Neuseeland Klappe die erste
Samstag, 13. Juni 2009, 22:56
Nach einem relativ kurzen 3 Stunden Flug von Sydney nach Christchurch bin ich auf der Südinsel Neuseelands angekommen.
Christchurch ist, wie der Name schon vermuten lässt, benannt nach einer christlichen Kirche.
Diese stellt auch das Zentrum der Stadt dar.

Christchurch hatte meiner Meinung nach nicht sonderlich viel zu entdecken. Ich habe dort also nur 2 Tage verbracht um in den neuseeländischen Flair einzutauchen. Lange hat dies aber nicht gedauert da die Unterscheide zum großen Bruder Australien nicht sonderlich groß sind.
Hoch motiviert und gut gelaunt ging es dann an den Start.

Busunternehmen die einen durch das ganze Land fahren sind in Neuseeland eine beliebte Art zu reisen. Da ich aber die letzte 3 Tages Tour durch das australische Outback schon nicht wirklich genossen habe, wusste ich dass ich dies keinen Monat durch stehen werde.
Ich habe mich also dann doch lieber entschieden das altbewährte Trampen weiterzuführen. Im Nachhinein ärgere ich mich dass ich auch nur drüber nachgedacht habe anders zu reisen.
In Christchurch ging es also los und das erste Ziel hieß Timaru. Viele neuseeländische Städte haben immer noch Namen in der Sprache der Maori.
Die Maori stellen die Ureinwohner Neuseelands dar. Im Vergleich zu den Aboriginies sind diese in ihrem Heimatland sehr viel besser integriert. Man könnte es als Paradebeispiel gelungener Integration bezeichnen. So etwas findet man ja weltweit nur selten. Auf der Karte auf der ihr meine Rundreise verfolgen könnt, sind auch beide Namen zu sehen.

Zu erst ging es also von Christchurch aus nach Timaru. Das kleine Örtchen an der neuseeländischen Ostküste ist schön in einer Bucht gelegen.

An der Spitze der Bucht habe ich dann auch mein Zelt aufgeschlagen. Bis zu diesem wunderbaren Sonnenuntergang habe ich dann das ein oder andere Buch gelesen und meine grobe Route durch Neuseeland geplant.

Nachdem viele Informationen über Neuseeland eingeholt worden sind, hat sich herausgestellt dass doch der Interessanteste Part die Westküste ist. Demnach bin ich morgens weiter die Ostküste herunter bis ich im kleinen Örtchen Omaru angekommen bin. Diese Stadt war schon ein wenig Unterhaltsamer als der kleine Gegenpart etwas weiter nördlich.
In Omaru angekommen wurde die Stadt gleich erkundet. Im Zentrum angekommen hat mich eine Sache zum nachdenken gebracht. Mein Plan stand zwar das Land mit den Neuseeländern in ihrem Auto zu durchqueren. Dann habe ich jedoch folgendes entdeckt und meinen Plan ändern wollen. Die Lust am Radfahren ist wieder in mir hochgekommen und ich wollte mit diesem Drahtesel gleich weiter gen Süden fahren.

Da es jedoch ein Ausstellungsstück des Museums war, ist mein Traum dahin geschmolzen.
Das Museum war allerdings im Vergleich zur Größe der Stadt gar nicht schlecht.
Sowohl eine historische Ecke als auch eine modernen Part gab es hier zu bestaunen.
Eine Skulptur aus mehreren Gesichtern hat mir besonders gut gefallen.

Omaru selber ist bekannt für seine Pinguinkolonie. Die kleinen Pinguine leben hier an der Südostküste Neuseelands und kommen abends gegen 18h nach dem fischen wieder nach Hause.
Das Fotografieren war dort in der Kolonie nicht erlaubt da der Blitz die Pinguine so sehr irritieren kann dass sie nicht mehr nach Hause finden. In zwei Stunden Beobachtungszeit haben wir leider nur 5 Pinguine sehen können. Laut den Betreibern des Habitates war es die wohl geringste Ausbeute an zurückkehrenden Pinguinen seit Jahren. Viele sind an diesem Abend nicht gekommen da scheinbar das Fischen äußerst gut war. Zwei Pinguine konnte ich jedoch für ein einfangen:

Hier in Omeru gilt scheinbar „Pinguin vor rechts“. Die ganze Stadt ist stolz auf die kleinen Mitbewohner.
Am nächsten Tag ging es dann mit einem Schotten der hier in Neuseeland als Saisonarbeiter Schafe schert. Von zu Hause hat er die Erfahrung mitgebracht und kann in Neuseeland unglaublich viel arbeiten. Man hört Proportionen dass auf einen Neuseeländer 6-8 Schafe kommen. Bei 4 Millionen „Kiwi’s“ (wie die Neuseeländer genannt werden) kann man sich vorstellen wie viel mein schottischer Freund da zu tun hat.
Weiter ging es dann zusammen nach Dunedin. Eigentlich wollte er viel weiter in den Süden fahren. Da ich ihm aber erzählt habe dass ich in Dunedin bleiben will hat er sich entschlossen dort auch eine Nacht zu bleiben.
In der zweit größten Stadt der Südinsel angekommen habe ich in einem Restaurant etwas Verwirrendes gefunden.
Neuseeland ist mit den kleinen Pazifikinseln das Land das die ersten Sonnenstrahlen des neuen Tages mitbekommt. 12 Stunden vor Mitteleuropäischer Zeit und im Süden der südlichen Hemisphäre kann man wohl für deutsche Begriffe nur kaum noch weiter weg sein. Dass es genau auf der anderen Seite der Welt in Deutschland nicht all zu schlechtes Bier gibt, hat sich bis hierher herumgesprochen.

In Dunedin habe ich nach dem erkunden der Stadt drei Franzosen kennen gelernt die in Neuseeland studierten.
Da der erste seinen Führerschein verloren hat, der zweite ihn vergas und der dritte keinen hatte waren die drei ziemlich aufgeschmissen. Sie wollten den südlichsten Nationalpark „The Catlins“ mit dem Auto erkunden konnten aber nicht dort hinkommen. Da solch ein Ausflug ganz gut in meinen Plan gepasst hat, haben wir uns zusammen an die Organisation gesetzt und einen dreitages-Trip geplant. Das Auto wurde nächsten morgen gemietet und ich saß ab dann hinterm Steuer um den wunderschönen Süden zu erkunden.
Das erste Ziel war nur eine halbe Stunde von Dunedin entfernt und hieß „Lamach Castle“.
Das kleine Schloss ist das einzige in ganz Neuseeland und liegt idyllisch auf einem Berg. Ein Schotte der nach Neuseeland ausgewandert ist hat dieses für seine Herzdame im Süden der Insel errichtet. Genau wie die Kirche in Christchurch ist das Schloss im Vergleich zu europäischen Bauten nicht sehr außergewöhnlich.

Durch kleine Täler und über viele grüne Hügel sind wir durch wunderbare Szenarien zur Küste gefahren. An diesem speziellen Ort konnten wunderbar Albatrosse beobachtet werden. Diese eindrucksvollen Vögel können eine Spannweite von 3 Metern erreichen und sind damit die größten Vögel der Welt. Leider sehen sie auf dem Bild nicht anders aus als gewöhnliche Möwen. In Natura sieht man den Unterschied aber deutlich.

Der dritte Ausflugspunkt an diesem abwechselungsreichen Tag war ein äußerst abgelegener Strand zu dem man 1 Stunde fahren musste und dann noch mal einen Fußmarsch von 45 Minuten folgen lassen musste.
Nach dieser epischen Reise ist man aber mit Blick über einen Strand belohnt worden der den Lebensraum von wilden Robben darstellte. An diese konnte man dann sogar nah heran kommen.
Robbe in strauch
Obwohl es ca. 10°C Grad waren, habe ich die Zähne zusammen gebissen und bin auf einen kleinen Ausflug ins Meer gegangen. Von dort konnte man dann auch schwimmende Robben im Meer beobachten. Die meisten hielten sich jedoch am Strand auf.
0134 Video
So langsam kam der Abend dann nach einem langen Tag wurde der Hunger auch größer und größer. Wir haben uns also wieder vom Robbenstrand auf zum nächsten Ziel gemacht. Dieser sollte von Pinguinen bewohnt sein und wie in Omaru sollten hier die Tiere nach einem langen Tag im Meer nach Hause kehren. Mit dem Abendessen im Gepäck haben wir uns dann auf zum nächsten Strand gemacht und uns in Position gebracht.
Wiederum war die Ausbeute nicht überragend. Die handvoll Pinguine die wir gesehen haben ließen sich auch nicht auf Kamera einfangen. Der anstrengende Marsch zu diesem Strand hat sich aber trotzdem gelohnt. Oben angekommen sind wir mit dafür mit einem fantastischen Blick belohnt worden.

Nach dem das Essen verspeist wurde und wir wieder gestärkt waren, haben wir dann nur noch unser Nachlager aufgeschlagen und uns auf Bett gefreut. Am nächsten Morgen ging es dann wieder früh weiter. Als verhaltenen Start ging es dann morgens zu einem Leuchtturm der an einer der typischen rauen Klippen Neuseelands gelegen war. Es war ein äußerst stiller Ort aber nicht weniger Schön als alle anderen.

Nach der Leuchtturmexpedition ging es dann an Wasserfällen vorbei
zu meinem favorisierten Ausflugsziel der Reise. Das erste was ich gemacht habe als ich in Neuseeland angekommen bin war ein Gang zu alternativen Reisebüros. Ich habe nämlich auf der Reise bis dahin eine kleine Passion für das etwas andere Reiseziel entdeckt. Da ich neben Chile in einem der südlichsten Länder der Welt war hatte ich den Traum von Neuseeland aus die Antarktis zu erkunden. Leute denen ich davon erzählt habe, haben total unterschiedlich reagiert. Die ersten zwei Reisebüros haben mir keine Auskunft geben können. Erst das dritte konnte mir konkrete Informationen geben. Jeder noch so kühne Plan konnte die finanzielle Unterstützung aber nicht hervorbringen. Mein Traum vom ewigen Eis liegt aber wohl noch nicht völlig auf diesem. Andere Reisen werden wohl sicher noch in Zukunft folgen.
Wie dem auch sei hat mich mein favorisierter Ausflugsort näher an die Antarktis gebracht als bisher. Dieser war nämlich der südlichste Punkt der Südinsel Neuseelands.

Ich habe mir gedacht wenn ich es schon so weit geschafft habe, dann werde ich das nächste Mal noch 4803 Km drauflegen und das Ziel erreichen. Wenn ich den folgenden Jahren nicht den Geist fürs außergewöhnliche verlorne habe werde ich es sicher im Augenwinkel behalten.
Jedoch war nicht nur der Ort außergewöhnlich, ein kleines Wetterspektakel hat sich dort auch abgespielt.

Wie man auf dem Bild sehen kann, konnte man dort aus der Ferne eine Schlechtwetterfront heranziehen sehen. Man konnte genau den Unterschied ausmachen wo es regnete und wo die Sonne das Wetter bestimmte. Das Regenwetter hat sich weiter und weiter ausgebreitet, glücklicherweise war der Weg zum Auto aber nicht weit.
Wir sind also wieder zurückgegangen, von diesem Augenblick aber werde ich mich auf meiner Reise nur noch nördlich reisen.
Der Tag ging auch schon wieder zu Ende und nach einer kurzen Nacht wollten wir in den dritten Tag starten. Da uns aber ein kleines Missgeschick passiert ist, hat sich die Abfahrtszeit etwas verschoben. Die Autoschlüssel wurden im Innenraum vergessen und die Türen waren zu.
Nach reiflichem Hin und Her überlegen haben wir uns dagegen entschieden professionelle Hilfe zu holen. Ein Nachbar hat es in filigranster Manier trotz schwerem Gerät wie Hammer und Eisenstange geschafft das Auto zu öffnen.
Unmengen an Geld wurden damit eingespart und die Reise konnte weiter gehen.
Nach kurzer Autofahrt sind wir dann an den letzten Strand unserer kleinen Rundreise gekommen.
An diesem konnten die typisch rauen Küstenabschnitte beobachtet werden. Bei unglaublicher Windstärke und klirrender Kälte haben wir es an diesem schönen Fleck Erde aber nicht lange ausgehalten.

Da wir noch 3 Stunden hatten bis wir das Auto wieder abgeben mussten, wollten wir uns einen anderen Weg wieder zurück in die Zivilisation suchen. Wir haben uns dann für eine kleine Seitenstraße entschieden die viel versprechend aussah. Nach einem Kilometer jedoch wurde die Piste immer kleiner und der Asphalt verwandelte sich in Sand.
Kaum abgeschreckt sind wir munter weitergefahren bis wir 10 Minuten später mit unserem Bonbongleichen Automobil stecken geblieben sind.

Mit vereinten deutsch-französischen Kräften haben wir uns wieder aus dem Schlamassel heraus manövriert.
In Invercargill angekommen haben wir das Auto trotz angeschlagener Konditionen ohne Komplikationen wieder abgegeben.
Vom Auto als auch von meinen Reisekollegen habe ich mich dann nach drei ereignisreichen Tagen verabschiedet.
Weiter ging es vom unspektakulären Invercargill nach Te Anau. Vorbei an rauen Küsten, Bergseen und den dazugehörigen Erhebungen.

In Te Anau angekommen, wurde sich in einem Hostel niedergelassen das nur einen Steinwurf vom anliegenden See entfernt war. Unglaublich oft kann man in Neuseeland sehen dass die Wolkendecke zweigeteilt ist, jedoch horizontal. Dazwischen sind dann die Gipfel der hohen Berge auszumachen.

Te Anau an sich ist jedoch auch eher ein Transitpunkt um die nicht weit entfernten Fjorde zu erreichen. Da es hier wieder nahezu nur vollkommen geplante „Kaffeefahrten“ gab wurde ich von meinem alternativen Reiseweg abgelenkt. Glücklicherweise ging dies nur einen Tag. Die Reise dahin dauert ca. 3 Stunden. Entlang der Strecke kann man wunderbare Bergketten und Landschaften sehen. Zum Beispiel spiegeln sich diese Berge hier traumhaft im anliegenden See.

Die ganzen Gewässer um die Gletscher werden meist von dem Schmelzwasser gespeist. Diese Gewässer sind daher so klar dass man sie gedankenlos trinken kann. Aus einem nahe liegenden Fluss habe ich dort wohl das bis jetzt beste Wasser getrunken was ich je probiert habe. So klar und natürlich, einfach gut.
Weiter haben wir uns dann dem Fjord genähert und sind dann auf eine Bergkette gestoßen die nur durch einen Tunnel zu passieren ist.

Dieser einspurige Tunnel wurde extra angelegt um die Fjorde der Westküste Neuseelands zu erreichen.
Nach weiteren 30 Minuten Fahrzeit sind wir dann am „Miltford Sound“ angekommen. Dort wartete schon, wie es sich bei einer anständigen „Kaffeefahrt“ gehört, das parat stehende Schiff um den Fjord zu beschippern.

Der Fjord war natürlich unglaublich schön. Die steilen Klippen und das klare Wasser das von der tasmanischen See hineinfließt ergaben ein traumhaftes Bild. Sogar Delphine konnte man hier bestaunen.

Neben dem Wasser vom Ozean fließen aus unzählige kleine Bäche in den „Sound“.
Einen kann man dabei jedoch nicht mehr nur als kleinen Rinnsal bezeichnen. Der Zufluss fließt aus ca. 200 Metern in das Gewässer und ist ein imposanter Wasserfall.

Das kühle Nass knallt mit höchster Geschwindigkeit auf das Wasser und es entstehen dadurch wunderschöne Muster.

Nach dem der Ausflug auf Wasser zu Ende ging, wurden wir etwas nördlicher in Queenstown wieder herausgelassen. Queenstown liegt wie viele Städte Neuseelands wunderbar an einem See. Diese kleine Stadt ist jedoch weniger für seine tolle Lage als eher für seinen Adrenalin-suchenden Tourismus bekannt. Das pulsierende Nachtleben ein Fallschirm oder Bungeesprung steht hier normalerweise auf der Tagesordnung des Queenstownbesuchers. Nachdem ich dort einen Tag verbracht habe wusste ich dass ich hier nicht das finde nachdem ich Suche. Ich habe mich also schnell wieder aufgemacht. Glücklicherweise habe ich auf der Mildford Sound-Tour zwei Waliser aus Cardiff kennen gelernt die mich weiter mit in den Norden der Nation genommen haben.
In Franz Josef, so der Name des Ortes, angekommen gab es einen der bekanntesten Gletscher Neuseelands zu betrachten. In dem kleinen Ort haben mich dann jedoch die letzten zwei Wochen ohne anständige Regen und Winterausrüstung eingeholt. Da es in Japan und Australien hauptsächlich warm war, war das Wetter in Neuseeland definitiv ein großer Unterscheid. Einen Tag war ich also ans Bettgefesselt und konnte somit den schönen Gletscher nicht erklimmen.
Die nächsten Tage war es dann von den Seiten des Veranstalters nicht mehr möglich, glücklicherweise ist einem als Deutscher das Phänomen eines Gletschers nicht so unbekannt und es schmerzte nicht allzu sehr dies auszulassen. Das Dorf lag am Fuße des Gletschers und von dort konnte man diesen auch erkennen.

Nach dem kleinen Abstecher ins Hochgebirge, wurde der Daumen wieder eingesetzt um weiter nördlich zu reisen.
Nach nur 10 Minuten hat ein kleiner Campingbus angehalten mit zwei amüsanten Weggefährten.

Nick und David zwei Freunde aus Australien und Neuseeland reisten zusammen durch Neuseeland und haben mich gerne mitgenommen. Nick war Comedian aus Melbourne. Somit war für Unterhaltung auf der Reise gesorgt. Mein Ziel für den Tag war Greymouth. Die beiden haben mir dann noch viel von der Gegend gezeigt. Vorbei ging es an wunderbaren Seen und Naturschauspielen die hier leider nicht alle erwähnt werden können.

Auf dem Weg weiter nördlich konnte man bestens Neuseelands teilweise andere Infrastruktur belächeln.
Mein Favorit dabei war diese Brücke.

Eine Brücke wird hier von beiden Fahrrichtungen als auch vom Zugverkehr geteilt. Dass es da nicht zu unzähligen Unfällen kommt ist wohl eins der letzten ungeklärten Rätsel.
Die ersten zwei Wochen sind nun um und die Halbzeit in Neuseeland wurde eingeläutet.
Bald werde ich dann von den nächsten zwei Wochen aus dem Norden des schönen Landes berichten.
Ich wünsche euch alles Gute
dein/euer
Kevin
Christchurch ist, wie der Name schon vermuten lässt, benannt nach einer christlichen Kirche.
Diese stellt auch das Zentrum der Stadt dar.

Christchurch hatte meiner Meinung nach nicht sonderlich viel zu entdecken. Ich habe dort also nur 2 Tage verbracht um in den neuseeländischen Flair einzutauchen. Lange hat dies aber nicht gedauert da die Unterscheide zum großen Bruder Australien nicht sonderlich groß sind.
Hoch motiviert und gut gelaunt ging es dann an den Start.

Busunternehmen die einen durch das ganze Land fahren sind in Neuseeland eine beliebte Art zu reisen. Da ich aber die letzte 3 Tages Tour durch das australische Outback schon nicht wirklich genossen habe, wusste ich dass ich dies keinen Monat durch stehen werde.
Ich habe mich also dann doch lieber entschieden das altbewährte Trampen weiterzuführen. Im Nachhinein ärgere ich mich dass ich auch nur drüber nachgedacht habe anders zu reisen.
In Christchurch ging es also los und das erste Ziel hieß Timaru. Viele neuseeländische Städte haben immer noch Namen in der Sprache der Maori.
Die Maori stellen die Ureinwohner Neuseelands dar. Im Vergleich zu den Aboriginies sind diese in ihrem Heimatland sehr viel besser integriert. Man könnte es als Paradebeispiel gelungener Integration bezeichnen. So etwas findet man ja weltweit nur selten. Auf der Karte auf der ihr meine Rundreise verfolgen könnt, sind auch beide Namen zu sehen.

Zu erst ging es also von Christchurch aus nach Timaru. Das kleine Örtchen an der neuseeländischen Ostküste ist schön in einer Bucht gelegen.

An der Spitze der Bucht habe ich dann auch mein Zelt aufgeschlagen. Bis zu diesem wunderbaren Sonnenuntergang habe ich dann das ein oder andere Buch gelesen und meine grobe Route durch Neuseeland geplant.

Nachdem viele Informationen über Neuseeland eingeholt worden sind, hat sich herausgestellt dass doch der Interessanteste Part die Westküste ist. Demnach bin ich morgens weiter die Ostküste herunter bis ich im kleinen Örtchen Omaru angekommen bin. Diese Stadt war schon ein wenig Unterhaltsamer als der kleine Gegenpart etwas weiter nördlich.
In Omaru angekommen wurde die Stadt gleich erkundet. Im Zentrum angekommen hat mich eine Sache zum nachdenken gebracht. Mein Plan stand zwar das Land mit den Neuseeländern in ihrem Auto zu durchqueren. Dann habe ich jedoch folgendes entdeckt und meinen Plan ändern wollen. Die Lust am Radfahren ist wieder in mir hochgekommen und ich wollte mit diesem Drahtesel gleich weiter gen Süden fahren.

Da es jedoch ein Ausstellungsstück des Museums war, ist mein Traum dahin geschmolzen.
Das Museum war allerdings im Vergleich zur Größe der Stadt gar nicht schlecht.
Sowohl eine historische Ecke als auch eine modernen Part gab es hier zu bestaunen.
Eine Skulptur aus mehreren Gesichtern hat mir besonders gut gefallen.

Omaru selber ist bekannt für seine Pinguinkolonie. Die kleinen Pinguine leben hier an der Südostküste Neuseelands und kommen abends gegen 18h nach dem fischen wieder nach Hause.
Das Fotografieren war dort in der Kolonie nicht erlaubt da der Blitz die Pinguine so sehr irritieren kann dass sie nicht mehr nach Hause finden. In zwei Stunden Beobachtungszeit haben wir leider nur 5 Pinguine sehen können. Laut den Betreibern des Habitates war es die wohl geringste Ausbeute an zurückkehrenden Pinguinen seit Jahren. Viele sind an diesem Abend nicht gekommen da scheinbar das Fischen äußerst gut war. Zwei Pinguine konnte ich jedoch für ein einfangen:

Hier in Omeru gilt scheinbar „Pinguin vor rechts“. Die ganze Stadt ist stolz auf die kleinen Mitbewohner.
Am nächsten Tag ging es dann mit einem Schotten der hier in Neuseeland als Saisonarbeiter Schafe schert. Von zu Hause hat er die Erfahrung mitgebracht und kann in Neuseeland unglaublich viel arbeiten. Man hört Proportionen dass auf einen Neuseeländer 6-8 Schafe kommen. Bei 4 Millionen „Kiwi’s“ (wie die Neuseeländer genannt werden) kann man sich vorstellen wie viel mein schottischer Freund da zu tun hat.
Weiter ging es dann zusammen nach Dunedin. Eigentlich wollte er viel weiter in den Süden fahren. Da ich ihm aber erzählt habe dass ich in Dunedin bleiben will hat er sich entschlossen dort auch eine Nacht zu bleiben.
In der zweit größten Stadt der Südinsel angekommen habe ich in einem Restaurant etwas Verwirrendes gefunden.
Neuseeland ist mit den kleinen Pazifikinseln das Land das die ersten Sonnenstrahlen des neuen Tages mitbekommt. 12 Stunden vor Mitteleuropäischer Zeit und im Süden der südlichen Hemisphäre kann man wohl für deutsche Begriffe nur kaum noch weiter weg sein. Dass es genau auf der anderen Seite der Welt in Deutschland nicht all zu schlechtes Bier gibt, hat sich bis hierher herumgesprochen.

In Dunedin habe ich nach dem erkunden der Stadt drei Franzosen kennen gelernt die in Neuseeland studierten.
Da der erste seinen Führerschein verloren hat, der zweite ihn vergas und der dritte keinen hatte waren die drei ziemlich aufgeschmissen. Sie wollten den südlichsten Nationalpark „The Catlins“ mit dem Auto erkunden konnten aber nicht dort hinkommen. Da solch ein Ausflug ganz gut in meinen Plan gepasst hat, haben wir uns zusammen an die Organisation gesetzt und einen dreitages-Trip geplant. Das Auto wurde nächsten morgen gemietet und ich saß ab dann hinterm Steuer um den wunderschönen Süden zu erkunden.
Das erste Ziel war nur eine halbe Stunde von Dunedin entfernt und hieß „Lamach Castle“.
Das kleine Schloss ist das einzige in ganz Neuseeland und liegt idyllisch auf einem Berg. Ein Schotte der nach Neuseeland ausgewandert ist hat dieses für seine Herzdame im Süden der Insel errichtet. Genau wie die Kirche in Christchurch ist das Schloss im Vergleich zu europäischen Bauten nicht sehr außergewöhnlich.

Durch kleine Täler und über viele grüne Hügel sind wir durch wunderbare Szenarien zur Küste gefahren. An diesem speziellen Ort konnten wunderbar Albatrosse beobachtet werden. Diese eindrucksvollen Vögel können eine Spannweite von 3 Metern erreichen und sind damit die größten Vögel der Welt. Leider sehen sie auf dem Bild nicht anders aus als gewöhnliche Möwen. In Natura sieht man den Unterschied aber deutlich.

Der dritte Ausflugspunkt an diesem abwechselungsreichen Tag war ein äußerst abgelegener Strand zu dem man 1 Stunde fahren musste und dann noch mal einen Fußmarsch von 45 Minuten folgen lassen musste.
Nach dieser epischen Reise ist man aber mit Blick über einen Strand belohnt worden der den Lebensraum von wilden Robben darstellte. An diese konnte man dann sogar nah heran kommen.
Robbe in strauch
Obwohl es ca. 10°C Grad waren, habe ich die Zähne zusammen gebissen und bin auf einen kleinen Ausflug ins Meer gegangen. Von dort konnte man dann auch schwimmende Robben im Meer beobachten. Die meisten hielten sich jedoch am Strand auf.
0134 Video
So langsam kam der Abend dann nach einem langen Tag wurde der Hunger auch größer und größer. Wir haben uns also wieder vom Robbenstrand auf zum nächsten Ziel gemacht. Dieser sollte von Pinguinen bewohnt sein und wie in Omaru sollten hier die Tiere nach einem langen Tag im Meer nach Hause kehren. Mit dem Abendessen im Gepäck haben wir uns dann auf zum nächsten Strand gemacht und uns in Position gebracht.
Wiederum war die Ausbeute nicht überragend. Die handvoll Pinguine die wir gesehen haben ließen sich auch nicht auf Kamera einfangen. Der anstrengende Marsch zu diesem Strand hat sich aber trotzdem gelohnt. Oben angekommen sind wir mit dafür mit einem fantastischen Blick belohnt worden.

Nach dem das Essen verspeist wurde und wir wieder gestärkt waren, haben wir dann nur noch unser Nachlager aufgeschlagen und uns auf Bett gefreut. Am nächsten Morgen ging es dann wieder früh weiter. Als verhaltenen Start ging es dann morgens zu einem Leuchtturm der an einer der typischen rauen Klippen Neuseelands gelegen war. Es war ein äußerst stiller Ort aber nicht weniger Schön als alle anderen.

Nach der Leuchtturmexpedition ging es dann an Wasserfällen vorbei
zu meinem favorisierten Ausflugsziel der Reise. Das erste was ich gemacht habe als ich in Neuseeland angekommen bin war ein Gang zu alternativen Reisebüros. Ich habe nämlich auf der Reise bis dahin eine kleine Passion für das etwas andere Reiseziel entdeckt. Da ich neben Chile in einem der südlichsten Länder der Welt war hatte ich den Traum von Neuseeland aus die Antarktis zu erkunden. Leute denen ich davon erzählt habe, haben total unterschiedlich reagiert. Die ersten zwei Reisebüros haben mir keine Auskunft geben können. Erst das dritte konnte mir konkrete Informationen geben. Jeder noch so kühne Plan konnte die finanzielle Unterstützung aber nicht hervorbringen. Mein Traum vom ewigen Eis liegt aber wohl noch nicht völlig auf diesem. Andere Reisen werden wohl sicher noch in Zukunft folgen.
Wie dem auch sei hat mich mein favorisierter Ausflugsort näher an die Antarktis gebracht als bisher. Dieser war nämlich der südlichste Punkt der Südinsel Neuseelands.

Ich habe mir gedacht wenn ich es schon so weit geschafft habe, dann werde ich das nächste Mal noch 4803 Km drauflegen und das Ziel erreichen. Wenn ich den folgenden Jahren nicht den Geist fürs außergewöhnliche verlorne habe werde ich es sicher im Augenwinkel behalten.
Jedoch war nicht nur der Ort außergewöhnlich, ein kleines Wetterspektakel hat sich dort auch abgespielt.

Wie man auf dem Bild sehen kann, konnte man dort aus der Ferne eine Schlechtwetterfront heranziehen sehen. Man konnte genau den Unterschied ausmachen wo es regnete und wo die Sonne das Wetter bestimmte. Das Regenwetter hat sich weiter und weiter ausgebreitet, glücklicherweise war der Weg zum Auto aber nicht weit.
Wir sind also wieder zurückgegangen, von diesem Augenblick aber werde ich mich auf meiner Reise nur noch nördlich reisen.
Der Tag ging auch schon wieder zu Ende und nach einer kurzen Nacht wollten wir in den dritten Tag starten. Da uns aber ein kleines Missgeschick passiert ist, hat sich die Abfahrtszeit etwas verschoben. Die Autoschlüssel wurden im Innenraum vergessen und die Türen waren zu.
Nach reiflichem Hin und Her überlegen haben wir uns dagegen entschieden professionelle Hilfe zu holen. Ein Nachbar hat es in filigranster Manier trotz schwerem Gerät wie Hammer und Eisenstange geschafft das Auto zu öffnen.
Unmengen an Geld wurden damit eingespart und die Reise konnte weiter gehen.
Nach kurzer Autofahrt sind wir dann an den letzten Strand unserer kleinen Rundreise gekommen.
An diesem konnten die typisch rauen Küstenabschnitte beobachtet werden. Bei unglaublicher Windstärke und klirrender Kälte haben wir es an diesem schönen Fleck Erde aber nicht lange ausgehalten.

Da wir noch 3 Stunden hatten bis wir das Auto wieder abgeben mussten, wollten wir uns einen anderen Weg wieder zurück in die Zivilisation suchen. Wir haben uns dann für eine kleine Seitenstraße entschieden die viel versprechend aussah. Nach einem Kilometer jedoch wurde die Piste immer kleiner und der Asphalt verwandelte sich in Sand.
Kaum abgeschreckt sind wir munter weitergefahren bis wir 10 Minuten später mit unserem Bonbongleichen Automobil stecken geblieben sind.

Mit vereinten deutsch-französischen Kräften haben wir uns wieder aus dem Schlamassel heraus manövriert.
In Invercargill angekommen haben wir das Auto trotz angeschlagener Konditionen ohne Komplikationen wieder abgegeben.
Vom Auto als auch von meinen Reisekollegen habe ich mich dann nach drei ereignisreichen Tagen verabschiedet.
Weiter ging es vom unspektakulären Invercargill nach Te Anau. Vorbei an rauen Küsten, Bergseen und den dazugehörigen Erhebungen.

In Te Anau angekommen, wurde sich in einem Hostel niedergelassen das nur einen Steinwurf vom anliegenden See entfernt war. Unglaublich oft kann man in Neuseeland sehen dass die Wolkendecke zweigeteilt ist, jedoch horizontal. Dazwischen sind dann die Gipfel der hohen Berge auszumachen.

Te Anau an sich ist jedoch auch eher ein Transitpunkt um die nicht weit entfernten Fjorde zu erreichen. Da es hier wieder nahezu nur vollkommen geplante „Kaffeefahrten“ gab wurde ich von meinem alternativen Reiseweg abgelenkt. Glücklicherweise ging dies nur einen Tag. Die Reise dahin dauert ca. 3 Stunden. Entlang der Strecke kann man wunderbare Bergketten und Landschaften sehen. Zum Beispiel spiegeln sich diese Berge hier traumhaft im anliegenden See.

Die ganzen Gewässer um die Gletscher werden meist von dem Schmelzwasser gespeist. Diese Gewässer sind daher so klar dass man sie gedankenlos trinken kann. Aus einem nahe liegenden Fluss habe ich dort wohl das bis jetzt beste Wasser getrunken was ich je probiert habe. So klar und natürlich, einfach gut.
Weiter haben wir uns dann dem Fjord genähert und sind dann auf eine Bergkette gestoßen die nur durch einen Tunnel zu passieren ist.

Dieser einspurige Tunnel wurde extra angelegt um die Fjorde der Westküste Neuseelands zu erreichen.
Nach weiteren 30 Minuten Fahrzeit sind wir dann am „Miltford Sound“ angekommen. Dort wartete schon, wie es sich bei einer anständigen „Kaffeefahrt“ gehört, das parat stehende Schiff um den Fjord zu beschippern.

Der Fjord war natürlich unglaublich schön. Die steilen Klippen und das klare Wasser das von der tasmanischen See hineinfließt ergaben ein traumhaftes Bild. Sogar Delphine konnte man hier bestaunen.

Neben dem Wasser vom Ozean fließen aus unzählige kleine Bäche in den „Sound“.
Einen kann man dabei jedoch nicht mehr nur als kleinen Rinnsal bezeichnen. Der Zufluss fließt aus ca. 200 Metern in das Gewässer und ist ein imposanter Wasserfall.

Das kühle Nass knallt mit höchster Geschwindigkeit auf das Wasser und es entstehen dadurch wunderschöne Muster.

Nach dem der Ausflug auf Wasser zu Ende ging, wurden wir etwas nördlicher in Queenstown wieder herausgelassen. Queenstown liegt wie viele Städte Neuseelands wunderbar an einem See. Diese kleine Stadt ist jedoch weniger für seine tolle Lage als eher für seinen Adrenalin-suchenden Tourismus bekannt. Das pulsierende Nachtleben ein Fallschirm oder Bungeesprung steht hier normalerweise auf der Tagesordnung des Queenstownbesuchers. Nachdem ich dort einen Tag verbracht habe wusste ich dass ich hier nicht das finde nachdem ich Suche. Ich habe mich also schnell wieder aufgemacht. Glücklicherweise habe ich auf der Mildford Sound-Tour zwei Waliser aus Cardiff kennen gelernt die mich weiter mit in den Norden der Nation genommen haben.
In Franz Josef, so der Name des Ortes, angekommen gab es einen der bekanntesten Gletscher Neuseelands zu betrachten. In dem kleinen Ort haben mich dann jedoch die letzten zwei Wochen ohne anständige Regen und Winterausrüstung eingeholt. Da es in Japan und Australien hauptsächlich warm war, war das Wetter in Neuseeland definitiv ein großer Unterscheid. Einen Tag war ich also ans Bettgefesselt und konnte somit den schönen Gletscher nicht erklimmen.
Die nächsten Tage war es dann von den Seiten des Veranstalters nicht mehr möglich, glücklicherweise ist einem als Deutscher das Phänomen eines Gletschers nicht so unbekannt und es schmerzte nicht allzu sehr dies auszulassen. Das Dorf lag am Fuße des Gletschers und von dort konnte man diesen auch erkennen.

Nach dem kleinen Abstecher ins Hochgebirge, wurde der Daumen wieder eingesetzt um weiter nördlich zu reisen.
Nach nur 10 Minuten hat ein kleiner Campingbus angehalten mit zwei amüsanten Weggefährten.

Nick und David zwei Freunde aus Australien und Neuseeland reisten zusammen durch Neuseeland und haben mich gerne mitgenommen. Nick war Comedian aus Melbourne. Somit war für Unterhaltung auf der Reise gesorgt. Mein Ziel für den Tag war Greymouth. Die beiden haben mir dann noch viel von der Gegend gezeigt. Vorbei ging es an wunderbaren Seen und Naturschauspielen die hier leider nicht alle erwähnt werden können.

Auf dem Weg weiter nördlich konnte man bestens Neuseelands teilweise andere Infrastruktur belächeln.
Mein Favorit dabei war diese Brücke.

Eine Brücke wird hier von beiden Fahrrichtungen als auch vom Zugverkehr geteilt. Dass es da nicht zu unzähligen Unfällen kommt ist wohl eins der letzten ungeklärten Rätsel.
Die ersten zwei Wochen sind nun um und die Halbzeit in Neuseeland wurde eingeläutet.
Bald werde ich dann von den nächsten zwei Wochen aus dem Norden des schönen Landes berichten.
Ich wünsche euch alles Gute
dein/euer
Kevin
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