegt wie viele Städte Neuseelands wunderbar an einem See. Diese kleine Stadt ist jedoch weniger für seine tolle Lage als eher für seinen Adrenalin-suchenden Tourismus bekannt. Das pulsierende Nachtleben ein Fallschirm oder Bungeesprung steht hier normalerweise auf der Tagesordnung des Queenstownbesuchers. Nachdem ich dort einen Tag verbracht habe wusste ich dass ich hier nicht das finde nachdem ich Suche. Ich habe mich also schnell wieder aufgemacht. Glücklicherweise habe ich auf der Mildford Sound-Tour zwei Waliser aus Cardiff kennen gelernt die mich weiter mit in den Norden der Nation genommen haben.
In Franz Josef, so der Name des Ortes, angekommen gab es einen der bekanntesten Gletscher Neuseelands zu betrachten. In dem kleinen Ort haben mich dann jedoch die letzten zwei Wochen ohne anständige Regen und Winterausrüstung eingeholt. Da es in Japan und Australien hauptsächlich warm war, war das Wetter in Neuseeland definitiv ein großer Unterscheid. Einen Tag war ich also ans Bettgefesselt und konnte somit den schönen Gletscher nicht erklimmen.
Die nächsten Tage war es dann von den Seiten des Veranstalters nicht mehr möglich, glücklicherweise ist einem als Deutscher das Phänomen eines Gletschers nicht so unbekannt und es schmerzte nicht allzu sehr dies auszulassen. Das Dorf lag am Fuße des Gletschers und von dort konnte man diesen auch erkennen.

Nach dem kleinen Abstecher ins Hochgebirge, wurde der Daumen wieder eingesetzt um weiter nördlich zu reisen.
Nach nur 10 Minuten hat ein kleiner Campingbus angehalten mit zwei amüsanten Weggefährten.

Nick und David zwei Freunde aus Australien und Neuseeland reisten zusammen durch Neuseeland und haben mich gerne mitgenommen. Nick war Comedian aus Melbourne. Somit war für Unterhaltung auf der Reise gesorgt. Mein Ziel für den Tag war Greymouth. Die beiden haben mir dann noch viel von der Gegend gezeigt. Vorbei ging es an wunderbaren Seen und Naturschauspielen die hier leider nicht alle erwähnt werden können.

Auf dem Weg weiter nördlich konnte man bestens Neuseelands teilweise andere Infrastruktur belächeln.
Mein Favorit dabei war diese Brücke.

Eine Brücke wird hier von beiden Fahrrichtungen als auch vom Zugverkehr geteilt. Dass es da nicht zu unzähligen Unfällen kommt ist wohl eins der letzten ungeklärten Rätsel.
Die ersten zwei Wochen sind nun um und die Halbzeit in Neuseeland wurde eingeläutet.
Bald werde ich dann von den nächsten zwei Wochen aus dem Norden des schönen Landes berichten.
Ich wünsche euch alles Gute
dein/euer
Kevin
Christchurch ist, wie der Name schon vermuten lässt, benannt nach einer christlichen Kirche.
Diese stellt auch das Zentrum der Stadt dar.

Christchurch hatte meiner Meinung nach nicht sonderlich viel zu entdecken. Ich habe dort also nur 2 Tage verbracht um in den neuseeländischen Flair einzutauchen. Lange hat dies aber nicht gedauert da die Unterscheide zum großen Bruder Australien nicht sonderlich groß sind.
Hoch motiviert und gut gelaunt ging es dann an den Start.

Busunternehmen die einen durch das ganze Land fahren sind in Neuseeland eine beliebte Art zu reisen. Da ich aber die letzte 3 Tages Tour durch das australische Outback schon nicht wirklich genossen habe, wusste ich dass ich dies keinen Monat durch stehen werde.
Ich habe mich also dann doch lieber entschieden das altbewährte Trampen weiterzuführen. Im Nachhinein ärgere ich mich dass ich auch nur drüber nachgedacht habe anders zu reisen.
In Christchurch ging es also los und das erste Ziel hieß Timaru. Viele neuseeländische Städte haben immer noch Namen in der Sprache der Maori.
Die Maori stellen die Ureinwohner Neuseelands dar. Im Vergleich zu den Aboriginies sind diese in ihrem Heimatland sehr viel besser integriert. Man könnte es als Paradebeispiel gelungener Integration bezeichnen. So etwas findet man ja weltweit nur selten. Auf der Karte auf der ihr meine Rundreise verfolgen könnt, sind auch beide Namen zu sehen.

Zu erst ging es also von Christchurch aus nach Timaru. Das kleine Örtchen an der neuseeländischen Ostküste ist schön in einer Bucht gelegen.

An der Spitze der Bucht habe ich dann auch mein Zelt aufgeschlagen. Bis zu diesem wunderbaren Sonnenuntergang habe ich dann das ein oder andere Buch gelesen und meine grobe Route durch Neuseeland geplant.

Nachdem viele Informationen über Neuseeland eingeholt worden sind, hat sich herausgestellt dass doch der Interessanteste Part die Westküste ist. Demnach bin ich morgens weiter die Ostküste herunter bis ich im kleinen Örtchen Omaru angekommen bin. Diese Stadt war schon ein wenig Unterhaltsamer als der kleine Gegenpart etwas weiter nördlich.
In Omaru angekommen wurde die Stadt gleich erkundet. Im Zentrum angekommen hat mich eine Sache zum nachdenken gebracht. Mein Plan stand zwar das Land mit den Neuseeländern in ihrem Auto zu durchqueren. Dann habe ich jedoch folgendes entdeckt und meinen Plan ändern wollen. Die Lust am Radfahren ist wieder in mir hochgekommen und ich wollte mit diesem Drahtesel gleich weiter gen Süden fahren.

Da es jedoch ein Ausstellungsstück des Museums war, ist mein Traum dahin geschmolzen.
Das Museum war allerdings im Vergleich zur Größe der Stadt gar nicht schlecht.
Sowohl eine historische Ecke als auch eine modernen Part gab es hier zu bestaunen.
Eine Skulptur aus mehreren Gesichtern hat mir besonders gut gefallen.

Omaru selber ist bekannt für seine Pinguinkolonie. Die kleinen Pinguine leben hier an der Südostküste Neuseelands und kommen abends gegen 18h nach dem fischen wieder nach Hause.
Das Fotografieren war dort in der Kolonie nicht erlaubt da der Blitz die Pinguine so sehr irritieren kann dass sie nicht mehr nach Hause finden. In zwei Stunden Beobachtungszeit haben wir leider nur 5 Pinguine sehen können. Laut den Betreibern des Habitates war es die wohl geringste Ausbeute an zurückkehrenden Pinguinen seit Jahren. Viele sind an diesem Abend nicht gekommen da scheinbar das Fischen äußerst gut war. Zwei Pinguine konnte ich jedoch für ein einfangen:

Hier in Omeru gilt scheinbar „Pinguin vor rechts“. Die ganze Stadt ist stolz auf die kleinen Mitbewohner.
Am nächsten Tag ging es dann mit einem Schotten der hier in Neuseeland als Saisonarbeiter Schafe schert. Von zu Hause hat er die Erfahrung mitgebracht und kann in Neuseeland unglaublich viel arbeiten. Man hört Proportionen dass auf einen Neuseeländer 6-8 Schafe kommen. Bei 4 Millionen „Kiwi’s“ (wie die Neuseeländer genannt werden) kann man sich vorstellen wie viel mein schottischer Freund da zu tun hat.
Weiter ging es dann zusammen nach Dunedin. Eigentlich wollte er viel weiter in den Süden fahren. Da ich ihm aber erzählt habe dass ich in Dunedin bleiben will hat er sich entschlossen dort auch eine Nacht zu bleiben.
In der zweit größten Stadt der Südinsel angekommen habe ich in einem Restaurant etwas Verwirrendes gefunden.
Neuseeland ist mit den kleinen Pazifikinseln das Land das die ersten Sonnenstrahlen des neuen Tages mitbekommt. 12 Stunden vor Mitteleuropäischer Zeit und im Süden der südlichen Hemisphäre kann man wohl für deutsche Begriffe nur kaum noch weiter weg sein. Dass es genau auf der anderen Seite der Welt in Deutschland nicht all zu schlechtes Bier gibt, hat sich bis hierher herumgesprochen.

In Dunedin habe ich nach dem erkunden der Stadt drei Franzosen kennen gelernt die in Neuseeland studierten.
Da der erste seinen Führerschein verloren hat, der zweite ihn vergas und der dritte keinen hatte waren die drei ziemlich aufgeschmissen. Sie wollten den südlichsten Nationalpark „The Catlins“ mit dem Auto erkunden konnten aber nicht dort hinkommen. Da solch ein Ausflug ganz gut in meinen Plan gepasst hat, haben wir uns zusammen an die Organisation gesetzt und einen dreitages-Trip geplant. Das Auto wurde nächsten morgen gemietet und ich saß ab dann hinterm Steuer um den wunderschönen Süden zu erkunden.
Das erste Ziel war nur eine halbe Stunde von Dunedin entfernt und hieß „Lamach Castle“.
Das kleine Schloss ist das einzige in ganz Neuseeland und liegt idyllisch auf einem Berg. Ein Schotte der nach Neuseeland ausgewandert ist hat dieses für seine Herzdame im Süden der Insel errichtet. Genau wie die Kirche in Christchurch ist das Schloss im Vergleich zu europäischen Bauten nicht sehr außergewöhnlich.

Durch kleine Täler und über viele grüne Hügel sind wir durch wunderbare Szenarien zur Küste gefahren. An diesem speziellen Ort konnten wunderbar Albatrosse beobachtet werden. Diese eindrucksvollen Vögel können eine Spannweite von 3 Metern erreichen und sind damit die größten Vögel der Welt. Leider sehen sie auf dem Bild nicht anders aus als gewöhnliche Möwen. In Natura sieht man den Unterschied aber deutlich.

Der dritte Ausflugspunkt an diesem abwechselungsreichen Tag war ein äußerst abgelegener Strand zu dem man 1 Stunde fahren musste und dann noch mal einen Fußmarsch von 45 Minuten folgen lassen musste.
Nach dieser epischen Reise ist man aber mit Blick über einen Strand belohnt worden der den Lebensraum von wilden Robben darstellte. An diese konnte man dann sogar nah heran kommen.
Robbe in strauch
Obwohl es ca. 10°C Grad waren, habe ich die Zähne zusammen gebissen und bin auf einen kleinen Ausflug ins Meer gegangen. Von dort konnte man dann auch schwimmende Robben im Meer beobachten. Die meisten hielten sich jedoch am Strand auf.
0134 Video
So langsam kam der Abend dann nach einem langen Tag wurde der Hunger auch größer und größer. Wir haben uns also wieder vom Robbenstrand auf zum nächsten Ziel gemacht. Dieser sollte von Pinguinen bewohnt sein und wie in Omaru sollten hier die Tiere nach einem langen Tag im Meer nach Hause kehren. Mit dem Abendessen im Gepäck haben wir uns dann auf zum nächsten Strand gemacht und uns in Position gebracht.
Wiederum war die Ausbeute nicht überragend. Die handvoll Pinguine die wir gesehen haben ließen sich auch nicht auf Kamera einfangen. Der anstrengende Marsch zu diesem Strand hat sich aber trotzdem gelohnt. Oben angekommen sind wir mit dafür mit einem fantastischen Blick belohnt worden.

Nach dem das Essen verspeist wurde und wir wieder gestärkt waren, haben wir dann nur noch unser Nachlager aufgeschlagen und uns auf Bett gefreut. Am nächsten Morgen ging es dann wieder früh weiter. Als verhaltenen Start ging es dann morgens zu einem Leuchtturm der an einer der typischen rauen Klippen Neuseelands gelegen war. Es war ein äußerst stiller Ort aber nicht weniger Schön als alle anderen.

Nach der Leuchtturmexpedition ging es dann an Wasserfällen vorbei
zu meinem favorisierten Ausflugsziel der Reise. Das erste was ich gemacht habe als ich in Neuseeland angekommen bin war ein Gang zu alternativen Reisebüros. Ich habe nämlich auf der Reise bis dahin eine kleine Passion für das etwas andere Reiseziel entdeckt. Da ich neben Chile in einem der südlichsten Länder der Welt war hatte ich den Traum von Neuseeland aus die Antarktis zu erkunden. Leute denen ich davon erzählt habe, haben total unterschiedlich reagiert. Die ersten zwei Reisebüros haben mir keine Auskunft geben können. Erst das dritte konnte mir konkrete Informationen geben. Jeder noch so kühne Plan konnte die finanzielle Unterstützung aber nicht hervorbringen. Mein Traum vom ewigen Eis liegt aber wohl noch nicht völlig auf diesem. Andere Reisen werden wohl sicher noch in Zukunft folgen.
Wie dem auch sei hat mich mein favorisierter Ausflugsort näher an die Antarktis gebracht als bisher. Dieser war nämlich der südlichste Punkt der Südinsel Neuseelands.

Ich habe mir gedacht wenn ich es schon so weit geschafft habe, dann werde ich das nächste Mal noch 4803 Km drauflegen und das Ziel erreichen. Wenn ich den folgenden Jahren nicht den Geist fürs außergewöhnliche verlorne habe werde ich es sicher im Augenwinkel behalten.
Jedoch war nicht nur der Ort außergewöhnlich, ein kleines Wetterspektakel hat sich dort auch abgespielt.

Wie man auf dem Bild sehen kann, konnte man dort aus der Ferne eine Schlechtwetterfront heranziehen sehen. Man konnte genau den Unterschied ausmachen wo es regnete und wo die Sonne das Wetter bestimmte. Das Regenwetter hat sich weiter und weiter ausgebreitet, glücklicherweise war der Weg zum Auto aber nicht weit.
Wir sind also wieder zurückgegangen, von diesem Augenblick aber werde ich mich auf meiner Reise nur noch nördlich reisen.
Der Tag ging auch schon wieder zu Ende und nach einer kurzen Nacht wollten wir in den dritten Tag starten. Da uns aber ein kleines Missgeschick passiert ist, hat sich die Abfahrtszeit etwas verschoben. Die Autoschlüssel wurden im Innenraum vergessen und die Türen waren zu.
Nach reiflichem Hin und Her überlegen haben wir uns dagegen entschieden professionelle Hilfe zu holen. Ein Nachbar hat es in filigranster Manier trotz schwerem Gerät wie Hammer und Eisenstange geschafft das Auto zu öffnen.
Unmengen an Geld wurden damit eingespart und die Reise konnte weiter gehen.
Nach kurzer Autofahrt sind wir dann an den letzten Strand unserer kleinen Rundreise gekommen.
An diesem konnten die typisch rauen Küstenabschnitte beobachtet werden. Bei unglaublicher Windstärke und klirrender Kälte haben wir es an diesem schönen Fleck Erde aber nicht lange ausgehalten.

Da wir noch 3 Stunden hatten bis wir das Auto wieder abgeben mussten, wollten wir uns einen anderen Weg wieder zurück in die Zivilisation suchen. Wir haben uns dann für eine kleine Seitenstraße entschieden die viel versprechend aussah. Nach einem Kilometer jedoch wurde die Piste immer kleiner und der Asphalt verwandelte sich in Sand.
Kaum abgeschreckt sind wir munter weitergefahren bis wir 10 Minuten später mit unserem Bonbongleichen Automobil stecken geblieben sind.

Mit vereinten deutsch-französischen Kräften haben wir uns wieder aus dem Schlamassel heraus manövriert.
In Invercargill angekommen haben wir das Auto trotz angeschlagener Konditionen ohne Komplikationen wieder abgegeben.
Vom Auto als auch von meinen Reisekollegen habe ich mich dann nach drei ereignisreichen Tagen verabschiedet.
Weiter ging es vom unspektakulären Invercargill nach Te Anau. Vorbei an rauen Küsten, Bergseen und den dazugehörigen Erhebungen.

In Te Anau angekommen, wurde sich in einem Hostel niedergelassen das nur einen Steinwurf vom anliegenden See entfernt war. Unglaublich oft kann man in Neuseeland sehen dass die Wolkendecke zweigeteilt ist, jedoch horizontal. Dazwischen sind dann die Gipfel der hohen Berge auszumachen.

Te Anau an sich ist jedoch auch eher ein Transitpunkt um die nicht weit entfernten Fjorde zu erreichen. Da es hier wieder nahezu nur vollkommen geplante „Kaffeefahrten“ gab wurde ich von meinem alternativen Reiseweg abgelenkt. Glücklicherweise ging dies nur einen Tag. Die Reise dahin dauert ca. 3 Stunden. Entlang der Strecke kann man wunderbare Bergketten und Landschaften sehen. Zum Beispiel spiegeln sich diese Berge hier traumhaft im anliegenden See.

Die ganzen Gewässer um die Gletscher werden meist von dem Schmelzwasser gespeist. Diese Gewässer sind daher so klar dass man sie gedankenlos trinken kann. Aus einem nahe liegenden Fluss habe ich dort wohl das bis jetzt beste Wasser getrunken was ich je probiert habe. So klar und natürlich, einfach gut.
Weiter haben wir uns dann dem Fjord genähert und sind dann auf eine Bergkette gestoßen die nur durch einen Tunnel zu passieren ist.

Dieser einspurige Tunnel wurde extra angelegt um die Fjorde der Westküste Neuseelands zu erreichen.
Nach weiteren 30 Minuten Fahrzeit sind wir dann am „Miltford Sound“ angekommen. Dort wartete schon, wie es sich bei einer anständigen „Kaffeefahrt“ gehört, das parat stehende Schiff um den Fjord zu beschippern.

Der Fjord war natürlich unglaublich schön. Die steilen Klippen und das klare Wasser das von der tasmanischen See hineinfließt ergaben ein traumhaftes Bild. Sogar Delphine konnte man hier bestaunen.

Neben dem Wasser vom Ozean fließen aus unzählige kleine Bäche in den „Sound“.
Einen kann man dabei jedoch nicht mehr nur als kleinen Rinnsal bezeichnen. Der Zufluss fließt aus ca. 200 Metern in das Gewässer und ist ein imposanter Wasserfall.

Das kühle Nass knallt mit höchster Geschwindigkeit auf das Wasser und es entstehen dadurch wunderschöne Muster.

Nach dem der Ausflug auf Wasser zu Ende ging, wurden wir etwas nördlicher in Queenstown wieder herausgelassen. Queenstown liegt wie viele Städte Neuseelands wunderbar an einem See. Diese kleine Stadt ist jedoch weniger für seine tolle Lage als eher für seinen Adrenalin-suchenden Tourismus bekannt. Das pulsierende Nachtleben ein Fallschirm oder Bungeesprung steht hier normalerweise auf der Tagesordnung des Queenstownbesuchers. Nachdem ich dort einen Tag verbracht habe wusste ich dass ich hier nicht das finde nachdem ich Suche. Ich habe mich also schnell wieder aufgemacht. Glücklicherweise habe ich auf der Mildford Sound-Tour zwei Waliser aus Cardiff kennen gelernt die mich weiter mit in den Norden der Nation genommen haben.
In Franz Josef, so der Name des Ortes, angekommen gab es einen der bekanntesten Gletscher Neuseelands zu betrachten. In dem kleinen Ort haben mich dann jedoch die letzten zwei Wochen ohne anständige Regen und Winterausrüstung eingeholt. Da es in Japan und Australien hauptsächlich warm war, war das Wetter in Neuseeland definitiv ein großer Unterscheid. Einen Tag war ich also ans Bettgefesselt und konnte somit den schönen Gletscher nicht erklimmen.
Die nächsten Tage war es dann von den Seiten des Veranstalters nicht mehr möglich, glücklicherweise ist einem als Deutscher das Phänomen eines Gletschers nicht so unbekannt und es schmerzte nicht allzu sehr dies auszulassen. Das Dorf lag am Fuße des Gletschers und von dort konnte man diesen auch erkennen.

Nach dem kleinen Abstecher ins Hochgebirge, wurde der Daumen wieder eingesetzt um weiter nördlich zu reisen.
Nach nur 10 Minuten hat ein kleiner Campingbus angehalten mit zwei amüsanten Weggefährten.

Nick und David zwei Freunde aus Australien und Neuseeland reisten zusammen durch Neuseeland und haben mich gerne mitgenommen. Nick war Comedian aus Melbourne. Somit war für Unterhaltung auf der Reise gesorgt. Mein Ziel für den Tag war Greymouth. Die beiden haben mir dann noch viel von der Gegend gezeigt. Vorbei ging es an wunderbaren Seen und Naturschauspielen die hier leider nicht alle erwähnt werden können.

Auf dem Weg weiter nördlich konnte man bestens Neuseelands teilweise andere Infrastruktur belächeln.
Mein Favorit dabei war diese Brücke.

Eine Brücke wird hier von beiden Fahrrichtungen als auch vom Zugverkehr geteilt. Dass es da nicht zu unzähligen Unfällen kommt ist wohl eins der letzten ungeklärten Rätsel.
Die ersten zwei Wochen sind nun um und die Halbzeit in Neuseeland wurde eingeläutet.
Bald werde ich dann von den nächsten zwei Wochen aus dem Norden des schönen Landes berichten.
Ich wünsche euch alles Gute
dein/euer
Kevin
Permalink (0 Kommentare) Kommentieren
Kunst und andere Formen geistiger Erhellung
Donnerstag, 7. Mai 2009, 14:21
Von dem Trip durch Zentralaustralien zurück im großen Sydney angekommen wurde erstmal ein altbekannter Freund getroffen.
Der aufmerksame Leser kennt sicher noch meinen Freund Marko mit dem ich Ostküste Australiens heruntergesegelt bin, das Tramprennen von Brisbane nach Sydney gemacht habe und ein fantastisches Sylvester verbracht habe.
Nach vergleichsweise langer Zeit haben wir uns dann nun in seiner temporären Wahlheimat wieder getroffen und die letzte Woche zusammen verbracht.
Da ich ja zuvor schon einen Monat in Sydney gelebt und gearbeitet habe, hat sich das Entertainmentprogramm weniger auf neue Highlights konzentriert. Das heißt aber natürlich nicht dass ich nichts erlebt habe. Ganz im Gegenteil. Freunde wurden wieder getroffen und schon bekannte Sachen noch genauer unter die Lupe genommen.
Zuerst ging es mit allen WG-Bewohnern und anderen Freunden auf einen Wochenend-campingtrip. Der Ort hieß Brooklyn, erinnert aber nur vom Namen an sein Amerikanisches Ponton. Idyllisch liegt der kleine Ort, der zwar eine Stunde außerhalb Sydneys liegt aber immer noch dazu zählt, an einem Fluss. Sydney zählt Flächenmäßig mit Tokio, Los Angeles und Auckland zu den vier größten Städten der Welt.

Der Campingausflug wurde mit Angeln, Schwimmen und weiteren Outdooraktivitäten aufgepeppt. Das interessanteste an dem Ausflug war jedoch eine Bekanntschaft die wir gemacht haben. Abends stellte sich heraus dass der Naturcampingplatz ein Geheimtipp für Obdachlose sei. Dort haben wir dann die Bekanntschaft mit Norbert gemacht. Er hat alles in Deutschlands Westen verloren und dann entschieden auf ein Flugticket nach Australien zusparen um dort das Leben eines Wandermanns weiterzuführen. Irgendwo zwischen Absurdität und Gerissenheit hat er ein Bild hinterlassen.
Der Kurzausflug ins Grüne war dann auch schon wieder vorbei und der Weg in die Metropole wurde wieder angegriffen.
Dort habe ich mich dann ein letztes Mal mit einer Arbeitskollegin vom letzten Sydney Aufenthalt getroffen. Da es mein Wunsch war das Sydney Opera House noch mal zusehen, sind wir in Richtung Hafen gelaufen. Da sie aus Sydney kommt und die Stadt wie ihre Westentasche kennt war sie nicht so aufgeregt wie ich, es sollte sich aber noch auszahlen.
Das Opera House in Sydney hat mich jedes Mal fest in seinem Bann wenn ich davor stehe. Es ist meiner Meinung nach unglaublich beeindruckend. Als wir nach dem Spatziergang durch die Stadt am Wasser und natürlich der Oper angekommen sind, hat sich herausgestellt dass dort grade ein Konzert stattfindet. Ich habe mir gedacht als neuer Fan des tollen Gebäudes muss man es ja auch mal von innen gesehen haben.
Merkwürdigerweise standen alle Eingangstüren sperrangelweit offen und kein Mitarbeiter der Oper konnte uns Informationen über den Verkauf von Tickets geben. Nach ausgiebiger aber leider erfolgloser Suche haben wir uns dann in der Oper wieder gefunden. Dort wurde grade eine Interpretation Beethovens, Haydns und Béla Bartóks vorgeführt.

Das Konzert haben wir dann zusammen genossen und ich kann den Besuch im Opera House von Sydney auch von der „to do Liste“ streichen. Man muss sagen dass die Akustik unglaublich ist und sich ein Besuch wirklich auszahlt.
Die letzte Woche in Sydney zog sich also weiter ins Land und die letzten Organisationen für Neuseeland wurden getroffen. Ein Highlight habe ich mir jedoch für den letzten Tag aufbewahrt.
Als ich meine Reise durch die Weltgeschichte angetreten habe, stand mir der Kopf weniger nach Museen im altmodischen „Leinwand-Stil“. Ich habe es für banal gehalten sich extrem auf historische Kunst und seine Geschichte zu konzentrieren. Als liberaler Mensch der versucht Vorurteile möglichst zu meiden und seine Mitmenschen zu verstehen habe ich mich dann mal etwas genauer damit befasst und eine neue tolle Welt kennen gelernt. In welche Stadt ich auch komme lasse ich kaum ein Museum aus. Am schwersten sind jedoch zeitgenössische Museen zu finden. Dies hat mich bei all der Vielfältigkeit doch am meisten fasziniert.
Das “Museum for Contemporary Arts” in Sydney sollte also mein Tagesprogramm sein.
Gegen Vormittag bin ich dann am Museum angekommen und hatte mir vorgenommen mir Zeit zulassen. Langsam habe ich mir das erste von drei Stockwerken angeguckt. Amüsante, unglaublich kreative, provokante und erstaunende Ausstellungsstücke habe ich alleine auf dem ersten Level sehen können.

Die Hauptattraktion wartete jedoch auf dem dritten Stock. Eine Japanerin dessen Name „Yayoi Kusama“ ich schon in Japan aufgeschnappt hatte stellte in Sydney aus. Kusama wird zu den bedeutendsten japanischen Künstlern gezählt. Ich bin also weiter durch das Museum geschlendert bis ich schließlich in der verrückt-bunten Welt der Yayoi Kusama angekommen war. Ich habe ein Paar ihrer Ausstellungsstücke bewundert bis ich dann endlich zum Highlight der Ausstellung kam.
Dies war ein Raum der innen völlig verspiegelt war. In diesem hingen kleine Glühbirnchen von der Decke die ihre bekannten “Polka Dots“ aufgreifen. Außerdem sind im Boden elektronische Leuchtelemente eingebaut. Die ganze Installation ist darauf ausgelegt einem durch die gespiegelten Lichteffekte ein interessantes Gefühl zu verleihen.
Als ich nun also an meinem letzten Tag in Sydney dort angekommen war und grade dabei war in den Raum einzutreten ist etwas so unwahrscheinliches passiert. Ich habe zwar keine Statistik erstellt aber wenn würde sie wohl mit eins zu mehreren Millionen gegen diesen Fall sprechen. Es gab in ganz Sydney einen kompletten Stromausfall. Dass genau dieses Ausstellungsstück genau auf das Lebenselexier einer Großstadt angewiesen war, war wohl der dümmste Zufall der nur passieren konnte. Nachdem das Museumspersonal die Evakuation des Museums eingeleitet hat habe ich von einem Mitarbeiter erfahren dass in all seinen 13 Jahren Dienstzeit so etwas noch nie passiert sei.

Das Personal wollte uns dann mit den Worten aufmuntern dass sie morgen ja auch auf hätten. Da mein Flieger am nächsten Tag jedoch um 8 Uhr morgens ging waren alle Hoffnungen dahin. Ich habe mich dann entschieden diesen Vorfall positiv zu betrachten. Ich nenne mich nun einen Gast der an einem der besondersten Tage in 13 Jahren Museumsgeschichte dort anwesend war. Außerdem hat das nur noch mein Reiz an zeitgenössischen Museen gesteigert. Denn das was man ja nicht so direkt bekommt, reizt einen nachher noch mehr. Quasi wie das Kind das von den Eltern hört dass es nicht rauchen darf. Das funktioniert scheinbar auch im positiven Sinne.
Auf dem Weg nach Hause war dann in Sydney „Land unter“. Eine unglaubliche Anzahl von Menschen ist hilflos durch die Gegend gelaufen und wusste nicht was los war.

Es war amüsant zu beobachten wie die so zivilisierte Menschheit ohne Storm funktioniert. Menschen liefen durch einander und alle Geschäfte haben im Handumdrehen geschlossen. Keiner wusste genau was los war und wenn es nur ein Stromausfall war wusste keiner warum es passierte. Ich wollte dann die Situation der aufgebrachten Menge nutzen um das Gerücht der Apokalypse zu verbreiten und mit dem Handel von Seelen und weiteren nützlichen Gegenständen meine Reisekasse aufzubessern. Leider konnte ich in dem Getummel keinen Interessierten finden. Ein wenig enttäuscht aber doch amüsiert bin ich zurück nach Hause gefahren. Nach dem ich Marko die Story erzählt habe, hat sich herausgestellt dass eine seiner Zimmerwände mit abwaschbarer Wandfarbe gestrichen hatte.
Ich habe mir ein Stück Kreide geschnappt und dann meine eigenes zeitgenössisches Museum in seinem Zimmer eröffnet. Es hatte zwar nur 3 Exponate aber immer besser als nichts.
Mein erstes „Meisterwerk“ kann man hier betrachten.

Bei übermäßigem Interesse nach mehr irrer Kunst kann man mich unter worldtrip@live.com stets erreichen.
Das Museum musste zwar leider nach dem ersten Tag wieder geschlossen werden weil der Zimmerbesitzer schlafen wollte. Unverschämtheit!
Der letzte Tag in Sydney ging also noch abendteuerreich und amüsant zu Ende. Man könnte diese letzte Woche glatt als Blaupause für die vergangenen 4 ½ Monate in Downunder verwenden. Die lange Zeit im Land des Kängurus neigte sich dann also dem Ende zu.
Die Zeit war ohne Zweifel wieder eine tolle Schule. Ich habe wieder viel über Land, Leute und Kultur aber viel wichtiger über mich und das Leben gelernt.
Australien war zwar eine wunderbare Zeit jedoch ist die tiefe dieser „irren und neuen Erfahrungen“ gering. Ich würde nicht sagen dass ich bis jetzt irgendwo einen Kulturschock erlitten habe aber ich vergleiche gerne die ersten 2 Minuten in Downunder mit denen in Japan.
Als ich in Tokio aus dem Flugzeug gestiegen bin, habe ich in binnen 120 Sekunden ca. 50 Dinge entdeckt die entweder lustig, komisch, irre, sehr anders oder unverständlich waren.
In den ersten 2 australischen Minuten waren es vielleicht 5. Ich will das Land nicht schlecht reden, ich möchte nur sagen dass die Welt dort unten nicht grundlegend anders tickt als in Deutschland.
Trotz alledem habe ich viele, viele tolle und einen unglaublichen Menschen kennen gelernt. Habe viel gesehen und gelernt. Freue mich nun aber auf Neuseeland und irre Landschaften.
Ich verabschiede mich dann wieder von den werten Zulesern mit einem anständigen
G’day Mate!
Bis bald
Dein/euer
Kevin
Der aufmerksame Leser kennt sicher noch meinen Freund Marko mit dem ich Ostküste Australiens heruntergesegelt bin, das Tramprennen von Brisbane nach Sydney gemacht habe und ein fantastisches Sylvester verbracht habe.
Nach vergleichsweise langer Zeit haben wir uns dann nun in seiner temporären Wahlheimat wieder getroffen und die letzte Woche zusammen verbracht.
Da ich ja zuvor schon einen Monat in Sydney gelebt und gearbeitet habe, hat sich das Entertainmentprogramm weniger auf neue Highlights konzentriert. Das heißt aber natürlich nicht dass ich nichts erlebt habe. Ganz im Gegenteil. Freunde wurden wieder getroffen und schon bekannte Sachen noch genauer unter die Lupe genommen.
Zuerst ging es mit allen WG-Bewohnern und anderen Freunden auf einen Wochenend-campingtrip. Der Ort hieß Brooklyn, erinnert aber nur vom Namen an sein Amerikanisches Ponton. Idyllisch liegt der kleine Ort, der zwar eine Stunde außerhalb Sydneys liegt aber immer noch dazu zählt, an einem Fluss. Sydney zählt Flächenmäßig mit Tokio, Los Angeles und Auckland zu den vier größten Städten der Welt.

Der Campingausflug wurde mit Angeln, Schwimmen und weiteren Outdooraktivitäten aufgepeppt. Das interessanteste an dem Ausflug war jedoch eine Bekanntschaft die wir gemacht haben. Abends stellte sich heraus dass der Naturcampingplatz ein Geheimtipp für Obdachlose sei. Dort haben wir dann die Bekanntschaft mit Norbert gemacht. Er hat alles in Deutschlands Westen verloren und dann entschieden auf ein Flugticket nach Australien zusparen um dort das Leben eines Wandermanns weiterzuführen. Irgendwo zwischen Absurdität und Gerissenheit hat er ein Bild hinterlassen.
Der Kurzausflug ins Grüne war dann auch schon wieder vorbei und der Weg in die Metropole wurde wieder angegriffen.
Dort habe ich mich dann ein letztes Mal mit einer Arbeitskollegin vom letzten Sydney Aufenthalt getroffen. Da es mein Wunsch war das Sydney Opera House noch mal zusehen, sind wir in Richtung Hafen gelaufen. Da sie aus Sydney kommt und die Stadt wie ihre Westentasche kennt war sie nicht so aufgeregt wie ich, es sollte sich aber noch auszahlen.
Das Opera House in Sydney hat mich jedes Mal fest in seinem Bann wenn ich davor stehe. Es ist meiner Meinung nach unglaublich beeindruckend. Als wir nach dem Spatziergang durch die Stadt am Wasser und natürlich der Oper angekommen sind, hat sich herausgestellt dass dort grade ein Konzert stattfindet. Ich habe mir gedacht als neuer Fan des tollen Gebäudes muss man es ja auch mal von innen gesehen haben.
Merkwürdigerweise standen alle Eingangstüren sperrangelweit offen und kein Mitarbeiter der Oper konnte uns Informationen über den Verkauf von Tickets geben. Nach ausgiebiger aber leider erfolgloser Suche haben wir uns dann in der Oper wieder gefunden. Dort wurde grade eine Interpretation Beethovens, Haydns und Béla Bartóks vorgeführt.

Das Konzert haben wir dann zusammen genossen und ich kann den Besuch im Opera House von Sydney auch von der „to do Liste“ streichen. Man muss sagen dass die Akustik unglaublich ist und sich ein Besuch wirklich auszahlt.
Die letzte Woche in Sydney zog sich also weiter ins Land und die letzten Organisationen für Neuseeland wurden getroffen. Ein Highlight habe ich mir jedoch für den letzten Tag aufbewahrt.
Als ich meine Reise durch die Weltgeschichte angetreten habe, stand mir der Kopf weniger nach Museen im altmodischen „Leinwand-Stil“. Ich habe es für banal gehalten sich extrem auf historische Kunst und seine Geschichte zu konzentrieren. Als liberaler Mensch der versucht Vorurteile möglichst zu meiden und seine Mitmenschen zu verstehen habe ich mich dann mal etwas genauer damit befasst und eine neue tolle Welt kennen gelernt. In welche Stadt ich auch komme lasse ich kaum ein Museum aus. Am schwersten sind jedoch zeitgenössische Museen zu finden. Dies hat mich bei all der Vielfältigkeit doch am meisten fasziniert.
Das “Museum for Contemporary Arts” in Sydney sollte also mein Tagesprogramm sein.
Gegen Vormittag bin ich dann am Museum angekommen und hatte mir vorgenommen mir Zeit zulassen. Langsam habe ich mir das erste von drei Stockwerken angeguckt. Amüsante, unglaublich kreative, provokante und erstaunende Ausstellungsstücke habe ich alleine auf dem ersten Level sehen können.

Die Hauptattraktion wartete jedoch auf dem dritten Stock. Eine Japanerin dessen Name „Yayoi Kusama“ ich schon in Japan aufgeschnappt hatte stellte in Sydney aus. Kusama wird zu den bedeutendsten japanischen Künstlern gezählt. Ich bin also weiter durch das Museum geschlendert bis ich schließlich in der verrückt-bunten Welt der Yayoi Kusama angekommen war. Ich habe ein Paar ihrer Ausstellungsstücke bewundert bis ich dann endlich zum Highlight der Ausstellung kam.
Dies war ein Raum der innen völlig verspiegelt war. In diesem hingen kleine Glühbirnchen von der Decke die ihre bekannten “Polka Dots“ aufgreifen. Außerdem sind im Boden elektronische Leuchtelemente eingebaut. Die ganze Installation ist darauf ausgelegt einem durch die gespiegelten Lichteffekte ein interessantes Gefühl zu verleihen.
Als ich nun also an meinem letzten Tag in Sydney dort angekommen war und grade dabei war in den Raum einzutreten ist etwas so unwahrscheinliches passiert. Ich habe zwar keine Statistik erstellt aber wenn würde sie wohl mit eins zu mehreren Millionen gegen diesen Fall sprechen. Es gab in ganz Sydney einen kompletten Stromausfall. Dass genau dieses Ausstellungsstück genau auf das Lebenselexier einer Großstadt angewiesen war, war wohl der dümmste Zufall der nur passieren konnte. Nachdem das Museumspersonal die Evakuation des Museums eingeleitet hat habe ich von einem Mitarbeiter erfahren dass in all seinen 13 Jahren Dienstzeit so etwas noch nie passiert sei.

Das Personal wollte uns dann mit den Worten aufmuntern dass sie morgen ja auch auf hätten. Da mein Flieger am nächsten Tag jedoch um 8 Uhr morgens ging waren alle Hoffnungen dahin. Ich habe mich dann entschieden diesen Vorfall positiv zu betrachten. Ich nenne mich nun einen Gast der an einem der besondersten Tage in 13 Jahren Museumsgeschichte dort anwesend war. Außerdem hat das nur noch mein Reiz an zeitgenössischen Museen gesteigert. Denn das was man ja nicht so direkt bekommt, reizt einen nachher noch mehr. Quasi wie das Kind das von den Eltern hört dass es nicht rauchen darf. Das funktioniert scheinbar auch im positiven Sinne.
Auf dem Weg nach Hause war dann in Sydney „Land unter“. Eine unglaubliche Anzahl von Menschen ist hilflos durch die Gegend gelaufen und wusste nicht was los war.

Es war amüsant zu beobachten wie die so zivilisierte Menschheit ohne Storm funktioniert. Menschen liefen durch einander und alle Geschäfte haben im Handumdrehen geschlossen. Keiner wusste genau was los war und wenn es nur ein Stromausfall war wusste keiner warum es passierte. Ich wollte dann die Situation der aufgebrachten Menge nutzen um das Gerücht der Apokalypse zu verbreiten und mit dem Handel von Seelen und weiteren nützlichen Gegenständen meine Reisekasse aufzubessern. Leider konnte ich in dem Getummel keinen Interessierten finden. Ein wenig enttäuscht aber doch amüsiert bin ich zurück nach Hause gefahren. Nach dem ich Marko die Story erzählt habe, hat sich herausgestellt dass eine seiner Zimmerwände mit abwaschbarer Wandfarbe gestrichen hatte.
Ich habe mir ein Stück Kreide geschnappt und dann meine eigenes zeitgenössisches Museum in seinem Zimmer eröffnet. Es hatte zwar nur 3 Exponate aber immer besser als nichts.
Mein erstes „Meisterwerk“ kann man hier betrachten.

Bei übermäßigem Interesse nach mehr irrer Kunst kann man mich unter worldtrip@live.com stets erreichen.
Das Museum musste zwar leider nach dem ersten Tag wieder geschlossen werden weil der Zimmerbesitzer schlafen wollte. Unverschämtheit!
Der letzte Tag in Sydney ging also noch abendteuerreich und amüsant zu Ende. Man könnte diese letzte Woche glatt als Blaupause für die vergangenen 4 ½ Monate in Downunder verwenden. Die lange Zeit im Land des Kängurus neigte sich dann also dem Ende zu.
Die Zeit war ohne Zweifel wieder eine tolle Schule. Ich habe wieder viel über Land, Leute und Kultur aber viel wichtiger über mich und das Leben gelernt.
Australien war zwar eine wunderbare Zeit jedoch ist die tiefe dieser „irren und neuen Erfahrungen“ gering. Ich würde nicht sagen dass ich bis jetzt irgendwo einen Kulturschock erlitten habe aber ich vergleiche gerne die ersten 2 Minuten in Downunder mit denen in Japan.
Als ich in Tokio aus dem Flugzeug gestiegen bin, habe ich in binnen 120 Sekunden ca. 50 Dinge entdeckt die entweder lustig, komisch, irre, sehr anders oder unverständlich waren.
In den ersten 2 australischen Minuten waren es vielleicht 5. Ich will das Land nicht schlecht reden, ich möchte nur sagen dass die Welt dort unten nicht grundlegend anders tickt als in Deutschland.
Trotz alledem habe ich viele, viele tolle und einen unglaublichen Menschen kennen gelernt. Habe viel gesehen und gelernt. Freue mich nun aber auf Neuseeland und irre Landschaften.
Ich verabschiede mich dann wieder von den werten Zulesern mit einem anständigen
G’day Mate!
Bis bald
Dein/euer
Kevin
Permalink (0 Kommentare) Kommentieren
Outback Endeavour
Mittwoch, 6. Mai 2009, 09:08
Das nächste Ziel war also Adelaide. Wie schon im letzten Eintrag erwähnt, führte Michaels Schwester ein Stück im ca.600 Kilometer entfernten Adelaide auf. Da ich auf jeden fall nach Adelaide fahren musste um von dort aus das schon im Kopf geplante nächste Abendteuer auszuleben, drängte es mich auch dorthin.
Die Idee die mir da gekommen ist war Michaels Schwester während dem Theaterstück zu überraschen.
Michael, seine zweite Schwester und ich haben uns zusammen ins Auto gesetzt und sind die 600 Kilometer, wie das hier so üblich ist, an einem Stück durch gefahren. Wenn das gesamte Land soviel größer ist dann sind es scheinbar auch die Stunden die man ohne Probleme im Auto verbringen kann.
Nach ca. sieben Stunden Autofahrt sind wir dann 10 Minuten vor Beginn des Stücks angekommen. Die Tickets für die erste Reihe waren schon organisiert und das Stück konnte beginnen.
Als die schauspielernde jüngere Schwester auf die Bühne kam hat sie uns nach zirka 10 Minuten entdeckt aber unglaublich professionell reagiert und hat sich kaum etwas anmerken lassen.
Dass wir jedoch ein bisschen aus dem Konzept gebracht haben konnte sie dann doch nicht verbergen und die Freude im Nachhinein war riesig.
Nach der Show haben wir dann das gesamte Ensemble des John Lennon Stücks, welches sie aufgeführt haben, kennen gelernt. Das Stück hieß „In His Own Write“ und wurde von John Lennon und einem Freund geschrieben. Das Stück selbst ist geprägt von einer Kunstsprache die der Protagonist (John Lennon) selbst erfunden hat. Er versucht stets aus der eng geschnürten Welt voller Regeln der Gesellschaft und seinen Eltern zu entfliehen. Das Stück war sehr verrückt und nicht ganz einfach zu verstehen mir hat es allerdings gut gefallen. John Lennons Gedanken wurden durch die Schauspieler als Farben dargestellt (z.B. Orange)

Das Ensemble bestand komplett aus jungen Schauspielern in meinem Alter die alle aus der Gegend um Melbourne kamen. Nach dem Stück habe ich mich mit allen gut unterhalten und auch zufällig den Vater der Regisseurin getroffen. Nach dem ich ihm sagte dass ich zirka 5 Tage in Adelaide bleiben möchte hat er gesagt dass er den ganzen internationalen Flair toll findet und es erstaunend findet was junge Leute heutzutage auf die Beine stellen. Danach hat er mich eingeladen bei Ihnen im Haus mit dem ganzen Ensemble meine Zeit in Adelaide zu verbringen. Das habe ich natürlich dankend angenommen und der Grundstein für eine fantastische Zeit in der Hauptstadt „South Australias“ war gelegt.
Als Dankeschön für die Gastfreundschaft habe ich dann hinter den Kulissen bei allem geholfen wo ich gebraucht werden konnte. Dort habe ich festgestellt dass es in einem Theater echt diese wunderbaren Spiegel mit den 1000 Glühbirnen gibt.

Das Theaterstück wurde jeden Abend aufgeführt, jede noch so tolle künstlerische Arbeit rückt ein wenig in den Hintergrund wenn man es wieder und wieder sieht. Deshalb wurde am dritten Abend, nachdem ich nicht mehr gebraucht wurde Adelaide erkundet. Zufälligerweise war an diesem Abend ein großes Musikfestival in der Innenstadt Adelaides. Es hieß Future Musicfestival und war ein Event mit vielen internationalen Größen elektronischer Musik. Da das nicht direkt angesprochen hat, war ich nicht all zu sehr interessiert. Als ich jedoch durch die Stadt spazierte stellte sich heraus dass es scheinbar ein wirklich gewichtiges „Happening“ in der elektronischen Musikszene ist. Da man ja als stets als weltoffener Bürger durch die Strassen steht hat sich mein Interesse wecken lassen und ich bin zum Ticketschalter gegangen.
Nachdem ich in Erfahrung gebracht habe das ein Ticket A$130 kosten sollte habe ich kehrt gemacht. Soviel waren mir meine liberalen Pläne dann doch nicht wert.
In 100 Meter Entfernung habe ich dann verwundert auf den Boden geschaut und folgendes gefunden.

Lachend habe ich das Armband aufgehoben mir es um das Handgelenk geschnallt und bin nun eine Erfahrung in Richtung aktueller Musikkultur reicher.
Das Festival war relativ amüsant und voll gepackt mit Künstlern aus aller Welt. Scheinbar traten die bekanntesten DJs dort auf. Dinge von denen man keine Ahnung hat sind ja aber leider nur schwer zu bewundern da man die Komplexität nicht beurteilen kann.
Am nächsten Tag ging es dann wieder in Theater. Das Schauspiel wurde in der Innenstadt Adelaides aufgeführt. Auf dem Festivalgelände das im Stadtpark errichtet war, konnte man sogar die australische Tierwelt erleben.

Die putzigen Tiere mögen zwar ganz harmlos aussehen, jedoch sind sie eine echte Plage. Es gibt einfach zu viele von ihnen. Es ist strikt verboten ein Opossum zu füttern. Im rauen Teilen Australiens konnte man sich sogar 5$ Prämie für jedes gejagtes Opossum abholen.
Der letzte Tag in Adelaide ist dann auch schon angebrochen Tagsüber habe ich mich mit meinem danischen Freund aus Cairns getroffen. Es war wunderbar ihn wieder zusehen und wir hoffen dass wir uns in Neuseeland auch über den weg laufen.
Den letzten Abend bin ich dann mit dem gesamten Ensemble auf eine Aftershowparty gegangen. Ich habe mich von all den fantastischen jungen Schauspielern verabschiedet denn am nächsten morgen ging es gleich auf zum nächsten Abenteuer.
Mit einem der bekanntesten und legendärsten Züge der Welt ging es von Adelaide quer durch das Outback nach Alice Springs und weiter bis nach Darwin.

Von den insgesamt 3000 Kilometern Zugstrecke, wurden 1500km am ersten Tag bewältigt.
Von Adelaide ging es ins „Red Center“ nach Alice Springs. Die 22 Stunden im Zug gingen schneller vorbei als man denkt da man zwar stets einsame aber doch wunderschöne Landschaften erblicken kann.

Einen kurzen Stopp haben wir auf halber Strecke in Port Augusta gemacht um noch weitere Passagiere an Board zu holen. Dort hatte ich dann mal etwas mehr Zeit den luxuriösen Zug zu betrachten. Die gesamte Zustrecke von Adelaide bis nach Darwin steht zwar erst seit etwa 15 Jahren, jedoch sind in den Jahren vor der Vervollständigung viele erwähnenswerte Dinge passiert. Zum Beispiel hat vor langer Zeit ein technischer Defekt den Zug zum Anhalten gezwungen. Da der Zug damals noch lange nicht auf heutigem Niveau war, gab es auch keine direkte Funkverbindung zur nächsten Bahnstation (1000 Kilometer entfernt). Das Zugpersonal musste also wild jagen um alle Passagiere zu sättigen.
Solch abenteuerliche Geschichten werden heute wohl weniger zu Stande kommen.
Demnach ist auch unsere Reise reichlich konservativ verlaufen. Nach 22 Stunden sind wir dann in Alice Springs angekommen.

4 Tage Aufenthalt hatte ich dort eingeplant. Der Zug fährt nämlich nur 3mal die Woche.
In Alice Springs angekommen wurde der Weg zum Hostel eingeschlagen. Auf jeder Australien Karte ist Alice Springs groß eingezeichnet. Im Herzen des Landes schein das große Alice Springs zu leuchten. Sogar auf vielen politischen Weltkarten kann Alice Springs gefunden werden. Das interessante daran ist jedoch dass Alice Springs grade mal 23.000 Einwohner hat. Man muss also nicht immer ein ganz großer sein um bei den großen dabei zu sein. Man muss nur unter den richtigen Vorzeichen agieren. Bei Alice Springs scheint diese wohl, „einzige Stadt mit mehr also 1000 Einwohnern im Umkreis von 1300 Kilometern“ zu sein. Genau das macht auch den Reiz der kleinen Stadt aus. Umgeben von Wüste, Sand, Hügeln, und trockener Hitze beeindruckt die 23.000 Einwohnerstarke Stadt enorm.
So weit man sehen kann, kann man dort nichts sehen. In der kleinen Stadt sind demnach auch die rauesten Australier zu finden. Die Australier die kaum durch internationalen Einfluss von ihrem Flair verloren haben. Es war sehr schön diese Extreme kennen zu lernen, länger als 2 Tage braucht man aber auch nicht um dessen Grenzen zu erfahren. Demnach ging es Schnell mit dem Bus aus raus aus Alice Springs auf den Weg ins wahre Outback.
Da ich nur eine begrenzte Zeit in Alice Springs bleiben konnte war ich leider gezwungen eine „Kaffeefahrt“ mit zumachen. Also eine geführte Tour. Somit konnte ich das kulturell wertvollste Zentrum der Aboriginies nicht selbst erkunden. Früh morgens ging es mit der Busfahrt los und der erste Haltestopp hat uns gleich zu diesem lustigen Weggefährten gebracht.

Das Kamel ist zwar kein Uraustralisches Tier jedoch im Outback weit verbreitet. Die 3000 Kilometer lange Zugstrecke von Adelaide durch Alice Springs und Darwin wurde hauptsächlich mit der Unterstützung von afghanischen Kameltreibern unterstützt. Das Tier ist perfekt an die extremen Bedingungen angepasst. Die unglaublich lange Strecke hätte nicht ohne die afghanische Unterstützung wohl nicht errichtet werden können. Genau wegen dieser Tatsache trägt der Zug auch den Namen „The (af) Ghan“.
Am gleichen Ort habe ich dann auch nach 3 Monaten im Land des Kängurus ein lebendes getroffen. Es ist fröhlich durch das Gehege gesprintet. Welche in freier Wildbahn habe ich leider nur in meinem Kopf festhalten können.
CMIG9285 Känguruvideo
Nach dem Abschweifen in die australische Tierwelt ging es dann wieder in den Tourbus und es ging endlich zu einem der tollsten Naturwunder die mir bis jetzt begegnet sind. Dem Ayers Rock oder auch Uluru.
Das Heiligtum der Pitjantjatjara Aborigines ist der zweitgrößte Monolith in Australien. Es ist also ein einziger großer 869 Meter hoher Stein.
Als wir an dem lokalen Heiligtum angekommen sind, zeigte das Thermometer 37°C Grad an und der Tourguide konnte der Gruppe einen Gang zum Uluru nicht zu muten.
Demnach sind wir zu einem nahe gelegenen Museum gebracht worden wo der erste Nachmittag verbracht werden sollte.
Diese Situation kam für mich wie gerufen. Ich habe mich über das total überfüllte Museum gefreut und habe mich von dort aus, aus dem Staub in Richtung Ayers Rock gemacht.
Nach einem 20 Minuten Spatziergang ohne eine Menschenseele war ich am Juwel des Herzens Australiens angekommen.
Von vielen Reisenden hört man zwar dass es ja nur ein Stein sei, ich habe die Mischung aus totaler Stille, extremer Einsamkeit, Dürre und brennender Hitze am Fuße des beeindruckensten Naturschauspiels das ich bis dahin gesehen habe sehr genossen.
Ich hatte zu mindest für 30 Minuten das Gefühl den Uluru für mich alleine zu haben weil kein Mensch auch nur am Horizont zu sehen war.

Nachdem die Zeit „im Museum“ dann vorbei war und sich das Thermometer etwas entspannt hat ging es dann mit dem Bus zu der Kata Tjuṯa. Diese Gruppe von 36 Inselbergen ragen bis zu 1.069 Meter in die Höhe. Im Gegensatz zum kompakten Uluru bestehen die Kata Tjuṯa aus einem grobkörnigen Konglomerat aus Granit, Gneis und weiterem vulkanischen Gestein.

Der erste Tag neigte sich dann mit Sonnenuntergang vor dem Uluru zu Ende.

Von diesem Flecken konnte ich dann sowohl den Uluru als auch die Kata Tjuta im letzten Sonnenschein des Tages bestaunen.

Beides war in ausgesprochen schöne Farben gehüllt dessen Lichtstimmungen wohl nicht mal Monet zaubern könnte.
Geschlafen wurden dann dort unter freiem Himmel welches eine nächste Traumhafte Erfahrung war. Weg von allen Abgasen und Autos konnte man dann einen solch klaren Nachthimmel zusehen der einen glauben lässt bis in andere Galaxien schauen zu können.
Am nächsten Morgen ging es dann mit der ganzen Truppe um sechs Uhr zeitig zum Sonnenaufgang am Uluru. Das besondere daran ist dass der Felsen scheinbar im Sonnenaufgang glühen soll wie heißer Stein. Mit dem Verlauf der Sonne sind dann aber nicht nur das typische orange sondern auch silbern funkelnde Aspekte zu sehen.

Nachdem die Sonne aufgegangen ist hat man dann die Möglichkeit sich den Uluru von allen Seiten zu betrachten oder auf ihn hinauf zu klettern wie es viele Touristen machen.
Da der Uluru jedoch ein Heiligtum für die ansässigen Pitjantjatjara Aborigines ist und diese den Berg niemals betreten würden bitten diese auch fremde das nicht zu tun. Aus Respekt habe ich mich dann auch dagegen entschieden und bin einmal um den Monolithen herum gewandert was ca. zwei Stunden gedauert hat aber auch ungemein beeindruckend war.
Nach diesem langen Marathon gab es dann erstmal Kraftmahl. Diese haben wir wohl unter dem größten Kaktus genossen den ich je gesehen habe.

Das erste Wüstenaccessoire war während dem Essen echt wunderbar anzuschauen, das zweite dagegen war zwar aber amüsant aber dann doch auch lässig. Ein großer Emu war scheinbar äußerst hungrig und hat stets versucht unsere kulinarischen Köstlichkeiten zu klauen.

Nach mehreren gescheiterten Versuchen hat der Vogel dann aufgegeben und uns in Ruhe Kraft tanken lassen.
Nach dem Mittagessen ging es dann wieder in den Tourbus und auf eine der unzähligen Abschnitte auf Straßen im Outback wo man die Straße bis zum Horizont verfolgen kann.

Den zweiten und letzten Sonnenuntergang der Tour haben wir dann mit Blick auf eine weitere fantastische Gesteinsformation verbracht. Auch bei diesem Sonnenuntergang waren die verschiedenen Farben einfach überwältigend. Zwar gibt das Bild es nicht zu 100% wieder aber einen Eindruck kann es euch verschaffen.

Die letzte Nacht wurde dann wie die erste verbracht und zwar unter den Sternen. Das Camp war schnell aufgebaut und nach dem langen, ereignisreichen Tag sind fast alle schnell ins Bett gefallen, da es am nächsten morgen wieder früh los ging.
Um 6h klingelte der Wecker und das letzte Ziel auf der Tour wurde angesteuert.
Dieses hieß Kings Canyon. Was als kleiner Felsspalt begann wurde in Millionen von Jahren, durch das Einwirken von Wind, Regen und Fluten, zu einem beeindruckenden Canyon geformt.

Über die lange Zeit ist also mit Hilfe der Witterung immer mehr Sand übereinander geschichtet wurden und zu einem harten Sandstein gepresst. Das Ergebnis ist äußerst beeindruckend und der Canyon wächst immer noch weiter.

Das kompakte Outbackabenteuer ging dann nach einem 4 Stunden Marsch durch den ganzen Canyon langsam zu Ende und der Tourbus hat uns wieder nach Alice Springs gebracht.
Auf dem Weg dorthin habe ich einen der legendären „Roadtrain“ betrachten können.
Da es in Australien stets lange Strecken von Stadt zu Stadt sind, werden diese überdimensionalen LKWs eingesetzt. Diese können teilweise das Vierfache von einem normalen Truck von A nach B bringen. Auf den lang gezogenen Straßen des Outbacks ist es laut den Fahrern auch nicht anders die Riesen zu steuern.
Nachdem wir dann wieder im kleinen entlegenen Alice Springs angekommen sind, sind wir an merkwürdig eingezäunten Stahlgerüsten vorbei gefahren. Nachdem ich gefragt habe was das darstellen solle, habe ich die antwort bekommen dass dies ein US Amerikanischer Stützpunkt sei. Obwohl 900 von 23.000 Einwohnern von Alice Springs wegen dem Stützpunkt Namens „Pine Gap“ in der Stadt wohnen, weiß keiner so wirklich warum dieser Stützpunkt dort existiert. Sogar Leute die ihr ganzes Leben in Alice Springs wohnen können einem nicht mehr über den Grund und Auftrag des Stützpunktes sagen. Erst nach gründlicher Recherche im Internet habe ich gelesen dass der Stützpunkt im Kalten Krieg als Spionagehilfe eingesetzt wurde. Jetzt ranken sich verwirrende Theorien um den Stützpunkt die von
Nuklearsprengköpfen in der Stratosphäre über unterirdischen Städten für die „Elite der Gesellschaft“ bis zur Kolonisierung des Mars reichen.
Dass der Stützpunkt interessant aussieht liegt auf der Hand. Die künstlerische Freiheit und Fantasie mancher, spielt dem Mythos hier in die Karten und eröffnet Amerika wohl jeden Sciencefiction Traum.

Nach den ganzen Spekulationen um Aliens, Raumschiffen und sonstigen Weltraummissionen ging es für mich wieder in den „Ghan“. Die nächsten 1.500 Kilometer Zugreise standen bevor. Ein weiterer Tag im Zug stand mir bevor.

Das Ziel hieß Darwin was nach dem bekannten Biologien Charles Darwin benannt ist. Die Zugreise brachte mich durch atemberaubende Gegenden die ich so schnell nicht vergessen werde.

In Darwin angekommen wurde sich erstmal von den letzten Tagen erholt. Die Stadt zu erkunden hat sich leider als scher herausgestellt. Wenn es in Gebieten die eine Durchschnittstemperatur im Sommer von ca. 29°C einmal regnet, dann regnet es richtig.
REGEN VIDEO DARWIN.
Nach drei Tagen im eher unspektakulären Darwin bin ich dann wieder zurück durch die Nation via Brisbane nach Sydney geflogen.
Hier habe ich dann noch eine wunderbare letzte Woche verbracht bevor es dann in den Flieger nach Neuseeland ging.
Über die letzte Woche und die Abendteuer in Neuseeland könnt ihr dann das nächste Mal lesen.
Ich hoffe euch geht es weiterhin gut. Ich sende euch ein Paar Sonnenstrahlen wo immer ihr dies hier lest.
Schaltet also bald wieder ein.
Bis dann
Dein/Euer
Kevin
Die Idee die mir da gekommen ist war Michaels Schwester während dem Theaterstück zu überraschen.
Michael, seine zweite Schwester und ich haben uns zusammen ins Auto gesetzt und sind die 600 Kilometer, wie das hier so üblich ist, an einem Stück durch gefahren. Wenn das gesamte Land soviel größer ist dann sind es scheinbar auch die Stunden die man ohne Probleme im Auto verbringen kann.
Nach ca. sieben Stunden Autofahrt sind wir dann 10 Minuten vor Beginn des Stücks angekommen. Die Tickets für die erste Reihe waren schon organisiert und das Stück konnte beginnen.
Als die schauspielernde jüngere Schwester auf die Bühne kam hat sie uns nach zirka 10 Minuten entdeckt aber unglaublich professionell reagiert und hat sich kaum etwas anmerken lassen.
Dass wir jedoch ein bisschen aus dem Konzept gebracht haben konnte sie dann doch nicht verbergen und die Freude im Nachhinein war riesig.
Nach der Show haben wir dann das gesamte Ensemble des John Lennon Stücks, welches sie aufgeführt haben, kennen gelernt. Das Stück hieß „In His Own Write“ und wurde von John Lennon und einem Freund geschrieben. Das Stück selbst ist geprägt von einer Kunstsprache die der Protagonist (John Lennon) selbst erfunden hat. Er versucht stets aus der eng geschnürten Welt voller Regeln der Gesellschaft und seinen Eltern zu entfliehen. Das Stück war sehr verrückt und nicht ganz einfach zu verstehen mir hat es allerdings gut gefallen. John Lennons Gedanken wurden durch die Schauspieler als Farben dargestellt (z.B. Orange)

Das Ensemble bestand komplett aus jungen Schauspielern in meinem Alter die alle aus der Gegend um Melbourne kamen. Nach dem Stück habe ich mich mit allen gut unterhalten und auch zufällig den Vater der Regisseurin getroffen. Nach dem ich ihm sagte dass ich zirka 5 Tage in Adelaide bleiben möchte hat er gesagt dass er den ganzen internationalen Flair toll findet und es erstaunend findet was junge Leute heutzutage auf die Beine stellen. Danach hat er mich eingeladen bei Ihnen im Haus mit dem ganzen Ensemble meine Zeit in Adelaide zu verbringen. Das habe ich natürlich dankend angenommen und der Grundstein für eine fantastische Zeit in der Hauptstadt „South Australias“ war gelegt.
Als Dankeschön für die Gastfreundschaft habe ich dann hinter den Kulissen bei allem geholfen wo ich gebraucht werden konnte. Dort habe ich festgestellt dass es in einem Theater echt diese wunderbaren Spiegel mit den 1000 Glühbirnen gibt.

Das Theaterstück wurde jeden Abend aufgeführt, jede noch so tolle künstlerische Arbeit rückt ein wenig in den Hintergrund wenn man es wieder und wieder sieht. Deshalb wurde am dritten Abend, nachdem ich nicht mehr gebraucht wurde Adelaide erkundet. Zufälligerweise war an diesem Abend ein großes Musikfestival in der Innenstadt Adelaides. Es hieß Future Musicfestival und war ein Event mit vielen internationalen Größen elektronischer Musik. Da das nicht direkt angesprochen hat, war ich nicht all zu sehr interessiert. Als ich jedoch durch die Stadt spazierte stellte sich heraus dass es scheinbar ein wirklich gewichtiges „Happening“ in der elektronischen Musikszene ist. Da man ja als stets als weltoffener Bürger durch die Strassen steht hat sich mein Interesse wecken lassen und ich bin zum Ticketschalter gegangen.
Nachdem ich in Erfahrung gebracht habe das ein Ticket A$130 kosten sollte habe ich kehrt gemacht. Soviel waren mir meine liberalen Pläne dann doch nicht wert.
In 100 Meter Entfernung habe ich dann verwundert auf den Boden geschaut und folgendes gefunden.

Lachend habe ich das Armband aufgehoben mir es um das Handgelenk geschnallt und bin nun eine Erfahrung in Richtung aktueller Musikkultur reicher.
Das Festival war relativ amüsant und voll gepackt mit Künstlern aus aller Welt. Scheinbar traten die bekanntesten DJs dort auf. Dinge von denen man keine Ahnung hat sind ja aber leider nur schwer zu bewundern da man die Komplexität nicht beurteilen kann.
Am nächsten Tag ging es dann wieder in Theater. Das Schauspiel wurde in der Innenstadt Adelaides aufgeführt. Auf dem Festivalgelände das im Stadtpark errichtet war, konnte man sogar die australische Tierwelt erleben.

Die putzigen Tiere mögen zwar ganz harmlos aussehen, jedoch sind sie eine echte Plage. Es gibt einfach zu viele von ihnen. Es ist strikt verboten ein Opossum zu füttern. Im rauen Teilen Australiens konnte man sich sogar 5$ Prämie für jedes gejagtes Opossum abholen.
Der letzte Tag in Adelaide ist dann auch schon angebrochen Tagsüber habe ich mich mit meinem danischen Freund aus Cairns getroffen. Es war wunderbar ihn wieder zusehen und wir hoffen dass wir uns in Neuseeland auch über den weg laufen.
Den letzten Abend bin ich dann mit dem gesamten Ensemble auf eine Aftershowparty gegangen. Ich habe mich von all den fantastischen jungen Schauspielern verabschiedet denn am nächsten morgen ging es gleich auf zum nächsten Abenteuer.
Mit einem der bekanntesten und legendärsten Züge der Welt ging es von Adelaide quer durch das Outback nach Alice Springs und weiter bis nach Darwin.

Von den insgesamt 3000 Kilometern Zugstrecke, wurden 1500km am ersten Tag bewältigt.
Von Adelaide ging es ins „Red Center“ nach Alice Springs. Die 22 Stunden im Zug gingen schneller vorbei als man denkt da man zwar stets einsame aber doch wunderschöne Landschaften erblicken kann.

Einen kurzen Stopp haben wir auf halber Strecke in Port Augusta gemacht um noch weitere Passagiere an Board zu holen. Dort hatte ich dann mal etwas mehr Zeit den luxuriösen Zug zu betrachten. Die gesamte Zustrecke von Adelaide bis nach Darwin steht zwar erst seit etwa 15 Jahren, jedoch sind in den Jahren vor der Vervollständigung viele erwähnenswerte Dinge passiert. Zum Beispiel hat vor langer Zeit ein technischer Defekt den Zug zum Anhalten gezwungen. Da der Zug damals noch lange nicht auf heutigem Niveau war, gab es auch keine direkte Funkverbindung zur nächsten Bahnstation (1000 Kilometer entfernt). Das Zugpersonal musste also wild jagen um alle Passagiere zu sättigen.
Solch abenteuerliche Geschichten werden heute wohl weniger zu Stande kommen.
Demnach ist auch unsere Reise reichlich konservativ verlaufen. Nach 22 Stunden sind wir dann in Alice Springs angekommen.

4 Tage Aufenthalt hatte ich dort eingeplant. Der Zug fährt nämlich nur 3mal die Woche.
In Alice Springs angekommen wurde der Weg zum Hostel eingeschlagen. Auf jeder Australien Karte ist Alice Springs groß eingezeichnet. Im Herzen des Landes schein das große Alice Springs zu leuchten. Sogar auf vielen politischen Weltkarten kann Alice Springs gefunden werden. Das interessante daran ist jedoch dass Alice Springs grade mal 23.000 Einwohner hat. Man muss also nicht immer ein ganz großer sein um bei den großen dabei zu sein. Man muss nur unter den richtigen Vorzeichen agieren. Bei Alice Springs scheint diese wohl, „einzige Stadt mit mehr also 1000 Einwohnern im Umkreis von 1300 Kilometern“ zu sein. Genau das macht auch den Reiz der kleinen Stadt aus. Umgeben von Wüste, Sand, Hügeln, und trockener Hitze beeindruckt die 23.000 Einwohnerstarke Stadt enorm.
So weit man sehen kann, kann man dort nichts sehen. In der kleinen Stadt sind demnach auch die rauesten Australier zu finden. Die Australier die kaum durch internationalen Einfluss von ihrem Flair verloren haben. Es war sehr schön diese Extreme kennen zu lernen, länger als 2 Tage braucht man aber auch nicht um dessen Grenzen zu erfahren. Demnach ging es Schnell mit dem Bus aus raus aus Alice Springs auf den Weg ins wahre Outback.
Da ich nur eine begrenzte Zeit in Alice Springs bleiben konnte war ich leider gezwungen eine „Kaffeefahrt“ mit zumachen. Also eine geführte Tour. Somit konnte ich das kulturell wertvollste Zentrum der Aboriginies nicht selbst erkunden. Früh morgens ging es mit der Busfahrt los und der erste Haltestopp hat uns gleich zu diesem lustigen Weggefährten gebracht.

Das Kamel ist zwar kein Uraustralisches Tier jedoch im Outback weit verbreitet. Die 3000 Kilometer lange Zugstrecke von Adelaide durch Alice Springs und Darwin wurde hauptsächlich mit der Unterstützung von afghanischen Kameltreibern unterstützt. Das Tier ist perfekt an die extremen Bedingungen angepasst. Die unglaublich lange Strecke hätte nicht ohne die afghanische Unterstützung wohl nicht errichtet werden können. Genau wegen dieser Tatsache trägt der Zug auch den Namen „The (af) Ghan“.
Am gleichen Ort habe ich dann auch nach 3 Monaten im Land des Kängurus ein lebendes getroffen. Es ist fröhlich durch das Gehege gesprintet. Welche in freier Wildbahn habe ich leider nur in meinem Kopf festhalten können.
CMIG9285 Känguruvideo
Nach dem Abschweifen in die australische Tierwelt ging es dann wieder in den Tourbus und es ging endlich zu einem der tollsten Naturwunder die mir bis jetzt begegnet sind. Dem Ayers Rock oder auch Uluru.
Das Heiligtum der Pitjantjatjara Aborigines ist der zweitgrößte Monolith in Australien. Es ist also ein einziger großer 869 Meter hoher Stein.
Als wir an dem lokalen Heiligtum angekommen sind, zeigte das Thermometer 37°C Grad an und der Tourguide konnte der Gruppe einen Gang zum Uluru nicht zu muten.
Demnach sind wir zu einem nahe gelegenen Museum gebracht worden wo der erste Nachmittag verbracht werden sollte.
Diese Situation kam für mich wie gerufen. Ich habe mich über das total überfüllte Museum gefreut und habe mich von dort aus, aus dem Staub in Richtung Ayers Rock gemacht.
Nach einem 20 Minuten Spatziergang ohne eine Menschenseele war ich am Juwel des Herzens Australiens angekommen.
Von vielen Reisenden hört man zwar dass es ja nur ein Stein sei, ich habe die Mischung aus totaler Stille, extremer Einsamkeit, Dürre und brennender Hitze am Fuße des beeindruckensten Naturschauspiels das ich bis dahin gesehen habe sehr genossen.
Ich hatte zu mindest für 30 Minuten das Gefühl den Uluru für mich alleine zu haben weil kein Mensch auch nur am Horizont zu sehen war.

Nachdem die Zeit „im Museum“ dann vorbei war und sich das Thermometer etwas entspannt hat ging es dann mit dem Bus zu der Kata Tjuṯa. Diese Gruppe von 36 Inselbergen ragen bis zu 1.069 Meter in die Höhe. Im Gegensatz zum kompakten Uluru bestehen die Kata Tjuṯa aus einem grobkörnigen Konglomerat aus Granit, Gneis und weiterem vulkanischen Gestein.

Der erste Tag neigte sich dann mit Sonnenuntergang vor dem Uluru zu Ende.

Von diesem Flecken konnte ich dann sowohl den Uluru als auch die Kata Tjuta im letzten Sonnenschein des Tages bestaunen.

Beides war in ausgesprochen schöne Farben gehüllt dessen Lichtstimmungen wohl nicht mal Monet zaubern könnte.
Geschlafen wurden dann dort unter freiem Himmel welches eine nächste Traumhafte Erfahrung war. Weg von allen Abgasen und Autos konnte man dann einen solch klaren Nachthimmel zusehen der einen glauben lässt bis in andere Galaxien schauen zu können.
Am nächsten Morgen ging es dann mit der ganzen Truppe um sechs Uhr zeitig zum Sonnenaufgang am Uluru. Das besondere daran ist dass der Felsen scheinbar im Sonnenaufgang glühen soll wie heißer Stein. Mit dem Verlauf der Sonne sind dann aber nicht nur das typische orange sondern auch silbern funkelnde Aspekte zu sehen.

Nachdem die Sonne aufgegangen ist hat man dann die Möglichkeit sich den Uluru von allen Seiten zu betrachten oder auf ihn hinauf zu klettern wie es viele Touristen machen.
Da der Uluru jedoch ein Heiligtum für die ansässigen Pitjantjatjara Aborigines ist und diese den Berg niemals betreten würden bitten diese auch fremde das nicht zu tun. Aus Respekt habe ich mich dann auch dagegen entschieden und bin einmal um den Monolithen herum gewandert was ca. zwei Stunden gedauert hat aber auch ungemein beeindruckend war.
Nach diesem langen Marathon gab es dann erstmal Kraftmahl. Diese haben wir wohl unter dem größten Kaktus genossen den ich je gesehen habe.

Das erste Wüstenaccessoire war während dem Essen echt wunderbar anzuschauen, das zweite dagegen war zwar aber amüsant aber dann doch auch lässig. Ein großer Emu war scheinbar äußerst hungrig und hat stets versucht unsere kulinarischen Köstlichkeiten zu klauen.

Nach mehreren gescheiterten Versuchen hat der Vogel dann aufgegeben und uns in Ruhe Kraft tanken lassen.
Nach dem Mittagessen ging es dann wieder in den Tourbus und auf eine der unzähligen Abschnitte auf Straßen im Outback wo man die Straße bis zum Horizont verfolgen kann.

Den zweiten und letzten Sonnenuntergang der Tour haben wir dann mit Blick auf eine weitere fantastische Gesteinsformation verbracht. Auch bei diesem Sonnenuntergang waren die verschiedenen Farben einfach überwältigend. Zwar gibt das Bild es nicht zu 100% wieder aber einen Eindruck kann es euch verschaffen.

Die letzte Nacht wurde dann wie die erste verbracht und zwar unter den Sternen. Das Camp war schnell aufgebaut und nach dem langen, ereignisreichen Tag sind fast alle schnell ins Bett gefallen, da es am nächsten morgen wieder früh los ging.
Um 6h klingelte der Wecker und das letzte Ziel auf der Tour wurde angesteuert.
Dieses hieß Kings Canyon. Was als kleiner Felsspalt begann wurde in Millionen von Jahren, durch das Einwirken von Wind, Regen und Fluten, zu einem beeindruckenden Canyon geformt.

Über die lange Zeit ist also mit Hilfe der Witterung immer mehr Sand übereinander geschichtet wurden und zu einem harten Sandstein gepresst. Das Ergebnis ist äußerst beeindruckend und der Canyon wächst immer noch weiter.

Das kompakte Outbackabenteuer ging dann nach einem 4 Stunden Marsch durch den ganzen Canyon langsam zu Ende und der Tourbus hat uns wieder nach Alice Springs gebracht.
Auf dem Weg dorthin habe ich einen der legendären „Roadtrain“ betrachten können.
Da es in Australien stets lange Strecken von Stadt zu Stadt sind, werden diese überdimensionalen LKWs eingesetzt. Diese können teilweise das Vierfache von einem normalen Truck von A nach B bringen. Auf den lang gezogenen Straßen des Outbacks ist es laut den Fahrern auch nicht anders die Riesen zu steuern.
Nachdem wir dann wieder im kleinen entlegenen Alice Springs angekommen sind, sind wir an merkwürdig eingezäunten Stahlgerüsten vorbei gefahren. Nachdem ich gefragt habe was das darstellen solle, habe ich die antwort bekommen dass dies ein US Amerikanischer Stützpunkt sei. Obwohl 900 von 23.000 Einwohnern von Alice Springs wegen dem Stützpunkt Namens „Pine Gap“ in der Stadt wohnen, weiß keiner so wirklich warum dieser Stützpunkt dort existiert. Sogar Leute die ihr ganzes Leben in Alice Springs wohnen können einem nicht mehr über den Grund und Auftrag des Stützpunktes sagen. Erst nach gründlicher Recherche im Internet habe ich gelesen dass der Stützpunkt im Kalten Krieg als Spionagehilfe eingesetzt wurde. Jetzt ranken sich verwirrende Theorien um den Stützpunkt die von
Nuklearsprengköpfen in der Stratosphäre über unterirdischen Städten für die „Elite der Gesellschaft“ bis zur Kolonisierung des Mars reichen.
Dass der Stützpunkt interessant aussieht liegt auf der Hand. Die künstlerische Freiheit und Fantasie mancher, spielt dem Mythos hier in die Karten und eröffnet Amerika wohl jeden Sciencefiction Traum.

Nach den ganzen Spekulationen um Aliens, Raumschiffen und sonstigen Weltraummissionen ging es für mich wieder in den „Ghan“. Die nächsten 1.500 Kilometer Zugreise standen bevor. Ein weiterer Tag im Zug stand mir bevor.

Das Ziel hieß Darwin was nach dem bekannten Biologien Charles Darwin benannt ist. Die Zugreise brachte mich durch atemberaubende Gegenden die ich so schnell nicht vergessen werde.

In Darwin angekommen wurde sich erstmal von den letzten Tagen erholt. Die Stadt zu erkunden hat sich leider als scher herausgestellt. Wenn es in Gebieten die eine Durchschnittstemperatur im Sommer von ca. 29°C einmal regnet, dann regnet es richtig.
REGEN VIDEO DARWIN.
Nach drei Tagen im eher unspektakulären Darwin bin ich dann wieder zurück durch die Nation via Brisbane nach Sydney geflogen.
Hier habe ich dann noch eine wunderbare letzte Woche verbracht bevor es dann in den Flieger nach Neuseeland ging.
Über die letzte Woche und die Abendteuer in Neuseeland könnt ihr dann das nächste Mal lesen.
Ich hoffe euch geht es weiterhin gut. Ich sende euch ein Paar Sonnenstrahlen wo immer ihr dies hier lest.
Schaltet also bald wieder ein.
Bis dann
Dein/Euer
Kevin
Permalink (0 Kommentare) Kommentieren
Melbourne und englische Unterstützung
Mittwoch, 15. April 2009, 03:06
Nun endlich im wunderbaren Melbourne angekommen wurde sich schnell eingelebt. Die ersten Tage gingen mit dem erfolgreichen Fahrradhandel über die Bühne, das nächste Highlight ließ aber schon auf sich warten.
Dieses nannte sich: „Paul Williams und Alex Whiteman“
Zwei Freunde die sich eine Woche vor mir auf den Weg von Sydney nach Melbourne gemacht haben.
Kennen gelernt haben wir uns Wochen zu vor als ich den Sonnenaufgang am Opera House in Sydney betrachtet habe. (siehe ältere Einträge)
In dieser wunderbaren Umgebung habe ich Paul am Klavier sitzen sehen. Diese hat ein Künstler Wochen zuvor überall in der Stadt aufgestellt. Ich bin mit Paul ins Gespräch gekommen, nach kurzem Begrüßen haben wir schnell festgestellt dass wir zufälligerweise den gleichen Plan haben. Der aufmerksame Leser wird sich jetzt fragen:“ Im letzten Artikel stand doch gar nichts von einem Reisekollegen.“
Der einzige Haken an der Geschichte war dass Paul und Alex eine Woche früher in Sydney los gefahren sind, in dieser Zeit arbeitete ich noch für das Marketingunternehmen.
Somit haben sie sich ohne mich auf den Weg gemacht.
Als ich gestartet bin ist der Vorsprung der beiden von Tag zu Tag geschrumpft, als ich sie knapp eingeholt hatte, machte mir der technische Defekt den Strich durch die Rechnung.
Somit war ich früher im großen Melbourne als Paul und Alex.
In der Zwischenzeit habe ich begonnen Melbourne zu erkunden. Es ist eine Weltstadt die wohl jeden glücklich macht.
Von Konzerten, Kunstausstellungen, Sportveranstaltungen, Festivals und Sehenswürdigkeiten ist alles dabei und wartete erkundet zu werden.
Australien ist wohl eines der Rugbyverrücktesten Länder der Welt. Es ist Volkssport Nummer eins, jedoch ist Rugby nicht gleich Rugby. In Australien gibt es Rugby League, Rugby Union und Australian Football. Alle drei Unterscheiden sich in Herkunft, geschichtlichem Hintergrund und Verbreitung. Jeder Fan preist seinen favorisierten Sport jedoch immer als den besseren an und führt undurchsichtige Argumente an.
Um dem ganzen Wirrwarr nun mal auf die Schliche zukommen, ging es als erstes in den „Telstra Dome“. In dem kleineren Mehrzweckstadion der Stadt war an diesem Abend ein Australian Football Spiel zusehen. AFL auch „Aussie Rules“ genannt ist die Art Rugby die hauptsächlich im Staate „Victoria“. Der größte Unterschied zum Rugby ist wohl dadurch dass der Spielball nicht hinter eine Linie gebracht werden muss sondern von überall durch riesige Pfosten geschossen werden kann.

Das Spiel zwischen „Geelong“ und „Adelaide“ hat mich zwar nicht unbedingt gefesselt, wer sich aber für allerlei Sportarten interessiert langweilt sich bei solch einem Großevent sicherlich nicht.
Glücklicherweise haben wir einen Australier kennen gelernt der uns mit dem Regelement vertraut gemacht hat.
Geelong hat das Spiel ohne große Anstrengungen für sich entschieden.
Der nächste Tag hat mich dann durch die Straßen Melbournes laufen lassen wo ich nach nicht allzu langer Zeit näher an Deutschland zu sein schien als ich dachte. Da ich jedoch noch so schnell nicht wieder ins gute alte Deutschland zurückkehren will, bin ich die neun Kilometer nicht weiter gegangen.

Zurück in der Melbourner Innenstadt ging es vorbei an der Universität zum „Queen Victoria Market“ der Markt verleiht einem das Gefühl auf einem europäischen Wochenmarkt zu sein. Nur in riesengroß. Klamottenhändler stehen neben Marktschreiern und anderen Obskuren Persönlichkeiten und vertreiben ihre Güter.
Es gibt viele europäische Spezialitäten wiederzuentdecken. Von deutscher Bratwurst mit Sauerkraut gibt es türkische Falafel, italienischen Wein und französischen Käse.

Eine Fahrt im historischen Bimmelbähnchen brachte mich genug europäischem Flair dann zu einer echten australischen Heiligstätte.
Zumindest eine Heiligstätte für Sportliebhaber. Es ging zum Melbourne Criket Ground.
Diese Einrichtung ist das größte Criketstadion weltweit und das größte Stadion in dem ich jemals war. Es fasst 100.000 Menschen und ist eine echte Sehenswürdigkeit. Ich habe dort das Finale der australischen Criketliga gesehen. Es war ein „One-Day-Match“ zwischen Victoria und Queensland.
One-Day-Match heißt also, dass das Spiel „nur“ einen Tag dauert. Ein normales Match kann schon mal mehrere Tage dauern.

Wer schon mal Criket im Fernsehen gesehen haben sollte weiß dass der Sport nicht unbedingt voll gepackt mit Action ist. Wer nicht begeistert von diesem Sport ist muss sehr viel Zeit und Sitzfleisch mitbringen um ein ganzes Match durch zustehen.
Die zweite weit verbreitete Sportart war somit auch untersucht worden. Danach wurde der Ausflug in die Welt der australischen Sportarten dann erst mal beendet.
Denn in Melbourne gab es natürlich noch mehr zusehen als australische Sportarten und zwar…

… ja genau! Europäische Sportarten! das große Fußballfinale der australischen Liga zwischen Melbourne und Adelaide. Dieses Mal war die Sportart nicht sehr australisch und ich brauchte keinen nach Regeln zu fragen.
Nachdem Melbourne das Finale mit 1:0 für sich entschieden hat, sind die Spieler zur Ehrenrunde angetreten und man konnte das ein oder andere hübsche Foto von den Stars schießen.

Nach dem das Finale entschieden war, stand die ganze Stadt Kopf. Das große Finale war vorbei, der Cup blieb in Melbourne und eine sportliche Woche ging damit vorerst zu Ende.
Sie wurde dann durch eine kommende Woche ersetzt die der ersten in nichts nach stand.
Die zwei Hauptzutaten dafür war dann die Ankunft meiner beiden Freunde Paul und Alex.
Als sie in der Hauptstadt „Victorias“ angekommen sind habe ich sie dann mit Eis, Wasser und offenen Armen empfangen.

Auf der Fahrradtour haben wir leider keine Zeit zusammen verbringen können, jedoch war Melbourne wie geschaffen es mit zwei wunderbaren Freunden zu erkunden.
Die zwei Wochen die wir in Melbourne verbracht haben, waren bisher zwei der besten der letzten 5 Monate.
Die ersten Tage haben wir dann zusammen die Stadt durchforstet und die wunderbare Bibliothek Melbournes zu unserem Hauptquartier erklärt.

Von hieraus wurde jeder neue Tag geplant. Kunstvollste Ansichtskarten entstanden in diesen Wänden und der Weg zu den hübschen Straßen Melbournes war nicht weit.
Mit waschechten „Melbournenern“ haben wir uns eines Nachmittags in der Bibliothek getroffen und dort eine amüsante Picknickidee verwirklicht.
Mit acht Leuten haben wir acht Länder auf kleine Zettel geschrieben und jeder hat eines der kleinen Papierkneule gezogen.
Dreißig Minuten hatte man dann Zeit eine kulinarische Köstlichkeit des Landes auf seinem Zettel aufzutreiben.

Es entstand ein fantastisches Picknick und 6 neue Freunde waren gewonnen.
Am nächsten morgen war ich früher als Paul und Alex wach und habe etwas auf der stets mitreisenden Ukulele gespielt. Verwundert ist Paul zu mir gekommen und sagte lachend dass er auch eine Ukulele dabei hätte. Von dem Augenblick war ich Mitglied meiner ersten Ukulelenband und es wurden fleißig Lieder geschrieben, Bandnamen und Instrumentennamen ausgedacht. Wir selber nennen uns „Uklear Arms“ welches wie „Nuklear Arms“ (engl.: Atomwaffen) klingt aber natürlich nicht damit verwechselt werden darf. Es steht für kreative Arme die das tolle Instrument bedienen.
Weitere Geniestreiche sind uns bei Liedern und Namen eingefallen. Die beiden Instrumente tragen nun die Namen: „Luke Agatha Layla“ und „Duke Andrew Lélé“. Die Ähnlichkeit zum Instrument ist dabei wohl nicht näher zu erwähnen.

Melbourne wurde dann unsere kreative Heimat und abends haben wir Gäste einer Bar mit himmlischen Tönen glücklich gemacht.
Zusammen ging es also von Museen zu Konzerten, Bars und Ukulelenkompositionen.
Musikalisch ging es auch den nächsten Tag weiter. Als ich morgens das Hostel verlassen wollte, lachte mich ein Angebot einer Kanadischen Backpackerin in Form eines kleinen gelben Zettels an. Auf diesem war ein Angebot für ein Ticket geschrieben das den Eintritt in die Rod Laver Arena garantierte. Die Rod Laver Arena ist der „Center Court“ der „Australian Open“ die eines der viert größten Tennisveranstaltungen der Welt sind. Da diese jedoch grade vorbei waren, spielte die englische Band Coldplay in der Halle.
Da ich diese schon aus den Kinderschuhen kenne und noch nie live gesehen habe war ich äußerst interessiert. Da sie im Moment auf dem Höhepunkt ihrer Karriere sind waren die Karten mit A$150 nachvollziehbar aber trotzdem sehr überteuert. Das Angebot aus dem Hostel versprach mir die Karte für A$100. Nach reiflichem Überlegen und zurückdenken ans erfolgreiche Fahrradgeschäft habe ich mir die Eintrittskarte gekauft.
An der Arena angekommen hat sich herausgestellt dass es eine Sitzplatzkarte war. Da ich aber lieber im Stehbereich sein wollte ist es mir mit List gelungen eine Zutrittsberechtigung zu bekommen für diesen aufzutreiben. Da ich nun mein Ausgangsticket nicht mehr brauchte habe ich dieses für A$70 weitergegeben. A$30 also 15€ waren dann doch ein guter Deal und das Konzert konnte beginnen.

Insgesamt war das Konzert ganz gelungen, das Publikum das ja hauptsächlich für die Stimmung zuständig ist hat nicht so sehr mitgewirkt. A$150 war es meiner Meinung nicht wert. A$30 waren jedoch ein äußerst guter Preis.
Am nächsten Tag haben wir beim weiteren Stadterkunden das ein oder andere Museum unter die Lupe genommen und ich habe mein Interesse zur zeitgenössischen Kunst entdeckt. Hier in Melbourne gibt es an jeder zweiten Ecke etwas Künstlerisches zu sehen. Außerdem sind wir am berühmten Kasino Melbournes vorbei gelaufen und damit war auch die Frage geklärt was wir am Abend machen sollen.
Der Plan sah folgendermaßen aus: In Schale schmeißen dass das gemeine Volk einen nicht ausmachen kann und ein Vermögen gewinnen.

Alex hat dabei als unauffälliger Beobachter Fotos geschossen. Paul und Ich haben derweil unser Glück bei Roulette und Blackjack versucht. Stets mit der goldenen Regel was gewonnen wird, wird investiert. Somit kommt erst gar nicht die Gefahr auf mit Gewinn nach hause zugehen. Dieser würde nämlich nur den Schwachsinn von Glückspiel mit dem süßen Geschmack von freiem Geld überdecken. Dieser Gefahr sind wir somit umgangen.
Das versprochene Vermögen haben wir trotzdem gewonnen. Dieses ist nicht in Form von 20,50 und 100 Dollarscheinen zu uns gekommen sondern zu mir mit der Erkenntnis dass wir jeweils einen sehr guten Freund gefunden haben.
Die zwei wunderbaren Wochen gingen langsam zu Ende. Alex ist zurück nach Sydney gefahren. Paul und Ich sind noch zwei Tage länger in Melbourne geblieben.
Den letzten Tag sind wir auf ein Konzert eines Mannes namens: „Dan Deacon“ gegangen.
Paul hatte ihn zuvor in Los Angeles live gesehen und versprach mir dass es Spitze wird.
Da ich mich zwei Wochen lang mit ihm zu 100% gut verstanden habe, habe ich nicht ein kleines bisschen Zweifel gehabt.
Im Nachhinein kann ich sagen dass es eines der besten Konzerte war die ich je gesehen habe.

Vor dem Konzert haben wir uns mit Dan Deacon unterhalten können, das hat ihn schon einmal sehr sympathisch gemacht. Er war sich nicht zu schade für Smalltalk.. Das Konzert ist einfach nicht zu beschreiben. Das muss man selbst gesehen haben.
Ich werde es definitiv nicht vergessen und Zirka 3 Wochen in Melbourne haben ein wunderbares Ende genommen.
Paul und Ich haben uns dann verabschiedet und beschlossen nur noch Mollakkorde auf den Ukulelen zu spielen. Es ist schon äußerst schade sich immer wieder von Menschen zu verabschieden mit denen man doch sehr gerne viel mehr Zeit verbringen möchte.
Wir haben uns auf Anhieb fantastisch verstanden und ich freue mich sehr drauf den guten Freund wieder zusehen.
Glücklicherweise ist England ja einfach zu erreichen und im Kopf ist die Reise schon gebucht.
„Tschüss sagen“ ist sicherlich etwas das ich nur all zu gut kennen gelernt habe.

Unsere Wegen haben sich dann also getrennt und ich habe mich auf den Weg nach Adelaide gemacht da von dort aus mein nächstes Abendteuer starten sollte.

Wer sich aus dem letzten Artikel noch an den Fahrradverkauf erinnern kann, weiß auf sicher dass ich dadurch auch einen Freund gewonnen habe der aus Melbourne kam.
Nachdem wir eines Abends nach einem bisschen Fußball zusammen saßen hat er erzählt dass seine junge Schwester in dem Staat „South Australia“ genauer gesagt in Adelaide ein Stück aufführt.
In Adelaide wird jährlich das zweitgrößte „FringeFestival“ abgehalten. Dieses Festival stellt die ganze Stadt auf den Kopf. Das Festival bietet eine Menge tolle Filme, Theater und Konzerte die nicht unbedingt für den Mainstream geschrieben werden.
Michael (mein Freund) erzählte also das seine Schwerster dort ein Stück von John Lennon aufführt.
Mir kam direkt eine Idee in den Kopf die wir umgehend in die Tat umgesetzt haben.
Lest aber dazu beim nächsten Blogeintrag mehr!
Ich wünsche euch alles erdenklich Gute.
Dein / Euer
Kevin
Dieses nannte sich: „Paul Williams und Alex Whiteman“
Zwei Freunde die sich eine Woche vor mir auf den Weg von Sydney nach Melbourne gemacht haben.
Kennen gelernt haben wir uns Wochen zu vor als ich den Sonnenaufgang am Opera House in Sydney betrachtet habe. (siehe ältere Einträge)
In dieser wunderbaren Umgebung habe ich Paul am Klavier sitzen sehen. Diese hat ein Künstler Wochen zuvor überall in der Stadt aufgestellt. Ich bin mit Paul ins Gespräch gekommen, nach kurzem Begrüßen haben wir schnell festgestellt dass wir zufälligerweise den gleichen Plan haben. Der aufmerksame Leser wird sich jetzt fragen:“ Im letzten Artikel stand doch gar nichts von einem Reisekollegen.“
Der einzige Haken an der Geschichte war dass Paul und Alex eine Woche früher in Sydney los gefahren sind, in dieser Zeit arbeitete ich noch für das Marketingunternehmen.
Somit haben sie sich ohne mich auf den Weg gemacht.
Als ich gestartet bin ist der Vorsprung der beiden von Tag zu Tag geschrumpft, als ich sie knapp eingeholt hatte, machte mir der technische Defekt den Strich durch die Rechnung.
Somit war ich früher im großen Melbourne als Paul und Alex.
In der Zwischenzeit habe ich begonnen Melbourne zu erkunden. Es ist eine Weltstadt die wohl jeden glücklich macht.
Von Konzerten, Kunstausstellungen, Sportveranstaltungen, Festivals und Sehenswürdigkeiten ist alles dabei und wartete erkundet zu werden.
Australien ist wohl eines der Rugbyverrücktesten Länder der Welt. Es ist Volkssport Nummer eins, jedoch ist Rugby nicht gleich Rugby. In Australien gibt es Rugby League, Rugby Union und Australian Football. Alle drei Unterscheiden sich in Herkunft, geschichtlichem Hintergrund und Verbreitung. Jeder Fan preist seinen favorisierten Sport jedoch immer als den besseren an und führt undurchsichtige Argumente an.
Um dem ganzen Wirrwarr nun mal auf die Schliche zukommen, ging es als erstes in den „Telstra Dome“. In dem kleineren Mehrzweckstadion der Stadt war an diesem Abend ein Australian Football Spiel zusehen. AFL auch „Aussie Rules“ genannt ist die Art Rugby die hauptsächlich im Staate „Victoria“. Der größte Unterschied zum Rugby ist wohl dadurch dass der Spielball nicht hinter eine Linie gebracht werden muss sondern von überall durch riesige Pfosten geschossen werden kann.

Das Spiel zwischen „Geelong“ und „Adelaide“ hat mich zwar nicht unbedingt gefesselt, wer sich aber für allerlei Sportarten interessiert langweilt sich bei solch einem Großevent sicherlich nicht.
Glücklicherweise haben wir einen Australier kennen gelernt der uns mit dem Regelement vertraut gemacht hat.
Geelong hat das Spiel ohne große Anstrengungen für sich entschieden.
Der nächste Tag hat mich dann durch die Straßen Melbournes laufen lassen wo ich nach nicht allzu langer Zeit näher an Deutschland zu sein schien als ich dachte. Da ich jedoch noch so schnell nicht wieder ins gute alte Deutschland zurückkehren will, bin ich die neun Kilometer nicht weiter gegangen.

Zurück in der Melbourner Innenstadt ging es vorbei an der Universität zum „Queen Victoria Market“ der Markt verleiht einem das Gefühl auf einem europäischen Wochenmarkt zu sein. Nur in riesengroß. Klamottenhändler stehen neben Marktschreiern und anderen Obskuren Persönlichkeiten und vertreiben ihre Güter.
Es gibt viele europäische Spezialitäten wiederzuentdecken. Von deutscher Bratwurst mit Sauerkraut gibt es türkische Falafel, italienischen Wein und französischen Käse.

Eine Fahrt im historischen Bimmelbähnchen brachte mich genug europäischem Flair dann zu einer echten australischen Heiligstätte.
Zumindest eine Heiligstätte für Sportliebhaber. Es ging zum Melbourne Criket Ground.
Diese Einrichtung ist das größte Criketstadion weltweit und das größte Stadion in dem ich jemals war. Es fasst 100.000 Menschen und ist eine echte Sehenswürdigkeit. Ich habe dort das Finale der australischen Criketliga gesehen. Es war ein „One-Day-Match“ zwischen Victoria und Queensland.
One-Day-Match heißt also, dass das Spiel „nur“ einen Tag dauert. Ein normales Match kann schon mal mehrere Tage dauern.

Wer schon mal Criket im Fernsehen gesehen haben sollte weiß dass der Sport nicht unbedingt voll gepackt mit Action ist. Wer nicht begeistert von diesem Sport ist muss sehr viel Zeit und Sitzfleisch mitbringen um ein ganzes Match durch zustehen.
Die zweite weit verbreitete Sportart war somit auch untersucht worden. Danach wurde der Ausflug in die Welt der australischen Sportarten dann erst mal beendet.
Denn in Melbourne gab es natürlich noch mehr zusehen als australische Sportarten und zwar…

… ja genau! Europäische Sportarten! das große Fußballfinale der australischen Liga zwischen Melbourne und Adelaide. Dieses Mal war die Sportart nicht sehr australisch und ich brauchte keinen nach Regeln zu fragen.
Nachdem Melbourne das Finale mit 1:0 für sich entschieden hat, sind die Spieler zur Ehrenrunde angetreten und man konnte das ein oder andere hübsche Foto von den Stars schießen.

Nach dem das Finale entschieden war, stand die ganze Stadt Kopf. Das große Finale war vorbei, der Cup blieb in Melbourne und eine sportliche Woche ging damit vorerst zu Ende.
Sie wurde dann durch eine kommende Woche ersetzt die der ersten in nichts nach stand.
Die zwei Hauptzutaten dafür war dann die Ankunft meiner beiden Freunde Paul und Alex.
Als sie in der Hauptstadt „Victorias“ angekommen sind habe ich sie dann mit Eis, Wasser und offenen Armen empfangen.

Auf der Fahrradtour haben wir leider keine Zeit zusammen verbringen können, jedoch war Melbourne wie geschaffen es mit zwei wunderbaren Freunden zu erkunden.
Die zwei Wochen die wir in Melbourne verbracht haben, waren bisher zwei der besten der letzten 5 Monate.
Die ersten Tage haben wir dann zusammen die Stadt durchforstet und die wunderbare Bibliothek Melbournes zu unserem Hauptquartier erklärt.

Von hieraus wurde jeder neue Tag geplant. Kunstvollste Ansichtskarten entstanden in diesen Wänden und der Weg zu den hübschen Straßen Melbournes war nicht weit.
Mit waschechten „Melbournenern“ haben wir uns eines Nachmittags in der Bibliothek getroffen und dort eine amüsante Picknickidee verwirklicht.
Mit acht Leuten haben wir acht Länder auf kleine Zettel geschrieben und jeder hat eines der kleinen Papierkneule gezogen.
Dreißig Minuten hatte man dann Zeit eine kulinarische Köstlichkeit des Landes auf seinem Zettel aufzutreiben.

Es entstand ein fantastisches Picknick und 6 neue Freunde waren gewonnen.
Am nächsten morgen war ich früher als Paul und Alex wach und habe etwas auf der stets mitreisenden Ukulele gespielt. Verwundert ist Paul zu mir gekommen und sagte lachend dass er auch eine Ukulele dabei hätte. Von dem Augenblick war ich Mitglied meiner ersten Ukulelenband und es wurden fleißig Lieder geschrieben, Bandnamen und Instrumentennamen ausgedacht. Wir selber nennen uns „Uklear Arms“ welches wie „Nuklear Arms“ (engl.: Atomwaffen) klingt aber natürlich nicht damit verwechselt werden darf. Es steht für kreative Arme die das tolle Instrument bedienen.
Weitere Geniestreiche sind uns bei Liedern und Namen eingefallen. Die beiden Instrumente tragen nun die Namen: „Luke Agatha Layla“ und „Duke Andrew Lélé“. Die Ähnlichkeit zum Instrument ist dabei wohl nicht näher zu erwähnen.

Melbourne wurde dann unsere kreative Heimat und abends haben wir Gäste einer Bar mit himmlischen Tönen glücklich gemacht.
Zusammen ging es also von Museen zu Konzerten, Bars und Ukulelenkompositionen.
Musikalisch ging es auch den nächsten Tag weiter. Als ich morgens das Hostel verlassen wollte, lachte mich ein Angebot einer Kanadischen Backpackerin in Form eines kleinen gelben Zettels an. Auf diesem war ein Angebot für ein Ticket geschrieben das den Eintritt in die Rod Laver Arena garantierte. Die Rod Laver Arena ist der „Center Court“ der „Australian Open“ die eines der viert größten Tennisveranstaltungen der Welt sind. Da diese jedoch grade vorbei waren, spielte die englische Band Coldplay in der Halle.
Da ich diese schon aus den Kinderschuhen kenne und noch nie live gesehen habe war ich äußerst interessiert. Da sie im Moment auf dem Höhepunkt ihrer Karriere sind waren die Karten mit A$150 nachvollziehbar aber trotzdem sehr überteuert. Das Angebot aus dem Hostel versprach mir die Karte für A$100. Nach reiflichem Überlegen und zurückdenken ans erfolgreiche Fahrradgeschäft habe ich mir die Eintrittskarte gekauft.
An der Arena angekommen hat sich herausgestellt dass es eine Sitzplatzkarte war. Da ich aber lieber im Stehbereich sein wollte ist es mir mit List gelungen eine Zutrittsberechtigung zu bekommen für diesen aufzutreiben. Da ich nun mein Ausgangsticket nicht mehr brauchte habe ich dieses für A$70 weitergegeben. A$30 also 15€ waren dann doch ein guter Deal und das Konzert konnte beginnen.

Insgesamt war das Konzert ganz gelungen, das Publikum das ja hauptsächlich für die Stimmung zuständig ist hat nicht so sehr mitgewirkt. A$150 war es meiner Meinung nicht wert. A$30 waren jedoch ein äußerst guter Preis.
Am nächsten Tag haben wir beim weiteren Stadterkunden das ein oder andere Museum unter die Lupe genommen und ich habe mein Interesse zur zeitgenössischen Kunst entdeckt. Hier in Melbourne gibt es an jeder zweiten Ecke etwas Künstlerisches zu sehen. Außerdem sind wir am berühmten Kasino Melbournes vorbei gelaufen und damit war auch die Frage geklärt was wir am Abend machen sollen.
Der Plan sah folgendermaßen aus: In Schale schmeißen dass das gemeine Volk einen nicht ausmachen kann und ein Vermögen gewinnen.

Alex hat dabei als unauffälliger Beobachter Fotos geschossen. Paul und Ich haben derweil unser Glück bei Roulette und Blackjack versucht. Stets mit der goldenen Regel was gewonnen wird, wird investiert. Somit kommt erst gar nicht die Gefahr auf mit Gewinn nach hause zugehen. Dieser würde nämlich nur den Schwachsinn von Glückspiel mit dem süßen Geschmack von freiem Geld überdecken. Dieser Gefahr sind wir somit umgangen.
Das versprochene Vermögen haben wir trotzdem gewonnen. Dieses ist nicht in Form von 20,50 und 100 Dollarscheinen zu uns gekommen sondern zu mir mit der Erkenntnis dass wir jeweils einen sehr guten Freund gefunden haben.
Die zwei wunderbaren Wochen gingen langsam zu Ende. Alex ist zurück nach Sydney gefahren. Paul und Ich sind noch zwei Tage länger in Melbourne geblieben.
Den letzten Tag sind wir auf ein Konzert eines Mannes namens: „Dan Deacon“ gegangen.
Paul hatte ihn zuvor in Los Angeles live gesehen und versprach mir dass es Spitze wird.
Da ich mich zwei Wochen lang mit ihm zu 100% gut verstanden habe, habe ich nicht ein kleines bisschen Zweifel gehabt.
Im Nachhinein kann ich sagen dass es eines der besten Konzerte war die ich je gesehen habe.

Vor dem Konzert haben wir uns mit Dan Deacon unterhalten können, das hat ihn schon einmal sehr sympathisch gemacht. Er war sich nicht zu schade für Smalltalk.. Das Konzert ist einfach nicht zu beschreiben. Das muss man selbst gesehen haben.
Ich werde es definitiv nicht vergessen und Zirka 3 Wochen in Melbourne haben ein wunderbares Ende genommen.
Paul und Ich haben uns dann verabschiedet und beschlossen nur noch Mollakkorde auf den Ukulelen zu spielen. Es ist schon äußerst schade sich immer wieder von Menschen zu verabschieden mit denen man doch sehr gerne viel mehr Zeit verbringen möchte.
Wir haben uns auf Anhieb fantastisch verstanden und ich freue mich sehr drauf den guten Freund wieder zusehen.
Glücklicherweise ist England ja einfach zu erreichen und im Kopf ist die Reise schon gebucht.
„Tschüss sagen“ ist sicherlich etwas das ich nur all zu gut kennen gelernt habe.

Unsere Wegen haben sich dann also getrennt und ich habe mich auf den Weg nach Adelaide gemacht da von dort aus mein nächstes Abendteuer starten sollte.

Wer sich aus dem letzten Artikel noch an den Fahrradverkauf erinnern kann, weiß auf sicher dass ich dadurch auch einen Freund gewonnen habe der aus Melbourne kam.
Nachdem wir eines Abends nach einem bisschen Fußball zusammen saßen hat er erzählt dass seine junge Schwester in dem Staat „South Australia“ genauer gesagt in Adelaide ein Stück aufführt.
In Adelaide wird jährlich das zweitgrößte „FringeFestival“ abgehalten. Dieses Festival stellt die ganze Stadt auf den Kopf. Das Festival bietet eine Menge tolle Filme, Theater und Konzerte die nicht unbedingt für den Mainstream geschrieben werden.
Michael (mein Freund) erzählte also das seine Schwerster dort ein Stück von John Lennon aufführt.
Mir kam direkt eine Idee in den Kopf die wir umgehend in die Tat umgesetzt haben.
Lest aber dazu beim nächsten Blogeintrag mehr!
Ich wünsche euch alles erdenklich Gute.
Dein / Euer
Kevin
Permalink (0 Kommentare) Kommentieren
... ältere Einträge