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Samstag, 10. Januar 2009
Ein Geländewagen, schwedisches Weihnachten und 1000 Kilometer Spaß
Samstag, 10. Januar 2009, 06:48
Drei Wochen sind seit dem letzten Eintrag schon wieder ins wunderschöne Land gegangen und es fühlt sich mal wieder an als hätte ich ihn gestern erst abgeschickt.
An bei wieder die altbekannte grüne Australienkarte mit den letzten Stopps.



Aufgehört habe ich beim letzen Blogeintrag mit dem Fledermausschwarm aus Yeppon. Dieser Eintrag startet in Hervey Bay. In diesen kleinen verschlafenen Örtchen habe ich das Segelboot mit dem Rest der Crew verlassen. Dort im Hafen haben wir ein sehr spezielles Boot betrachten können, welches aussieht als käme es von einem anderen Stern. Das Boot heißt „Earthrace“ und wie der Name schon vermuten lässt befindet sich das Boot auf einer Erdumrundung. Dabei verbraucht es ausschließlich Biodiesel. Die extravagante Form des Bootes ermöglicht der Crew mit dem Boot durch hohe Wellen auf rauer See hindurch zu brechen. Das Boot wird also nicht wie natürliche Gegenstände auf der Welle getragen und dadurch gebremst. Dieses spart scheinbar Zeit und Energie.



Der einzige Nebeneffekt ist wohl dass man dadurch ein Gefühl der Übermacht bekommt. Das Boot hat nämlich ein nichts ahnendes Fischerboot übersehen und überfahren. „Two steps forward, one Step back“

Nachdem wir das Boot geschruppt und gebohnert hatten war es an der Zeit das letzte Crewbild zuschießen und lebe wohl zusagen. Die Archivaufnahmen will ich Euch natürlich nicht entgehen lassen.



Nachdem wir dann in Hervey Bay gelandet sind, haben wir uns direkt auf die Suche nach dem nächsten Abendteuer gemacht und es auch gefunden.
Dies war nämlich überhaupt gar nicht schwer denn der einzige Grund nach „Hervey Bay“ zukommen ist sich ein 4x4 Allradantrieb Geländewagen zu mieten und eine Safari auf der großen Sandinsel der Welt zu unternehmen. Diese wird eigentlich K’gari genannt. Australier bzw. Menschen des westlichen Abendlandes die nicht dem Stamm der Aboriginies angehören nennen die Insel „Fraser Island“. Diese wurde so genannt da scheinbar ein Schiff unter Kapitän „James Fraser“ hier gestrandet ist. Nur seine Frau hat das Unglück überlebt und wurde zurück in England in eine Irrenanstalt eingeliefert. Demach wurde die Insel also:



getauft. Die Insel zählt auch zum Unesco Weltkulturerbe da es die größte immer noch wachsende Sandinsel der Welt ist. Deshalb steht sie extremen Schutz und wird nicht mehr industriell genutzt.
Der Kapitalist schreit nun natürlich auf: „Aber der ganze gute Bausand und das Holz, das kann man doch da nicht einfach so stehen lassen!“
Die Insel „Fraser Island“ ist mit einer der größten Touristenattraktionen Ostaustraliens und spült damit wohl mehr Geld in die Kassen als 5000 Raummeter Brennholz.
Demnach kann man sich also auch ausrechnen dass es wieder nicht den ungestörtesten Blick auf eine wunderschöne Landschaft gab.

Bevor wir jedoch auf unsere Selbsterkundungssafari gehen konnten mussten wir noch eine Nacht im kleinen Örtchen „Hervey Bay“ verbringen.
Kaum hat man ein Problem taucht hier schon ein freundlicher Australier mit einem Barbecue und 5 Schlafplätzen auf. Es ist einfach sagenhaft. Die Australische Gastfreundschaft und einfache Art mit fremden umzugehen ist vorbildlich.



Der Grill war heiß, die Getränke kalt und der Gastgeber stand mit Gitarre und guter Laune bereit. Jegliche Gedanken wie man die Nacht verbringen sollte hatten sich in Luft aufgelöst. Wir hatten einen phantastischen Abend und einen Freund mehr gewonnen.
Am nächsten Tag ging es dann los auf die Insel mit unserem Bärenstarken Toyota Landcruiser der aus (fast) jeder Lage wieder auf die Beine kommt.



Auf der Insel fährt man dann zu 95% nur noch auf Sandstraßen auf denen man ein Geländewagen dringend benötigt. Wir haben auf der Insel 3 Tage und 2 Nächte verbracht. Am ersten Tag hat es uns in den Regenwald verschlagen in dem, einem wunderbare Bachläufe in Szenerien wie aus dem Dschungelbuch geboten werden.




Als wir dort durch den Urwald streiften ist uns auch merkwürdiges begegnet. Dies konnten wir glücklicherweise festhalten, aber seht selbst.






Komisch, komisch was dort alles so im Urwald passiert, aber man muss doch schon sagen dass ich im nächsten Tarzanfilm durchaus mitwirken könnte oder?

Falls ich dann mal die Möglichkeit haben sollte, in Hollywood mein Talent zu beweisen, möchte ich dann aber in einen richtigen Urwald gehen die Wege auf der Insel waren zwar wunderschön,




aber nämlich nicht sonderlich abenteuerlich.
Glücklicherweise liegen ja noch einige Stationen vor mir, der ein oder andere Plan ist dort schon in Planung aber dazu mehr wenn es soweit ist.

Nach dem wir dann den Urwald verlassen haben ging es an den ersten von unzählbar vielen Seen auf der Insel. Der erste See war glücklicherweise nicht so



überfüllt als wir ihn gesehen haben. Dieser Ausblick war schon einer der wunderbarsten bisher. Der weiße Sand und das Kristallklare Wasser. Einfach WOW! Das Kristallklare Wasser war dazu auch noch Süßwasser und konnte direkt getrunken werden. Es konnte vom Geschmack ohne Probleme mit teurem Markenwasser mithalten.

Nachdem wir uns an diesem wunderbaren Ort satt gesehen hatten, ging es zurück ins Automobil.
Ebbe war nun eingetreten, genau das wo alle drauf gewartet hatten. Nun war es uns endlich möglich am Strand entlang die Insel entlang zu fahren.



Kurz darauf wurde es auch schon wieder dunkel und wir mussten anfangen das Zelt zur Übernachtung aufzubauen.
Nach der ersten unspektakulären Nacht ging es dann morgens so früh wie möglich wieder auf die Piste.



Entlang des Ozeans und durch Schlammlöcher zu unserem nächsten Ziel und
Standartfotoobjekt, dem „Maheno Schiffwrack“. Dieser ehemalige Luxusliner ist hier 1935 auf Fraser Island auf Grund gelaufen. Seit dem dient es als Touristenattraktion und Fotomodel.




Zurück im Auto verschlug es uns dann zum „Eli Creek“ ein Wasserstrom der sich vom Inland bis zum Ozean zieht. In diesem kann man schwimmen und die umgebende Natur genießen sofern man einen ungestörten Blick darauf werfen kann da dieser Ort der Insel verständlicherweise einer der beliebtesten Ziele ist.



Wieder zurück im Auto wurde der Ausflug dann langsam spannend.
Wenn man mit dem Auto nah am Salzwasser vorbeifährt sollte man möglichst vermeiden durch das Wasser zufahren. Dieses kann nicht nur äußerst große Schäden anrichten, es kann auch bei unzureichender Geschwindigkeit passieren dass das Auto einsinkt und komplett von den Fluten verschlungen wird.
Auf unserem Weg zum nächsten Aussichtsfleck sind wir dann in eine heikle Situation gekommen. Unser Auto ist mit den großen Sandmengen nicht mehr zu Recht gekommen und ist ca. 50cm vor dem Wasser stecken geblieben.
Da Ebbe grade vorbei war und das Wasser wieder anstieg hatten wir äußerst großen Zeitdruck.
Der Geländewagen hatte sich soweit in den Sand gegraben dass die Räder zwar frei fahren, sich aber nicht mehr drehen konnten da die Achse im Sand steckte.
Da wir alle keine Lust hatten unser Auto in den Fluten des Südpazifiks untergehen zusehen (und die Rechnung zu bezahlen) habe ich Schaufeln, Teller, Löffel und Pfannen verteilt. Wir haben umgehend angefangen das Auto von Sand zu befreien, doch das Wasser kam näher und näher. Schlussendlich hatten wir das Auto mehr oder weniger frei und beim zweiten Versuch gelang es uns aus der heiklen Angelegenheit zu entkommen.
Wir sind umgehend erst mal an Seite gefahren um den Puls wieder herunter zu schrauben. Danach ging die Reise über die Insel weiter und wir sind in einem Camp auf einen Einwohner der Insel getroffen. Dieser kommt gebürtig aus dem Norden des Kontinents aus der Gegend um Darwin sein Name war Daniel.




Obwohl der Name nicht sehr nach Aborigines klingt, kannte es sich sehr gut im Dschungel und mit seiner Kultur aus.
Er hat uns eine kleine Unterrichtsstunde im Yidaki spielen. Yidaki ist der eigentliche Name des Digeridoos. Digeridoo wird es nur genannt da es ein üblichen Rhythmus gibt den man mit dem Yidaki spielt der sich nach „Di-ge-ri-dooo“ anhört. Als die ersten Europäer diesen Klang gehört haben nannten sie das von Termiten durchfressene Instrument unter dem Namen wie wir es heute kennen. Weiterhin hat er uns etwas über die Geschlechterstellung und Machtverhältnisse in den Aboriginestämmen erklärt. Zum Beispiel ist es einer Frau nicht gestattet ein „Yidaki“ anzufassen. Genauso wenig ist der Mann befugt eine Tierhaut, die sich die Frauen über die Oberschenkel spannen und als Trommel benutzen, zu berühren. Zuwiderhandlung kann mit dem Tod bestraft werden. Die Linien sind strikt getrennt. Es gibt Dinge die nur die Männer etwas angehen. Genauso gibt es auch viele Dinge die nur den Frauen vorbehalten sind.
Dies geht dabei also weiter als nur das alte Bild von: Mann -> Jagd und Frau -> Essen zubereiten.
Des Weiteren hat uns Daniel noch verschiedenen wilde Pflanzen und Beeren gezeigt die rundherum auf der Insel wachsen. Viele dienen hierbei als Nahrung oder als Medikamente.
Wenn man jedoch ein großer uns starker Aboriginie werden will, braucht man mehr als nur Beeren. Deshalb haben wir uns Kriegs- bzw. Jagdbemalung zulegen lassen.




Diese darf man sich nicht alleine auftragen. Die Bemalung soll stets von einem anderen Mann erfolgen. Hierbei dürfen Männer wieder keine Frauen schminken und andersherum. Der weiße Streifen steht entweder für einen Krieger oder bei nicht kämpfenden Männern für den Horizont und ein ausgeglichenes Gemüt.
Mit dem Bumerang bewaffnet sind wir dann auf ein freies Feld gegangen und haben uns an den Jagdtechniken versucht. Die ursprünglichen Bumerangs waren deutlich schwerer und größer als die die wird kennen.
Außerdem ist es nicht möglich diesen Jagdbumerang so zuwerfen dass er wieder zurückkommt. Dies wird lediglich als Spielzeug und Trainingsgegenstand benutzt.




Zu Abschluss des Tages ging es dann noch mal auf einen höheren Punkt der Insel der hervorragend als Aussichtspunkt diente.



Als dann so langsam dunkel wurde haben wir uns direkt am Strand ein Zeltplatz gesucht. Es wurde äußerst schnell dunkel und um das Zelt auf zubauen haben wir das Licht von unserem Geländewagen angelassen. Nachdem das Zelt stand und das Essen fertig war habe ich aus Neugier mal die Autobatterie gecheckt und diese war nach 45 Minuten leer.
Wir wussten also dass wir nächsten morgen nicht einfach losfahren konnten sondern Starthilfe brauchten. „Alles nicht so schlimm“ dachten wir uns und haben uns nach einem langen Tag schlafen gelegt.
Zirka um 3.00h nachts wurde ich unsanft aus meinem Traum geweckt. Ich habe nur noch aufgeguckt und das schlimmste Unwetter gesehen dass ich jemals draußen erlebt habe. Das Oberzelt schützte nur noch die Hälfte von unserem Schlafbereich und der Wind wurde stärker und stärker.
Nach ungefähr 15 Minuten erbittertem Kampf gegen die Naturgewalten und 50m² PVC haben wir das Zelt unter das Auto geschliffen und uns im Auto in Sicherheit gebracht. Wir waren alle vom Regen durchnässt und unterkühlt. Wir haben uns nur noch auf die Sicherheit und Heizung im Auto gefreut. Da so eine Autoheizung aber nicht ohne Energie in der Autobatterie funktioniert war das Auto als Unterkunft schlagartig unattraktiv da es nicht sonderlich wärmer als draußen war. Uns blieb nur noch das Feuerwerk von Blitz und Donner draußen zu beobachten und zu versuchen etwas im Auto zu schlafen. Ich war so übermüdet und unterkühlt dass ich mir Pläne ausdenken wollte mit Hilfe der Blitze die Autobatterie aufzuladen. Dies blieb aber erfolglos und die Zeit bis Hilfe eintraf musste so verbracht werden.



Nach drei Stunden Halbschlaf konnte wir einen sympathischen Australier anhalten der uns Starthilfe geben konnte.

Am nächsten Morgen haben wir uns nach dem Frühstück auf in den Regenwald der Insel gemacht. Hier haben wir zwar leider keine exotischen Tiere sehen können jedoch war es echt schön die Flora und Fauna im Regenwald auf eine Faust zu erkunden.








Zum Abschluss der Tour sind wir noch zu einer besonderen Stätte der Aboriginies gepilgert. Sie hieß „Lake Wabby“ und ist ein eiskalter See in Mitten der Insel. Wenn Männer des Stammes auf der Insel in die Gesellschaft eingeführt werden findet dieses am Lake Wabby statt.



Leider wird dieser See in den kommenden 10 Jahren durch den Sand der sich auf der Insel ausbreitet zugeschüttet sein und nicht mehr zu sehen sein.
Als letztes Highlight haben wir uns dann noch ein wunderschönes Fleckchen aufgehoben. Obwohl es der bekannteste See auf der Insel ist und er Streckenweise überfüllt ist wie der Ballermann6 zur Hochsaison haben wir ein bisschen weiter ein ruhiges Örtchen gefunden.




Mit diesem wunderschönen Blick habe ich das Kapitel „Fraser Island“ dann abgeschlossen. Es war ein herrlicher Fleck Erde obwohl es teilweise sehr überfüllt war. Trotz alledem war es ein weiteres tolles Erlebnis.

Der letzte Plan war grade um da stand der nächste schon vor der Tür.
Bevor wir auf die Sandinsel gefahren sind haben wir uns ein Busticket von Hervey Bay 380 Km Südlich nach Brisbane gekauft. Dies ist zwar der unspektakulärste Weg Australien zu bereisen, jedoch war es der einzige der aus dem kleinen Nest herausführte.
Das Angebot dass wir uns herausgesucht haben startete nächsten morgen um 6 Uhr. Somit mussten wir 12 Stunden totschlagen und dies durch die Nacht. In ein Hostel konnten wir nicht mehr einchecken da in dem kleinen Ort nichts mehr frei war.
Somit habe ich mit meinen zwei Reisepartnern Michael (Belgien) und Marko (Köln) die Nacht im Busreisecenter verbracht. Wir waren jedoch nicht die einzigen die diese Idee hatten und somit bekam das Warten auf den Bus gleich ein angenehmeres Flair.



Ich und mein Reisekollege Michael konnten es uns dort jedoch nicht wirklich gemütlich machen und beschlossen daher einfach die kommenden 12 Stunden wach zubleiben. Da dieser Tag ja unfreiwillig um 3.00h morgens angefangen hatte, waren wir schon gegen 21h äußerst müde.
Schnell nachgedacht, was hilft bei Müdigkeit? Genau. Kaffee! und zwar viel davon.
Glücklicherweise hat die große Restaurantkette über dem weltweit das große, gelbe M scheint 24 Stunden geöffnet.
Dort angekommen haben wir uns äußerst gut mit der Bedienung verstanden und Amanda hat uns gleich kostenlos mit Kaffee, Kuchen und weiteren Snacks versorgt.




Insgesamt haben mir 6 doppelte Espresso geholfen die Nacht durch zu stehen. Mc Donalds hat uns somit die Nacht gerettet.



Den letzten Kaffee mussten wir uns dann zu Fuß am Macdriveschalter abholen.
Gut gestärkt ging es dann auf die Busreise weiter in den Süden.

In Brisbane angekommen tat es äußerst gut mal wieder Zivilisation zu sehen. In den letzten Wochen hatte ich kein Haus mehr gesehen das höher als 20 Meter war. In der 1,8 Millionen-Einwohner-Stadt haben wir 5 Tage inkl. Weihnachten verbracht.
Über die „besinnlichen Tage“ hatten ich die Idee den herzensguten Australiern etwas zurückzugeben. Meine zwei Reisekollegen haben sich angeschlossen und zusammen haben wir alle Obdachlosenheime, Kirchen, Wohltätigkeitseinrichtungen und Krankenhäuser abgeklappert ob wir über Weihnachten Essen an Bedürftige ausgeben können.
Leider musste man sich für solche Dienste zirka 3 Monate vorher anmelden. Demnach konnten wir keine gute Tat vollbringen.
Im Gegenzug haben wir im Hostel 4 Schweden kennen gelernt mit denen wir dann Weihnachten auf Schwedisch gefeiert haben.



Schwedisches Weihnachten ist nicht sehr anders als deutsches, jedoch gibt es viele kleine unterschiede die zum Beispiel gleich beim Essen anfangen.
Wir hatten Köttbullar, die viele wahrscheinlich viele von einem anstrengenden IKEA-Besuch kennen, sowie Kartoffeln mit einer Art Heringsdippsoße. Dann gab es Salat und Knäckebrot mit Käse. Zwischendurch gab es Julmust, welches eine spezielle Weihnachtslimonade ist die es nur zur dieser Jahreszeit gibt.



Ein weiterer Unterschied waren natürlich die Lieder die gesungen wurden. Diese waren natürlich auf Schwedisch und waren daher für uns nicht leicht mit zu singen aber hört es euch am besten einfach selbst an:







Nach dem ersten Song wurde dann noch eine Art Weihnachtspunsch Namens „Glogg“ getrunken. Vollkommen gestärkt ging es dann ans bekannte Schwedische singen und tanzen um den Weihnachtsbaum mit noch mehr Liedern. Alle fassen sich dabei an den Händen und tanzen um den Baum, danach wird in einer Art Karawane das ganze Haus abgelaufen. Es hat richtig Spaß gemacht mal anderes Weihnachten feiern zu können. Wir konnten zwar keinen Obdachlosen helfen, dafür hatten wir hatten internationales Fest was mindestens genau so schön war.


Am nächsten morgen wurde dann alles in die Wege geleitet um eines der besten Abenteuer zu starten die ich bis jetzt auf meiner Reise erlebt habe.
Mir ist die Idee dazu auf dem Segelboot gekommen, während einer Unterhaltung wo wir denn Sylvester verbringen wollten.
Ich hatte immer davon geträumt die großen Feuerwerke von Sydney sehen zu können daher sprach ich mich definitiv für die Sydney aus.
Die Frage war nun wie wir von Brisbane die 1000 Kilometer nach Sydney kommen, und da setzt das Abendteuer an.








Noch mal den Inhalt aus dem Video zusammengefasst:
Ich hatte die Idee ein Rennen aus der Strecke zu machen. Bei diesem Rennen gab es nur zwei Regeln.
Regel 1.) Kein Geld für reisen ausgeben.
Regel 2.) Jeweils ein Beweisfoto in den Städten: Surfers Paradies, Byron Bay, Port Macquarie und Newcastle (auf dem Weg nach Sydney) schießen.
Hierbei werden nun natürlich einige Stimmen laut die die Unsicherheit dieser Aktion betonen.
Die beiden Kontrahenten waren sich jeglicher Gefahr bewusst und brauchen von daher keine warmen Worte mehr. Wer jedoch immer noch Zweifel hat soll sich diese Geschichte anhören. Wenn man dann immer noch von der mangelnden Sicherheit überzeugt ist, dann muss man es einfach selbst erleben.




Auf dem letzten Foto strahlen wir noch zusammen, dann war es der 26.12.2008 um 10h morgens und das Rennen konnte beginnen.
Unsere Wege trennten sich von nun an und wir wussten dass wir uns erst wieder 1000 Kilometer südlich sehen werden.

Marko zog also davon ins Gewusel der Großstadt und ich machte mich auf den Weg zu einem Restaurant wo die großen Lastwagen die Stadt durchqueren.
Es kostete mich die ersten 2 Stunden um dort anzukommen.
In der Stadt hatte ich definitiv kein Glück. Somit bin ich bis zu dem „Truckstop“ gelaufen was aber eine gute Gelegenheit war Brisbane kennen zulernen. Bei meinem ersten Ziel angekommen habe ich vergebens auf „Brummifahrer“ gewartet. Nur ein Mann sprach mich an ob er mir helfen könne.
Ich schilderte ihm kurz meine Situation, dass ich mich in einem Rennen befinde und dass ich versuch nach Surfers Paradies zukommen (siehe Karte). Der Mann lachte interessiert und sagte zu mir dass kaum LKWs zur Weihnachtszeit auf der Strecke seien.
Er bat mich kurz um einen kleinen Moment für sich, derweil ruf er seine Frau an und ich hörte ihn nur am Telefon sagen:
„Hey Schatz, ich komme so 3-4 Stunden später. Ich muss grade nen’ Typen nach Surfers Paradies bringen. Bis später. Ciao“
Ich war Baff. Guckte ihn an klopfte ihm auf die Schulter und bedankte mich.
In diesem Moment klingelte auch mein Telefon und mein Kontrahent machte mir klar dass das Wetter in Surfers Paradies sehr schön sei.
Dies spornte uns im Auto nur an und 1 ½ Stunden später war ich auch schon in Surfers Paradies.



Grade als ich das Geräusch des Auslösers meiner Kamera hörte um dieses Foto zu schießen, hörte ich ein klingeln aus meiner Hosentasche.

Marko schrieb mir um 14h also 4 Stunden nach Start des Rennens dass Byron Bay ein schönes Örtchen sei. Er war also schon bei der zweiten Station angekommen.
In diesem Moment hab ich mir gedacht dass er sich irgendwo ein Flugzeug geliehen hat, aber alles ist mit rechten Dingen zugegangen.
Anstatt zu resignieren hat mich das nur angespornt und gegen 5 Uhr habe ich es auch weiter zu zweiten Stopp geschafft.
Eine junge Mutter wollte mich eigentlich nur die halbe Strecke mitnehmen da sie gleich dazwischen wohnte.
Wir haben uns aber kurzum in ein gutes Gespräch vertieft und sie meinte dass sie mich auch grade den ganzen Weg (plus 100 Kilometer) bringen kann.




Als ich dieses Mal das Zwischenziel erreicht habe blieb das Handy still.
Marko hatte sich auf seinen Lorbeeren ausgeruht und hat sich in Byron Bay eine Unterkunft gesucht. Nach kurzem Überlegen auch dort die Nacht zu verbringen habe ich mir den Gedanken gleich aus dem Kopf geschlagen und habe eine Nachtwanderung der Sonne entgegen gestartet. Sydney war nämlich noch 772 Kilometer entfernt und da hab ich die Gelegenheit am Schopf gepackt und bin in Führung gegangen.
Nach einem zweistündigen und strammen Fußmarsch von Byron Bay nach Bangalow (einem kleinen 1000 Seelendorf) wollte ich mir Essen und Wasser für die Nacht zulegen. In einem Sportlerheim habe ich dann jedoch den wohl amüsantesten Fahrer kennen gelernt.




Er und seine Familie waren äußerst amüsiert von meiner Geschichte und haben mich zum nächst größeren Ort gefahren sodass sich meine weitere Nachtwanderung erübrigt hat. Dort in Ballina angekommen habe ich geschlagene 3 Stunden an einer großen Tankstelle verbracht bis ich die perfekten drei Reisepartner gefunden habe.



Die drei Koreanischens Jungs aus Südkorea genauer aus Seoul und Busan.
Das Trio wollte mich eigentlich auf ihrem Weg nach Melbourne bis zum nächsten Stopp „Port Macquarie“ mitnehmen.
Als wir dort angekommen sind lag es an mir den ersten Anruf zu tätigen. Ich habe Marko morgens mit einem lieben Gruß aus Port Macquarie geweckt.



Mit den Koreanern sprach ich dann noch mal über den Weg und da die Jungs mit mir übereinstimmten dass der Weg entlang der Küste spannender ist als der durchs Inland lag Sydney auf ihrem Weg.
Die letzten 400 Kilometer wurden somit angebrochen. Am morgen ging es die Küste weiter runter bis nach Newcastle und das vierte und letzte Zwischenziel war erreicht.

NEWCASTLE VIDEO





In Newcastle hatten wir dann keine Zeit zu verschwenden und es ging nach einem kleinen Blick auf die Karte



weiter zum großen Ziel im Süden: Sydney.

Am 27.12.2008 um 16.00h habe ich dann nach nur 30 Stunden aber 1000 Kilometern das Finale erreicht und das letzte Bild geschossen.



Die Freude war groß der Blick fantastisch und das Telefonat mit Marko nach den aufregendsten 30 Stunden eine große Genugtuung.
3 Tage später kam auch er in Sydney an, er hat sich allerdings dann etwas Zeit gelassen.

Dies waren auf jeden fall mit die besten 30 Stunden die ich bis jetzt verbracht habe. So lernt man ein Land und seine Leute richtig kennen. Es ist genau das was ich unter einem anständigem Trip vorgestellt habe und wenn man ein Bild im Kopf hat dann muss man einfach nur raus gehen und es verwirklichen. Manchmal ist es sogar echt so einfach wie es sich nun anhört.

Nun bin ich in Sydney angekommen und hier werde ich mich für eine längere Zeit niederlassen und die Stadt kennenlernen.

Der nächste Blogeintrag wird schon bald folgen.
Dann die Abenteuer zur Jahreswende, neue Bekanntschaften und kleine feine dufte Anekdoten.

Ich grüße euch alle herzlichst aus dem wunderbaren Sydney und freue mich über eure Anteilnahme aus fernster Distanz.
Ich hoffe euch geht es allen gut.
In kurzer Zeit wieder einschalten!

Gruß und Kuss
Dein/ euer

Kev in Sydney

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