Outback Endeavour
Mittwoch, 6. Mai 2009, 09:08
Das nächste Ziel war also Adelaide. Wie schon im letzten Eintrag erwähnt, führte Michaels Schwester ein Stück im ca.600 Kilometer entfernten Adelaide auf. Da ich auf jeden fall nach Adelaide fahren musste um von dort aus das schon im Kopf geplante nächste Abendteuer auszuleben, drängte es mich auch dorthin.
Die Idee die mir da gekommen ist war Michaels Schwester während dem Theaterstück zu überraschen.
Michael, seine zweite Schwester und ich haben uns zusammen ins Auto gesetzt und sind die 600 Kilometer, wie das hier so üblich ist, an einem Stück durch gefahren. Wenn das gesamte Land soviel größer ist dann sind es scheinbar auch die Stunden die man ohne Probleme im Auto verbringen kann.
Nach ca. sieben Stunden Autofahrt sind wir dann 10 Minuten vor Beginn des Stücks angekommen. Die Tickets für die erste Reihe waren schon organisiert und das Stück konnte beginnen.
Als die schauspielernde jüngere Schwester auf die Bühne kam hat sie uns nach zirka 10 Minuten entdeckt aber unglaublich professionell reagiert und hat sich kaum etwas anmerken lassen.
Dass wir jedoch ein bisschen aus dem Konzept gebracht haben konnte sie dann doch nicht verbergen und die Freude im Nachhinein war riesig.
Nach der Show haben wir dann das gesamte Ensemble des John Lennon Stücks, welches sie aufgeführt haben, kennen gelernt. Das Stück hieß „In His Own Write“ und wurde von John Lennon und einem Freund geschrieben. Das Stück selbst ist geprägt von einer Kunstsprache die der Protagonist (John Lennon) selbst erfunden hat. Er versucht stets aus der eng geschnürten Welt voller Regeln der Gesellschaft und seinen Eltern zu entfliehen. Das Stück war sehr verrückt und nicht ganz einfach zu verstehen mir hat es allerdings gut gefallen. John Lennons Gedanken wurden durch die Schauspieler als Farben dargestellt (z.B. Orange)

Das Ensemble bestand komplett aus jungen Schauspielern in meinem Alter die alle aus der Gegend um Melbourne kamen. Nach dem Stück habe ich mich mit allen gut unterhalten und auch zufällig den Vater der Regisseurin getroffen. Nach dem ich ihm sagte dass ich zirka 5 Tage in Adelaide bleiben möchte hat er gesagt dass er den ganzen internationalen Flair toll findet und es erstaunend findet was junge Leute heutzutage auf die Beine stellen. Danach hat er mich eingeladen bei Ihnen im Haus mit dem ganzen Ensemble meine Zeit in Adelaide zu verbringen. Das habe ich natürlich dankend angenommen und der Grundstein für eine fantastische Zeit in der Hauptstadt „South Australias“ war gelegt.
Als Dankeschön für die Gastfreundschaft habe ich dann hinter den Kulissen bei allem geholfen wo ich gebraucht werden konnte. Dort habe ich festgestellt dass es in einem Theater echt diese wunderbaren Spiegel mit den 1000 Glühbirnen gibt.

Das Theaterstück wurde jeden Abend aufgeführt, jede noch so tolle künstlerische Arbeit rückt ein wenig in den Hintergrund wenn man es wieder und wieder sieht. Deshalb wurde am dritten Abend, nachdem ich nicht mehr gebraucht wurde Adelaide erkundet. Zufälligerweise war an diesem Abend ein großes Musikfestival in der Innenstadt Adelaides. Es hieß Future Musicfestival und war ein Event mit vielen internationalen Größen elektronischer Musik. Da das nicht direkt angesprochen hat, war ich nicht all zu sehr interessiert. Als ich jedoch durch die Stadt spazierte stellte sich heraus dass es scheinbar ein wirklich gewichtiges „Happening“ in der elektronischen Musikszene ist. Da man ja als stets als weltoffener Bürger durch die Strassen steht hat sich mein Interesse wecken lassen und ich bin zum Ticketschalter gegangen.
Nachdem ich in Erfahrung gebracht habe das ein Ticket A$130 kosten sollte habe ich kehrt gemacht. Soviel waren mir meine liberalen Pläne dann doch nicht wert.
In 100 Meter Entfernung habe ich dann verwundert auf den Boden geschaut und folgendes gefunden.

Lachend habe ich das Armband aufgehoben mir es um das Handgelenk geschnallt und bin nun eine Erfahrung in Richtung aktueller Musikkultur reicher.
Das Festival war relativ amüsant und voll gepackt mit Künstlern aus aller Welt. Scheinbar traten die bekanntesten DJs dort auf. Dinge von denen man keine Ahnung hat sind ja aber leider nur schwer zu bewundern da man die Komplexität nicht beurteilen kann.
Am nächsten Tag ging es dann wieder in Theater. Das Schauspiel wurde in der Innenstadt Adelaides aufgeführt. Auf dem Festivalgelände das im Stadtpark errichtet war, konnte man sogar die australische Tierwelt erleben.

Die putzigen Tiere mögen zwar ganz harmlos aussehen, jedoch sind sie eine echte Plage. Es gibt einfach zu viele von ihnen. Es ist strikt verboten ein Opossum zu füttern. Im rauen Teilen Australiens konnte man sich sogar 5$ Prämie für jedes gejagtes Opossum abholen.
Der letzte Tag in Adelaide ist dann auch schon angebrochen Tagsüber habe ich mich mit meinem danischen Freund aus Cairns getroffen. Es war wunderbar ihn wieder zusehen und wir hoffen dass wir uns in Neuseeland auch über den weg laufen.
Den letzten Abend bin ich dann mit dem gesamten Ensemble auf eine Aftershowparty gegangen. Ich habe mich von all den fantastischen jungen Schauspielern verabschiedet denn am nächsten morgen ging es gleich auf zum nächsten Abenteuer.
Mit einem der bekanntesten und legendärsten Züge der Welt ging es von Adelaide quer durch das Outback nach Alice Springs und weiter bis nach Darwin.

Von den insgesamt 3000 Kilometern Zugstrecke, wurden 1500km am ersten Tag bewältigt.
Von Adelaide ging es ins „Red Center“ nach Alice Springs. Die 22 Stunden im Zug gingen schneller vorbei als man denkt da man zwar stets einsame aber doch wunderschöne Landschaften erblicken kann.

Einen kurzen Stopp haben wir auf halber Strecke in Port Augusta gemacht um noch weitere Passagiere an Board zu holen. Dort hatte ich dann mal etwas mehr Zeit den luxuriösen Zug zu betrachten. Die gesamte Zustrecke von Adelaide bis nach Darwin steht zwar erst seit etwa 15 Jahren, jedoch sind in den Jahren vor der Vervollständigung viele erwähnenswerte Dinge passiert. Zum Beispiel hat vor langer Zeit ein technischer Defekt den Zug zum Anhalten gezwungen. Da der Zug damals noch lange nicht auf heutigem Niveau war, gab es auch keine direkte Funkverbindung zur nächsten Bahnstation (1000 Kilometer entfernt). Das Zugpersonal musste also wild jagen um alle Passagiere zu sättigen.
Solch abenteuerliche Geschichten werden heute wohl weniger zu Stande kommen.
Demnach ist auch unsere Reise reichlich konservativ verlaufen. Nach 22 Stunden sind wir dann in Alice Springs angekommen.

4 Tage Aufenthalt hatte ich dort eingeplant. Der Zug fährt nämlich nur 3mal die Woche.
In Alice Springs angekommen wurde der Weg zum Hostel eingeschlagen. Auf jeder Australien Karte ist Alice Springs groß eingezeichnet. Im Herzen des Landes schein das große Alice Springs zu leuchten. Sogar auf vielen politischen Weltkarten kann Alice Springs gefunden werden. Das interessante daran ist jedoch dass Alice Springs grade mal 23.000 Einwohner hat. Man muss also nicht immer ein ganz großer sein um bei den großen dabei zu sein. Man muss nur unter den richtigen Vorzeichen agieren. Bei Alice Springs scheint diese wohl, „einzige Stadt mit mehr also 1000 Einwohnern im Umkreis von 1300 Kilometern“ zu sein. Genau das macht auch den Reiz der kleinen Stadt aus. Umgeben von Wüste, Sand, Hügeln, und trockener Hitze beeindruckt die 23.000 Einwohnerstarke Stadt enorm.
So weit man sehen kann, kann man dort nichts sehen. In der kleinen Stadt sind demnach auch die rauesten Australier zu finden. Die Australier die kaum durch internationalen Einfluss von ihrem Flair verloren haben. Es war sehr schön diese Extreme kennen zu lernen, länger als 2 Tage braucht man aber auch nicht um dessen Grenzen zu erfahren. Demnach ging es Schnell mit dem Bus aus raus aus Alice Springs auf den Weg ins wahre Outback.
Da ich nur eine begrenzte Zeit in Alice Springs bleiben konnte war ich leider gezwungen eine „Kaffeefahrt“ mit zumachen. Also eine geführte Tour. Somit konnte ich das kulturell wertvollste Zentrum der Aboriginies nicht selbst erkunden. Früh morgens ging es mit der Busfahrt los und der erste Haltestopp hat uns gleich zu diesem lustigen Weggefährten gebracht.

Das Kamel ist zwar kein Uraustralisches Tier jedoch im Outback weit verbreitet. Die 3000 Kilometer lange Zugstrecke von Adelaide durch Alice Springs und Darwin wurde hauptsächlich mit der Unterstützung von afghanischen Kameltreibern unterstützt. Das Tier ist perfekt an die extremen Bedingungen angepasst. Die unglaublich lange Strecke hätte nicht ohne die afghanische Unterstützung wohl nicht errichtet werden können. Genau wegen dieser Tatsache trägt der Zug auch den Namen „The (af) Ghan“.
Am gleichen Ort habe ich dann auch nach 3 Monaten im Land des Kängurus ein lebendes getroffen. Es ist fröhlich durch das Gehege gesprintet. Welche in freier Wildbahn habe ich leider nur in meinem Kopf festhalten können.
CMIG9285 Känguruvideo
Nach dem Abschweifen in die australische Tierwelt ging es dann wieder in den Tourbus und es ging endlich zu einem der tollsten Naturwunder die mir bis jetzt begegnet sind. Dem Ayers Rock oder auch Uluru.
Das Heiligtum der Pitjantjatjara Aborigines ist der zweitgrößte Monolith in Australien. Es ist also ein einziger großer 869 Meter hoher Stein.
Als wir an dem lokalen Heiligtum angekommen sind, zeigte das Thermometer 37°C Grad an und der Tourguide konnte der Gruppe einen Gang zum Uluru nicht zu muten.
Demnach sind wir zu einem nahe gelegenen Museum gebracht worden wo der erste Nachmittag verbracht werden sollte.
Diese Situation kam für mich wie gerufen. Ich habe mich über das total überfüllte Museum gefreut und habe mich von dort aus, aus dem Staub in Richtung Ayers Rock gemacht.
Nach einem 20 Minuten Spatziergang ohne eine Menschenseele war ich am Juwel des Herzens Australiens angekommen.
Von vielen Reisenden hört man zwar dass es ja nur ein Stein sei, ich habe die Mischung aus totaler Stille, extremer Einsamkeit, Dürre und brennender Hitze am Fuße des beeindruckensten Naturschauspiels das ich bis dahin gesehen habe sehr genossen.
Ich hatte zu mindest für 30 Minuten das Gefühl den Uluru für mich alleine zu haben weil kein Mensch auch nur am Horizont zu sehen war.

Nachdem die Zeit „im Museum“ dann vorbei war und sich das Thermometer etwas entspannt hat ging es dann mit dem Bus zu der Kata Tjuṯa. Diese Gruppe von 36 Inselbergen ragen bis zu 1.069 Meter in die Höhe. Im Gegensatz zum kompakten Uluru bestehen die Kata Tjuṯa aus einem grobkörnigen Konglomerat aus Granit, Gneis und weiterem vulkanischen Gestein.

Der erste Tag neigte sich dann mit Sonnenuntergang vor dem Uluru zu Ende.

Von diesem Flecken konnte ich dann sowohl den Uluru als auch die Kata Tjuta im letzten Sonnenschein des Tages bestaunen.

Beides war in ausgesprochen schöne Farben gehüllt dessen Lichtstimmungen wohl nicht mal Monet zaubern könnte.
Geschlafen wurden dann dort unter freiem Himmel welches eine nächste Traumhafte Erfahrung war. Weg von allen Abgasen und Autos konnte man dann einen solch klaren Nachthimmel zusehen der einen glauben lässt bis in andere Galaxien schauen zu können.
Am nächsten Morgen ging es dann mit der ganzen Truppe um sechs Uhr zeitig zum Sonnenaufgang am Uluru. Das besondere daran ist dass der Felsen scheinbar im Sonnenaufgang glühen soll wie heißer Stein. Mit dem Verlauf der Sonne sind dann aber nicht nur das typische orange sondern auch silbern funkelnde Aspekte zu sehen.

Nachdem die Sonne aufgegangen ist hat man dann die Möglichkeit sich den Uluru von allen Seiten zu betrachten oder auf ihn hinauf zu klettern wie es viele Touristen machen.
Da der Uluru jedoch ein Heiligtum für die ansässigen Pitjantjatjara Aborigines ist und diese den Berg niemals betreten würden bitten diese auch fremde das nicht zu tun. Aus Respekt habe ich mich dann auch dagegen entschieden und bin einmal um den Monolithen herum gewandert was ca. zwei Stunden gedauert hat aber auch ungemein beeindruckend war.
Nach diesem langen Marathon gab es dann erstmal Kraftmahl. Diese haben wir wohl unter dem größten Kaktus genossen den ich je gesehen habe.

Das erste Wüstenaccessoire war während dem Essen echt wunderbar anzuschauen, das zweite dagegen war zwar aber amüsant aber dann doch auch lässig. Ein großer Emu war scheinbar äußerst hungrig und hat stets versucht unsere kulinarischen Köstlichkeiten zu klauen.

Nach mehreren gescheiterten Versuchen hat der Vogel dann aufgegeben und uns in Ruhe Kraft tanken lassen.
Nach dem Mittagessen ging es dann wieder in den Tourbus und auf eine der unzähligen Abschnitte auf Straßen im Outback wo man die Straße bis zum Horizont verfolgen kann.

Den zweiten und letzten Sonnenuntergang der Tour haben wir dann mit Blick auf eine weitere fantastische Gesteinsformation verbracht. Auch bei diesem Sonnenuntergang waren die verschiedenen Farben einfach überwältigend. Zwar gibt das Bild es nicht zu 100% wieder aber einen Eindruck kann es euch verschaffen.

Die letzte Nacht wurde dann wie die erste verbracht und zwar unter den Sternen. Das Camp war schnell aufgebaut und nach dem langen, ereignisreichen Tag sind fast alle schnell ins Bett gefallen, da es am nächsten morgen wieder früh los ging.
Um 6h klingelte der Wecker und das letzte Ziel auf der Tour wurde angesteuert.
Dieses hieß Kings Canyon. Was als kleiner Felsspalt begann wurde in Millionen von Jahren, durch das Einwirken von Wind, Regen und Fluten, zu einem beeindruckenden Canyon geformt.

Über die lange Zeit ist also mit Hilfe der Witterung immer mehr Sand übereinander geschichtet wurden und zu einem harten Sandstein gepresst. Das Ergebnis ist äußerst beeindruckend und der Canyon wächst immer noch weiter.

Das kompakte Outbackabenteuer ging dann nach einem 4 Stunden Marsch durch den ganzen Canyon langsam zu Ende und der Tourbus hat uns wieder nach Alice Springs gebracht.
Auf dem Weg dorthin habe ich einen der legendären „Roadtrain“ betrachten können.
Da es in Australien stets lange Strecken von Stadt zu Stadt sind, werden diese überdimensionalen LKWs eingesetzt. Diese können teilweise das Vierfache von einem normalen Truck von A nach B bringen. Auf den lang gezogenen Straßen des Outbacks ist es laut den Fahrern auch nicht anders die Riesen zu steuern.
Nachdem wir dann wieder im kleinen entlegenen Alice Springs angekommen sind, sind wir an merkwürdig eingezäunten Stahlgerüsten vorbei gefahren. Nachdem ich gefragt habe was das darstellen solle, habe ich die antwort bekommen dass dies ein US Amerikanischer Stützpunkt sei. Obwohl 900 von 23.000 Einwohnern von Alice Springs wegen dem Stützpunkt Namens „Pine Gap“ in der Stadt wohnen, weiß keiner so wirklich warum dieser Stützpunkt dort existiert. Sogar Leute die ihr ganzes Leben in Alice Springs wohnen können einem nicht mehr über den Grund und Auftrag des Stützpunktes sagen. Erst nach gründlicher Recherche im Internet habe ich gelesen dass der Stützpunkt im Kalten Krieg als Spionagehilfe eingesetzt wurde. Jetzt ranken sich verwirrende Theorien um den Stützpunkt die von
Nuklearsprengköpfen in der Stratosphäre über unterirdischen Städten für die „Elite der Gesellschaft“ bis zur Kolonisierung des Mars reichen.
Dass der Stützpunkt interessant aussieht liegt auf der Hand. Die künstlerische Freiheit und Fantasie mancher, spielt dem Mythos hier in die Karten und eröffnet Amerika wohl jeden Sciencefiction Traum.

Nach den ganzen Spekulationen um Aliens, Raumschiffen und sonstigen Weltraummissionen ging es für mich wieder in den „Ghan“. Die nächsten 1.500 Kilometer Zugreise standen bevor. Ein weiterer Tag im Zug stand mir bevor.

Das Ziel hieß Darwin was nach dem bekannten Biologien Charles Darwin benannt ist. Die Zugreise brachte mich durch atemberaubende Gegenden die ich so schnell nicht vergessen werde.

In Darwin angekommen wurde sich erstmal von den letzten Tagen erholt. Die Stadt zu erkunden hat sich leider als scher herausgestellt. Wenn es in Gebieten die eine Durchschnittstemperatur im Sommer von ca. 29°C einmal regnet, dann regnet es richtig.
REGEN VIDEO DARWIN.
Nach drei Tagen im eher unspektakulären Darwin bin ich dann wieder zurück durch die Nation via Brisbane nach Sydney geflogen.
Hier habe ich dann noch eine wunderbare letzte Woche verbracht bevor es dann in den Flieger nach Neuseeland ging.
Über die letzte Woche und die Abendteuer in Neuseeland könnt ihr dann das nächste Mal lesen.
Ich hoffe euch geht es weiterhin gut. Ich sende euch ein Paar Sonnenstrahlen wo immer ihr dies hier lest.
Schaltet also bald wieder ein.
Bis dann
Dein/Euer
Kevin
Die Idee die mir da gekommen ist war Michaels Schwester während dem Theaterstück zu überraschen.
Michael, seine zweite Schwester und ich haben uns zusammen ins Auto gesetzt und sind die 600 Kilometer, wie das hier so üblich ist, an einem Stück durch gefahren. Wenn das gesamte Land soviel größer ist dann sind es scheinbar auch die Stunden die man ohne Probleme im Auto verbringen kann.
Nach ca. sieben Stunden Autofahrt sind wir dann 10 Minuten vor Beginn des Stücks angekommen. Die Tickets für die erste Reihe waren schon organisiert und das Stück konnte beginnen.
Als die schauspielernde jüngere Schwester auf die Bühne kam hat sie uns nach zirka 10 Minuten entdeckt aber unglaublich professionell reagiert und hat sich kaum etwas anmerken lassen.
Dass wir jedoch ein bisschen aus dem Konzept gebracht haben konnte sie dann doch nicht verbergen und die Freude im Nachhinein war riesig.
Nach der Show haben wir dann das gesamte Ensemble des John Lennon Stücks, welches sie aufgeführt haben, kennen gelernt. Das Stück hieß „In His Own Write“ und wurde von John Lennon und einem Freund geschrieben. Das Stück selbst ist geprägt von einer Kunstsprache die der Protagonist (John Lennon) selbst erfunden hat. Er versucht stets aus der eng geschnürten Welt voller Regeln der Gesellschaft und seinen Eltern zu entfliehen. Das Stück war sehr verrückt und nicht ganz einfach zu verstehen mir hat es allerdings gut gefallen. John Lennons Gedanken wurden durch die Schauspieler als Farben dargestellt (z.B. Orange)

Das Ensemble bestand komplett aus jungen Schauspielern in meinem Alter die alle aus der Gegend um Melbourne kamen. Nach dem Stück habe ich mich mit allen gut unterhalten und auch zufällig den Vater der Regisseurin getroffen. Nach dem ich ihm sagte dass ich zirka 5 Tage in Adelaide bleiben möchte hat er gesagt dass er den ganzen internationalen Flair toll findet und es erstaunend findet was junge Leute heutzutage auf die Beine stellen. Danach hat er mich eingeladen bei Ihnen im Haus mit dem ganzen Ensemble meine Zeit in Adelaide zu verbringen. Das habe ich natürlich dankend angenommen und der Grundstein für eine fantastische Zeit in der Hauptstadt „South Australias“ war gelegt.
Als Dankeschön für die Gastfreundschaft habe ich dann hinter den Kulissen bei allem geholfen wo ich gebraucht werden konnte. Dort habe ich festgestellt dass es in einem Theater echt diese wunderbaren Spiegel mit den 1000 Glühbirnen gibt.

Das Theaterstück wurde jeden Abend aufgeführt, jede noch so tolle künstlerische Arbeit rückt ein wenig in den Hintergrund wenn man es wieder und wieder sieht. Deshalb wurde am dritten Abend, nachdem ich nicht mehr gebraucht wurde Adelaide erkundet. Zufälligerweise war an diesem Abend ein großes Musikfestival in der Innenstadt Adelaides. Es hieß Future Musicfestival und war ein Event mit vielen internationalen Größen elektronischer Musik. Da das nicht direkt angesprochen hat, war ich nicht all zu sehr interessiert. Als ich jedoch durch die Stadt spazierte stellte sich heraus dass es scheinbar ein wirklich gewichtiges „Happening“ in der elektronischen Musikszene ist. Da man ja als stets als weltoffener Bürger durch die Strassen steht hat sich mein Interesse wecken lassen und ich bin zum Ticketschalter gegangen.
Nachdem ich in Erfahrung gebracht habe das ein Ticket A$130 kosten sollte habe ich kehrt gemacht. Soviel waren mir meine liberalen Pläne dann doch nicht wert.
In 100 Meter Entfernung habe ich dann verwundert auf den Boden geschaut und folgendes gefunden.

Lachend habe ich das Armband aufgehoben mir es um das Handgelenk geschnallt und bin nun eine Erfahrung in Richtung aktueller Musikkultur reicher.
Das Festival war relativ amüsant und voll gepackt mit Künstlern aus aller Welt. Scheinbar traten die bekanntesten DJs dort auf. Dinge von denen man keine Ahnung hat sind ja aber leider nur schwer zu bewundern da man die Komplexität nicht beurteilen kann.
Am nächsten Tag ging es dann wieder in Theater. Das Schauspiel wurde in der Innenstadt Adelaides aufgeführt. Auf dem Festivalgelände das im Stadtpark errichtet war, konnte man sogar die australische Tierwelt erleben.

Die putzigen Tiere mögen zwar ganz harmlos aussehen, jedoch sind sie eine echte Plage. Es gibt einfach zu viele von ihnen. Es ist strikt verboten ein Opossum zu füttern. Im rauen Teilen Australiens konnte man sich sogar 5$ Prämie für jedes gejagtes Opossum abholen.
Der letzte Tag in Adelaide ist dann auch schon angebrochen Tagsüber habe ich mich mit meinem danischen Freund aus Cairns getroffen. Es war wunderbar ihn wieder zusehen und wir hoffen dass wir uns in Neuseeland auch über den weg laufen.
Den letzten Abend bin ich dann mit dem gesamten Ensemble auf eine Aftershowparty gegangen. Ich habe mich von all den fantastischen jungen Schauspielern verabschiedet denn am nächsten morgen ging es gleich auf zum nächsten Abenteuer.
Mit einem der bekanntesten und legendärsten Züge der Welt ging es von Adelaide quer durch das Outback nach Alice Springs und weiter bis nach Darwin.

Von den insgesamt 3000 Kilometern Zugstrecke, wurden 1500km am ersten Tag bewältigt.
Von Adelaide ging es ins „Red Center“ nach Alice Springs. Die 22 Stunden im Zug gingen schneller vorbei als man denkt da man zwar stets einsame aber doch wunderschöne Landschaften erblicken kann.

Einen kurzen Stopp haben wir auf halber Strecke in Port Augusta gemacht um noch weitere Passagiere an Board zu holen. Dort hatte ich dann mal etwas mehr Zeit den luxuriösen Zug zu betrachten. Die gesamte Zustrecke von Adelaide bis nach Darwin steht zwar erst seit etwa 15 Jahren, jedoch sind in den Jahren vor der Vervollständigung viele erwähnenswerte Dinge passiert. Zum Beispiel hat vor langer Zeit ein technischer Defekt den Zug zum Anhalten gezwungen. Da der Zug damals noch lange nicht auf heutigem Niveau war, gab es auch keine direkte Funkverbindung zur nächsten Bahnstation (1000 Kilometer entfernt). Das Zugpersonal musste also wild jagen um alle Passagiere zu sättigen.
Solch abenteuerliche Geschichten werden heute wohl weniger zu Stande kommen.
Demnach ist auch unsere Reise reichlich konservativ verlaufen. Nach 22 Stunden sind wir dann in Alice Springs angekommen.

4 Tage Aufenthalt hatte ich dort eingeplant. Der Zug fährt nämlich nur 3mal die Woche.
In Alice Springs angekommen wurde der Weg zum Hostel eingeschlagen. Auf jeder Australien Karte ist Alice Springs groß eingezeichnet. Im Herzen des Landes schein das große Alice Springs zu leuchten. Sogar auf vielen politischen Weltkarten kann Alice Springs gefunden werden. Das interessante daran ist jedoch dass Alice Springs grade mal 23.000 Einwohner hat. Man muss also nicht immer ein ganz großer sein um bei den großen dabei zu sein. Man muss nur unter den richtigen Vorzeichen agieren. Bei Alice Springs scheint diese wohl, „einzige Stadt mit mehr also 1000 Einwohnern im Umkreis von 1300 Kilometern“ zu sein. Genau das macht auch den Reiz der kleinen Stadt aus. Umgeben von Wüste, Sand, Hügeln, und trockener Hitze beeindruckt die 23.000 Einwohnerstarke Stadt enorm.
So weit man sehen kann, kann man dort nichts sehen. In der kleinen Stadt sind demnach auch die rauesten Australier zu finden. Die Australier die kaum durch internationalen Einfluss von ihrem Flair verloren haben. Es war sehr schön diese Extreme kennen zu lernen, länger als 2 Tage braucht man aber auch nicht um dessen Grenzen zu erfahren. Demnach ging es Schnell mit dem Bus aus raus aus Alice Springs auf den Weg ins wahre Outback.
Da ich nur eine begrenzte Zeit in Alice Springs bleiben konnte war ich leider gezwungen eine „Kaffeefahrt“ mit zumachen. Also eine geführte Tour. Somit konnte ich das kulturell wertvollste Zentrum der Aboriginies nicht selbst erkunden. Früh morgens ging es mit der Busfahrt los und der erste Haltestopp hat uns gleich zu diesem lustigen Weggefährten gebracht.

Das Kamel ist zwar kein Uraustralisches Tier jedoch im Outback weit verbreitet. Die 3000 Kilometer lange Zugstrecke von Adelaide durch Alice Springs und Darwin wurde hauptsächlich mit der Unterstützung von afghanischen Kameltreibern unterstützt. Das Tier ist perfekt an die extremen Bedingungen angepasst. Die unglaublich lange Strecke hätte nicht ohne die afghanische Unterstützung wohl nicht errichtet werden können. Genau wegen dieser Tatsache trägt der Zug auch den Namen „The (af) Ghan“.
Am gleichen Ort habe ich dann auch nach 3 Monaten im Land des Kängurus ein lebendes getroffen. Es ist fröhlich durch das Gehege gesprintet. Welche in freier Wildbahn habe ich leider nur in meinem Kopf festhalten können.
CMIG9285 Känguruvideo
Nach dem Abschweifen in die australische Tierwelt ging es dann wieder in den Tourbus und es ging endlich zu einem der tollsten Naturwunder die mir bis jetzt begegnet sind. Dem Ayers Rock oder auch Uluru.
Das Heiligtum der Pitjantjatjara Aborigines ist der zweitgrößte Monolith in Australien. Es ist also ein einziger großer 869 Meter hoher Stein.
Als wir an dem lokalen Heiligtum angekommen sind, zeigte das Thermometer 37°C Grad an und der Tourguide konnte der Gruppe einen Gang zum Uluru nicht zu muten.
Demnach sind wir zu einem nahe gelegenen Museum gebracht worden wo der erste Nachmittag verbracht werden sollte.
Diese Situation kam für mich wie gerufen. Ich habe mich über das total überfüllte Museum gefreut und habe mich von dort aus, aus dem Staub in Richtung Ayers Rock gemacht.
Nach einem 20 Minuten Spatziergang ohne eine Menschenseele war ich am Juwel des Herzens Australiens angekommen.
Von vielen Reisenden hört man zwar dass es ja nur ein Stein sei, ich habe die Mischung aus totaler Stille, extremer Einsamkeit, Dürre und brennender Hitze am Fuße des beeindruckensten Naturschauspiels das ich bis dahin gesehen habe sehr genossen.
Ich hatte zu mindest für 30 Minuten das Gefühl den Uluru für mich alleine zu haben weil kein Mensch auch nur am Horizont zu sehen war.

Nachdem die Zeit „im Museum“ dann vorbei war und sich das Thermometer etwas entspannt hat ging es dann mit dem Bus zu der Kata Tjuṯa. Diese Gruppe von 36 Inselbergen ragen bis zu 1.069 Meter in die Höhe. Im Gegensatz zum kompakten Uluru bestehen die Kata Tjuṯa aus einem grobkörnigen Konglomerat aus Granit, Gneis und weiterem vulkanischen Gestein.

Der erste Tag neigte sich dann mit Sonnenuntergang vor dem Uluru zu Ende.

Von diesem Flecken konnte ich dann sowohl den Uluru als auch die Kata Tjuta im letzten Sonnenschein des Tages bestaunen.

Beides war in ausgesprochen schöne Farben gehüllt dessen Lichtstimmungen wohl nicht mal Monet zaubern könnte.
Geschlafen wurden dann dort unter freiem Himmel welches eine nächste Traumhafte Erfahrung war. Weg von allen Abgasen und Autos konnte man dann einen solch klaren Nachthimmel zusehen der einen glauben lässt bis in andere Galaxien schauen zu können.
Am nächsten Morgen ging es dann mit der ganzen Truppe um sechs Uhr zeitig zum Sonnenaufgang am Uluru. Das besondere daran ist dass der Felsen scheinbar im Sonnenaufgang glühen soll wie heißer Stein. Mit dem Verlauf der Sonne sind dann aber nicht nur das typische orange sondern auch silbern funkelnde Aspekte zu sehen.

Nachdem die Sonne aufgegangen ist hat man dann die Möglichkeit sich den Uluru von allen Seiten zu betrachten oder auf ihn hinauf zu klettern wie es viele Touristen machen.
Da der Uluru jedoch ein Heiligtum für die ansässigen Pitjantjatjara Aborigines ist und diese den Berg niemals betreten würden bitten diese auch fremde das nicht zu tun. Aus Respekt habe ich mich dann auch dagegen entschieden und bin einmal um den Monolithen herum gewandert was ca. zwei Stunden gedauert hat aber auch ungemein beeindruckend war.
Nach diesem langen Marathon gab es dann erstmal Kraftmahl. Diese haben wir wohl unter dem größten Kaktus genossen den ich je gesehen habe.

Das erste Wüstenaccessoire war während dem Essen echt wunderbar anzuschauen, das zweite dagegen war zwar aber amüsant aber dann doch auch lässig. Ein großer Emu war scheinbar äußerst hungrig und hat stets versucht unsere kulinarischen Köstlichkeiten zu klauen.

Nach mehreren gescheiterten Versuchen hat der Vogel dann aufgegeben und uns in Ruhe Kraft tanken lassen.
Nach dem Mittagessen ging es dann wieder in den Tourbus und auf eine der unzähligen Abschnitte auf Straßen im Outback wo man die Straße bis zum Horizont verfolgen kann.

Den zweiten und letzten Sonnenuntergang der Tour haben wir dann mit Blick auf eine weitere fantastische Gesteinsformation verbracht. Auch bei diesem Sonnenuntergang waren die verschiedenen Farben einfach überwältigend. Zwar gibt das Bild es nicht zu 100% wieder aber einen Eindruck kann es euch verschaffen.

Die letzte Nacht wurde dann wie die erste verbracht und zwar unter den Sternen. Das Camp war schnell aufgebaut und nach dem langen, ereignisreichen Tag sind fast alle schnell ins Bett gefallen, da es am nächsten morgen wieder früh los ging.
Um 6h klingelte der Wecker und das letzte Ziel auf der Tour wurde angesteuert.
Dieses hieß Kings Canyon. Was als kleiner Felsspalt begann wurde in Millionen von Jahren, durch das Einwirken von Wind, Regen und Fluten, zu einem beeindruckenden Canyon geformt.

Über die lange Zeit ist also mit Hilfe der Witterung immer mehr Sand übereinander geschichtet wurden und zu einem harten Sandstein gepresst. Das Ergebnis ist äußerst beeindruckend und der Canyon wächst immer noch weiter.

Das kompakte Outbackabenteuer ging dann nach einem 4 Stunden Marsch durch den ganzen Canyon langsam zu Ende und der Tourbus hat uns wieder nach Alice Springs gebracht.
Auf dem Weg dorthin habe ich einen der legendären „Roadtrain“ betrachten können.
Da es in Australien stets lange Strecken von Stadt zu Stadt sind, werden diese überdimensionalen LKWs eingesetzt. Diese können teilweise das Vierfache von einem normalen Truck von A nach B bringen. Auf den lang gezogenen Straßen des Outbacks ist es laut den Fahrern auch nicht anders die Riesen zu steuern.
Nachdem wir dann wieder im kleinen entlegenen Alice Springs angekommen sind, sind wir an merkwürdig eingezäunten Stahlgerüsten vorbei gefahren. Nachdem ich gefragt habe was das darstellen solle, habe ich die antwort bekommen dass dies ein US Amerikanischer Stützpunkt sei. Obwohl 900 von 23.000 Einwohnern von Alice Springs wegen dem Stützpunkt Namens „Pine Gap“ in der Stadt wohnen, weiß keiner so wirklich warum dieser Stützpunkt dort existiert. Sogar Leute die ihr ganzes Leben in Alice Springs wohnen können einem nicht mehr über den Grund und Auftrag des Stützpunktes sagen. Erst nach gründlicher Recherche im Internet habe ich gelesen dass der Stützpunkt im Kalten Krieg als Spionagehilfe eingesetzt wurde. Jetzt ranken sich verwirrende Theorien um den Stützpunkt die von
Nuklearsprengköpfen in der Stratosphäre über unterirdischen Städten für die „Elite der Gesellschaft“ bis zur Kolonisierung des Mars reichen.
Dass der Stützpunkt interessant aussieht liegt auf der Hand. Die künstlerische Freiheit und Fantasie mancher, spielt dem Mythos hier in die Karten und eröffnet Amerika wohl jeden Sciencefiction Traum.

Nach den ganzen Spekulationen um Aliens, Raumschiffen und sonstigen Weltraummissionen ging es für mich wieder in den „Ghan“. Die nächsten 1.500 Kilometer Zugreise standen bevor. Ein weiterer Tag im Zug stand mir bevor.

Das Ziel hieß Darwin was nach dem bekannten Biologien Charles Darwin benannt ist. Die Zugreise brachte mich durch atemberaubende Gegenden die ich so schnell nicht vergessen werde.

In Darwin angekommen wurde sich erstmal von den letzten Tagen erholt. Die Stadt zu erkunden hat sich leider als scher herausgestellt. Wenn es in Gebieten die eine Durchschnittstemperatur im Sommer von ca. 29°C einmal regnet, dann regnet es richtig.
REGEN VIDEO DARWIN.
Nach drei Tagen im eher unspektakulären Darwin bin ich dann wieder zurück durch die Nation via Brisbane nach Sydney geflogen.
Hier habe ich dann noch eine wunderbare letzte Woche verbracht bevor es dann in den Flieger nach Neuseeland ging.
Über die letzte Woche und die Abendteuer in Neuseeland könnt ihr dann das nächste Mal lesen.
Ich hoffe euch geht es weiterhin gut. Ich sende euch ein Paar Sonnenstrahlen wo immer ihr dies hier lest.
Schaltet also bald wieder ein.
Bis dann
Dein/Euer
Kevin